VAN CANTO – To The Power Of Eight

verfasst von Kalle

Wenn es eine Band schafft, mich ein wenig aus dem Schreibtief zu holen, dann sicher Van Canto. Über viele Jahre begleite ich die Band schon und jedes Treffen ist wie normale Freunde treffen. Mittlerweile veröffentlichen sie jetzt ihr achtes Studioalbum. Wahnsinn kann man da nur sagen. Früher wurden sie für ihren Acapella Sound belächelt und füllten ganz kleine Konzerträume. Mittlerweile sind sie aus der Szene gar nicht mehr wegzudenken und selbst ein paar kleine Besetzungswechsel oder Ergänzungen haben keinen Schaden hinterlassen, wie es hier und da ja mal bei Bands vorkommen kann. Im Gegenteil, denn selbst nach dem Weggang von Sly (Sänger) und die neue Stimme von Hagen, hat sich die Truppe immer weiter entwickelt. Und jetzt die große Überraschung… was eigentlich als Special für einen Song gedacht war, zieht sich jetzt durch die gesamten zwölf neuen Tracks: Sly ist wieder mit dabei.

Das gemeine ist jetzt aber… an manchen Stellen konnt selbst ich nicht zu 100 Prozent sagen, ob jetzt Hagen oder Sly singt. Das zeigt die Qualität der Zwei, die im Gesang weiterhin stark von Inga ergänzt werden. Und es ist praktisch auf jedem Album so, Van Canto lassen neue Elemente einfließen, erfinden neue Silben für ihren Sound und bringen dadurch einen ganz speziellen Sound hervor. Sie bleiben also nie auf der Stelle stehen. Und ihre eigenen Songs sind wieder große Klasse geworden. Sie haben ordentlich Tempo, überraschende Elemente wie düstere Growls, tolle Melodien und einfach diesen ganz besonderne Charme. Basti am Schlagzeug darf sich auch wieder ordentlich austoben und gibt den Takt vor. Stef hat sich in seinen Gitarrensoli auch stark entwickelt und sie klingen immer perfektionierter. Ross, Ingo und Jan geben mit ihren Rakkatakka und Bass Vocals die nötigen Kicks dazu. Und allgemein ist mir auf diesem Album aufgefallen, das es etwas düsterer geworden ist.

Was ich vorhin schrieb mit den Stimmen, das man sie hier und da nicht zu 100 Prozent unterscheiden kann: Hört mal in den Song „Falling Down“ rein. Klar ist Sly seine Stimme etwas markanter, aber hört man den Song das erste Mal, dann ist man hier und da schon irritiert und überrascht. Doch es ergänzt sich super und macht die Songs noch interessanter. Und was Van Canto ja zudem ausmacht, sind die ausgewählten Cover auf ihren Alben. Und ohne Scheiß… dieses Mal haben sie echt wieder ein paar Kracher ausgepackt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. „Raise Your Horns“ von Amon Amarth… übelst geil gemacht! Wobei… hier merkt man tatsächlich den einen kleinen Schwachpunkt in Hagen seiner Stimme. Wenn es nämlich in das tiefe Growlen geht, da fehlt noch ein wenig, damit da ordentlich Druck hinter kommt. Der Refrain kommt aber Mega! Direkt n Horn voll Met dazu gegönnt. Und dann kam ein Cover von Iron Maiden, was man direkt schon an den Drums erkannt hat: „Run To The Hills“! Wer auch immer die Idee dazu hatte: DANKE! Ich hab damals schon „Fear Of The Dark“ gefeiert und jetzt dieser Song… Inga geht mal sowas von ab! Als wäre der Song für sie gemacht.

Und wie schon auf der letzten Platte „Trust In Rust“, so haben sie jetzt wieder einen Song von AC/DC dabei. Letztes Mal war es „Hells Bells“ und jetzt ist es Zeit für „Thunderstruck“. Zack… da kommt die Stärke von Hagen seiner Stimme direkt wieder zum Vorschein. Was mir aber noch mehr gefällt: Die Drums und der Bass der Jungs… schön Druckvoll! Das ist generell wieder ein großes Plus in der Entwicklung der Band, über all die Jahre. Der Sound wird immer besser auf den Alben, man setzt mehr Schwerpunkte und erreicht damit ein noch besseres Hörgefühl. Als finales Cover gibt es dann noch eine interessante Version von Queen´s „I Want It All“. Da muss ich aber ehrlich sagen… kommt leider nicht so die Gänsehaut hoch, wie z.B. bei „Raise Your Hornse“. Das hat bei mir schlicht den Grund… ich liebe das Original zusehr und es gibt aktuell nur eine gute Coverversion, die mich persönlich umhaut und das ist die von Hämatom gemeinsam mit Hansi Kürsch von Blind Guardian. Obwohl ich schon sagen muss, Stef zaubert beim Gitarrensolo schon echt was aufs Parkett und das geht gut ab… dennoch… ich vermisse noch ein wenig was im Gesang bei der Version.

Dies bring mich direkt noch zur Ballade auf dem Album. Ich bin dieses Mal auch ehrlich gesagt nicht von der Ballade zu 100 Prozent überzeugt, weil mir da ein wenig noch das Gefühl fehlt. „Turn Back Time“ ist kein schlechter Song, versteht mich nicht falsch, aber es gab schon intensivere Balladen von Van Canto, wo mehr Gefühl zu vernehmen war. Der Text ist dennoch sehr interessant und definitiv wert gehört zu werden. Aber irgendwo fehlt mir hier ein wenig… und das Schlimme ist… was es genau ist, was mir da so n bissel fehlt, kann ich nicht in Worte fassen. Vielleicht ist es nur ein kleiner Effekt in den Stimmen? Hmm… schwierig.

Doch im Gesamten… da haben Van Canto wieder grandiose Werke zu Tage gebracht und die Zeit, trotz Pandemie, genutzt und zwölfe sehr schöne Songs geschaffen. Ich kann nur wieder einmal ein großes Danke an die Band aussprechen. Ich freue mich, die neuen Songs live erleben zu können. Jetzt aber erst einmal noch ein Methorn \m/

Tracklist:

  1. To The Power Of Eight
  2. Dead by the Night
  3. Faith Focus Finish
  4. Falling Down
  5. Heads Up High
  6. Raise Your Horns
  7. Turn Back Time
  8. Run to the Hills
  9. Hardrock Padlock
  10. Thunderstruck
  11. From the End
  12. I want It All

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