Interview – Vera Lux

Ich hab trotz der Reiseeinschränkungen mithilfe der modernen Technik die Entfernung überbrückt und mit Inara und Arved von Vera Lux aus Nürnberg das bekannte Frage- und Antwortspiel gespielt.

Corinna: Erstmal Hallo aus der Ferne, sind ja doch ein paar Kilometer dazwischen.

Arved: Aus welcher Ecke kommst du nochmal?

Corinna: Aus Berlin.

Beide: Ok, wow.

Corinna: Schon ein kleines Stück… Wollt ihr euch kurz vorstellen und was eure Positionen in der Band sind?

Inara: Ja, fang ich an. Ich bin die Inara und ich singe bei Vera Lux.
Arved: Und ich bin der Arved und ich spiel die Drehleiern, den Dudelsack und mach die Backgroundvocals und das Gebrülle, wenn man’s so nennen will (lächelt).

Corinna: Dazu hab ich gleich mal ne Frage. Wie kommt man dazu, Drehleier zu lernen? Hattest du da jemanden, der dich inspiriert hat oder hast du irgendwann gedacht, joa, das ist mal anderes?

Arved: Ich hab mit der Sackpfeife angefangen und hab lange Zeit Marktmusik gemacht. Irgendwann wurde Vera Lux zur Metalband und mein Lehrer, der mir schon die Sackpfeife beigebracht hat, spielt auch Drehleier. Das ist der Alexander Zwingmann.

Corinna: Ah ja, den kenne ich auch. (Anmerkung: der ist in der Marktszene und Folkszene ziemlich bekannt)

Arved: Ja, ehemals Ignis Fatuu und jetzt ganz oft auf dem MPS (Mittelalter Fantasie Spektakulum) im Workshopzelt zu sehen. Und da er auch aus Nürnberg kommt, ist es immer ganz easy gewesen, bei ihm vorbeizufahren und mal ne Stunde zu nehmen. Irgendwann kommt dann halt der Punkt, wo einem die acht Töne..ne..wie viel sind’s.. naja , die paar Töne, die man auf dem Dudelsack hat, nicht mehr reichen und man einfach mehr möchte. Da hat mich die Leier sofort in ihren Bann gezogen. Dadurch, dass ich sehr großer Eluveitie-Fan bin, hat mich dann die Anna Murphy natürlich doppelt inspiriert, damit anzufangen. Ja, das ist die Geschichte dazu (lacht).

Corinna: Das klingt auf jeden Fall sehr cool und auch, dass du dabei geblieben bist, ist sehr schön.

Arved: Ja, es sind schon ein paar Jahre.

Corinna: Und bei dir Inara, hast du ein bestimmtes Vorbild oder jemanden, der dich dazu inspiriert hat, mit Musik anzufangen?

Inara: Ja, bei mir war es eigentlich schon immer Floor Jansen, die war ja erst bei After Forever und ist jetzt bei Nightwish. Wow, Hammer..ich glaub, jede Sängerin mag die (lacht). Die kann so vieles, die hat so eine Bandbreite. Sie ist schon eine Inspiration, sie ist klasse. Und ja, gesungen habe ich eigentlich schon immer. Es gibt sogar Videos von mir, als ich klein war, wo ich gesungen habe. Da war es einfach nahelegend (lächelt).

Corinna: Ja, sehr schön! Ist Vera Lux jetzt für euch das erste Bandprojekt oder habt ihr vorher schon andere Projekte gehabt?

Inara: Früher hat es angefangen in Schulbands an der Gitarre und Gesang. Also es gibt ein paar Side-Projekte, aber das sind kleine. Vera Lux ist schon das, wo so das Herzblut ist und wo man gerne viel Zeit und Arbeit reinsteckt. Die anderen Sachen macht man dann auch, weil es einfach Spaß macht, Musik zu machen.

