Callejon – Metropolis

verfasst von Tim Otterbeck

Es braucht wohl schon eine weltweite Pandemie, damit unsere allerliebsten Düsseldorfer Buben ihr Zombieactionhauptquartier mit dem Blitzkreuz verlassen, um uns in das erlösende Metropolis zu führen. Denn in Metropolis geht es (endlich) wieder ab, wie Schmidts Katze. Nachdem uns Callejon mit dem letzten regulärem Studioalbum Fandigo eher zärtlich behandelt haben, zeigen sie uns, dass sie es doch immer noch nach alter Schule draufhaben.

Fast so, als hätten sie nie was anderes ausprobiert. Und das erfreut sicherlich nicht nur mein kleines, schwarzes Fanherz. Schon der Titeltrack hat alles, was man sich von Callejon so wünschen kann: treibende Riffs, Bastis dynamische Wechsel zwischen Schreien und Gesang und dazu markante Textpassagen. Ein paar Ecken härter geht es dann (fast schon erwartbar, bei dem Titelnamen) bei „Gottficker“ zu. Hiermit könnten sie eine neue Moshpithymne geschaffen haben. Weniger schnell, aber dafür gewaltig doomig steht „Blut“ seinem Vorgänger kaum nach. Auch die Mitte des Albums überzeugt auf ganzer Linie. In etwa das mit EDM Beats geschmückte „Die Fabrik“, „Fürchtet euch“ oder das peitschende „Herr der Fliegen“. Das Finale von „Metropolis“ wird durch das großartig wachsende „Katakomben eingeleitet – so mächtig hat man Callejon nur selten mal gehört, Chapeau. Doch erst mit „Gestade der Vergessenheit“ holen sie noch einmal alles aus sich heraus. Das ist Callejon in Perfektion.

Fazit
Mit „Metropolis“ sind Callejon definitiv wieder zurück. Nachdem sich viele Fans von Fandigo etwas abgeschreckt fühlen, haben Callejon ihre alten Stärken herausgeholt und diese in ein wunderbares Album gepackt. Mal knüppelhart, mal melancholisch düster – hier ist alles, was das Fanherz begehrt. Einzig die Produktion hätte (gerade bei den Gitarren) etwas dynamischer und wenig überproduziert ausfallen können. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Denn „Metropolis“ ist ein Album geworden, dass jeder Fan der ersten Stunde auf Anhieb liebgewinnen wird, aber auch bei bisherigen Skeptikern sicherlich Anerkennung finden wird.

Tracklist

  1. Metropolis
  2. Gottficker
  3. Blut
  4. Die Krähe mit dem Schädelbauch
  5. Fürchtet euch!
  6. Die Fabrik
  7. Der Wald
  8. Herr der Fliegen
  9. Misraim
  10. Katakomben
  11. Dies Irae
  12. Gestade der Vergessenheit

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