AC/DC – Power Up

verfasst von Kalle

Ist es wirklich schon sechs Jahre, als AC/DC das letzte Album „Rock Or Bust“ auf den Markt gebracht haben? Ja es sind wirklich so viele Jahre und die waren ja nicht ereignislos. Maclom Young ist verstorben, Brian Johnson musste wegen drohender Taubheit die Tour abbrechen und wurde durch Axl Rose ersetzt, dann sind jetzt Phil Rudd udn Cliff Williams wieder zurück und Angus Young ist tatsächlich das einzige noch verbliebene Originalgründungsmitglied. WOW… und jetzt ein neues Album… Scheiße wie geil ist das denn bitte, wobei ich mich an eine Aussage erinnere, die ein Bandmitglied mal selbst traf: Hörst du alle AC/DC Alben am Stück, so hast du das Gefühl, du hast nur einen Song gehört. Soll das jetzt auch für die neue Scheibe gelten, dass sie gar nicht anders klingt, wie die Vorgänger?

Okay… AC/DC hat wirklich diesen ganz unverkennbaren Sound, wie ihn viele Bands aus den 70er und 80er haben. Er wird auch nie von einer anderen Band erreicht werden, auch wenn Airbourne hart dran kratzen. AC/DC sind einfach Hard Rock vom Feinsten und das wollen sie mit den 12 neuen Songs noch einmal unterstreichen, obwohl sie das gar nicht nötig hätten. Wer AC/DC nicht mag, hat den Rock nie geliebt! Ich selbst hab die Band drei oder vier Mal live erleben dürfen und war jedes Mal einfach von den Socken, was für eine Power in die Show gesteckt wird. Das geht einfach ab und sie machen kein Halt vor hohen Geschwindigkeiten in ihren Songs. Kann das neue Album mithalten mit Hymnen wie „Rock´n´Roll Train“, „Hells Bells“ oder „For Thoose About To Rock…“? Ich sage ganz klar: JA ES KANN.

Es ist mit mehr Blues behaftet, das was AC/DC aber immer wieder in ihren Tracks haben. Dieser ganz besondere Rhythmus, der einfach nicht zum stillsitzen annimiert, sondern sofort den Kopf bewegen lässt. Die erste Auskopplung „Shot In The Dark“ hat es schon direkt zu einem Dauerbrenner der Radiostationen geschafft. Da spührt ihr diesen typischen Flair der Band. Schlichte und eingänge Grooves, die direkt ins Ohr gehen und sich festsetzen. Die Australier lassen ihre ganze Erfahrung einwirken und kreieren damit geile Songs, die sich nach und nach aufbauen. „Through The Mists Of Time“ ist zum Beispiel ein so cooler Track, der sich am Anfang ganz unschuldig aufbaut und dann mit einem coolen Solo und Zwischenparts daher kommt. Hard Rock Genuss von der Güteklasse AC/DC.

Die Band hat natürlich mit Brian Johnsen eine Stimme, die ist unverkennbar und das Markenzeichen geworden. Ja… viele werden jetzt sagen: Da war aber vorher Bon Scott und klar… Bon ist Bon und nicht zu ersetzen. Brian war und ist für AC/DC aber genau das, was Adam Lambert aktuell für Queen ist… der Glücksgriff in Sachen Stimme. Stellt euch doch mal bitte vor, was wäre passiert das neue Album hätte Axl Rose eingesungen. Ich möchte das nicht! Ich möchte diese markante Stimme von Brian und diese Gitarrensoli von Angus. „Kick You When You´re Down“ ist ein Song, da hätte ich mir persönlich ein wenig mehr Druck aus den Boxen, somit von den Drums, gewünscht. Der Kick ist nicht ganz zu spüren, was vielleicht am Mix liegt. Angus hat in einem Interview zur neuen Platte gesagt: „Jeder Song eine kleine Rebellion“.

Eins muss ich AC/DC lassen… die Platte ist wirklich Abwechslungsreich, was die Aussage vom Beginn, mit alle Songs am Stück und du hättest das Gefühl nur einen Song zu hören, wiederlegt. Klar sind manche Parts identisch und vielleicht auch mit anderen Tracks, aus früheren Tagen, zu vergleichen. Aber habt ihr erwartet oder euch gewünscht, die Band würde sich neu erfinden? Ich nicht, denn ich will ja genau diesen typischen Sound von AC/DC. Sie sind halt die Ersten gewesen, die diesen Klang hatten. Bis Track Nummer sieben waren die Songs recht groovig und im Midtempo angesiedelt. Bei „Demons Fire“ zieht man allerdings das Tempo ein wenig an. Und ich liebe es, wie Brian hier mit seiner Stimme spielt. Für mich einer der Favouriten auf dem Album. Was mir zudem besonders gefällt ist die Abmischung.

Gut, die Drums hätten etwas mehr Kraft gebrauchen können, dennoch hört man die Basspur klar, die Gitarre übertönt nicht alle anderen Instrumente, die Stimme ist dominant, aber nicht überlagernd. Hier wurde an den Reglern ein extrem guter Job gemacht. Bestes Beispiel dafür ist u.a. „Wild Reputation“. Ein weiterer Anspieltipp ist „Systems Down“. Ja ich hab zuerst System of a Down gelesen, aber um die Band geht es nicht. Hier empfehle ich euch aber Minute Zwei einfach das Solo zu genießen. Hier kommt die ganze Qualität von Angus zum Vorschein. Hohe Töne… kein Problem. Leider geht es nur 30 Sekunden, was ich nicht so cool fand, aber weniger ist oftmals mehr. Das gilt übrigens für fast alle Soli auf der Platte. „Money Shot“ und „Code Red“ runden dann am Ende alle schön geschmeidig ab.

Hymnen oder große Kracher… die fehlen hier aus meiner Sicht, sind aber auch gar nicht nötig, weil zeitlose Klassiker hat AC/DC schon genug. Es ist ein schönes Album geworden, was definitiv den Weg in meine Sammlung finden wird. Allerdings wird es kein Dauerbrenner, da trotz der Abwechslung mir ein wenig das Highlight fehlt, wo man sagt… Woah.. Mega.. das bleibt hängen. Bei allen Songs kann man mitwippen und hier und da auch mal mehr die Haare wehen lassen, das große Tempo ist aber nicht gegeben. Das ist aber Kritik auf ganz hohem Niveau, denn wir alle wissen… die Herren sind nicht mehr die Jüngsten. Gebt euch die Platte… huldigt den Heros… sind wir froh, das sie sich noch ins Studio begeben haben. Wer weis… ob das nicht evtl. das letzte Album war. Ich hoffe nicht, denn AC/DC … geht einfach immer!

Tracklist:

  1. Realize
  2. Rejection
  3. Shot In The Dark
  4. Through The Mists Of Time
  5. Kick You When You’re Down
  6. Witch’s Spell
  7. Demon Fire
  8. Wild Reputation
  9. No Man’s Land
  10. Systems Down
  11. Money Shot
  12. Code Red

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