Arved: Ich hatte das Glück, als ich mit dem Marktzeug angefangen habe, dass ich da relativ schnell in eine Marktband gerutscht bin. Die nennt sich Weltenkrieger – Barden des Lichts. Die sind auch immernoch auf dem MPS zu finden und zu sehen und zu hören. Da dürfte ich drei tolle Jahre verbringen. Ja, so ungefähr drei Jahre müssten es sein… und während ich mit den Weltenkriegern umhergezogen bin, hab ich dann auch meine eigene Marktband gegründet. Irgendwann wurde das alles immer größer. Am Anfang waren wir ein Dudelsack, eine Davul, also zu zweit, dann kam unsere Geigerin Lykorias dazu. Und irgenwann kamen dann Bass, Gitarre und eben Inara noch in die Band. Dann wurde das Ganze immer härter und schlussendlich zur Metalband und wie Inara schon sagt, das Hauptprojekt, für das das Herz so schlägt und so kleine Projekte, in denen man sich verwirklicht.

Corinna: Voll schön auf jeden Fall. Es ist ja gerade auch ein bisschen schwierig von der Situation her. Viele Konzerte sind abgesagt worden oder mussten ausfallen. Aber wenn die Konzertsaison kommt, auf welche Festivals und Bands freut ihr euch besonders? Mit wem würdet ihr gern zusammen spielen?

Inara (zu Arved): Willst du, soll ich?
Arved: Also ich glaub, wir wissen alle, auf wen wir uns ganz besonders freuen. (grinst) Und zwar auf Ingrimm.
Inara (grinst auch): Sowieso!
Arved: Auf die freuen wir uns besonders. Das sind sehr, sehr gute Freunde von uns geworden. Wir haben halt in den letzten zwei Jahren viele Konzerte mit ihnen spielen dürfen. Die sind uns einfach super ans Herz gewachsen. Das sind supertolle Kollegen und Freunde. Wir haben auch viel geplant gehabt dieses Jahr, wir hätten gemeinsam in München, in Ansbach gespielt. Das ist leider alles flach gefallen. Aber wir freuen uns natürlich, wenn wir dann wieder gemeinsam spielen können. Wir haben auf jeden Fall was in petto, da wird dann wieder was organisiert.

Arved ( an Inara gerichtet): Auf wen freust du dich noch so?
Inara: Oh Gott,…ja man baut so zu den Bands, das sind ja alles Kollegen…das ist ja superklasse in der Szene, dass man so ein tolles Miteinander hat. Ich freu mich eigentlich immer, wenn man Bands, mit denen man mal gespielt hat, wiedersieht oder neue kennenlernen kann. In Brachmond haben wir auch super Freunde gefunden, mit Deus Vult sind wir befreundet. Da sind so viele Bands, mit denen wir uns gut verstehen, uns immer wieder austauschen, telefonieren und da freut man sich immer die Wolle, wenn man die sieht. Ja, das ist schon sehr, sehr schön.

Arved: Gerade die jungen Bands in der Szene sind gerade im regen Austausch miteinander. Es wird fleißig organisiert. Das ist ein tolles Miteinander. Auch in Haggefugg haben wir tolle Freunde gefunden.
Inara: Tolle Bands einfach und die Menschen dahinter sind einfach so klasse.

Arved: Und wir freuen uns immer, also das schönste ist eigentlich immer, wenn eine Anfrage reinkommt. So: Hey da und ist n Gig. Dann wird wieder was organisiert und wenn sich dann rauskristallisiert, mit wem man spielt, da ist eigentlich egal, wer da steht. Man freut sich immer wie Bolle drauf, einfach wieder die Kollegen zu sehen.

Corinna: Man merkt das auch sehr. So wie ihr erzählt, weil ihr die ganze Zeit lächelt und strahlt. Das ist echt schön zu sehen.

Inara: Das ist halt so ne Riesenfamilie. Das ist superschön.

Corinna: Dann Daumendrücken, dass es bald weitergehen kann.

Arved: Gerade für so junge Bands wie uns ist es ja nicht gerade leicht, Konzerte zu veranstalten. Vieles stellen wir ja noch selbst auf die Beine. und gerade da ist es schwer, wenn die Sachen, die man selbst organisiert und geplant hat mit anderen, flach fallen. Das ist einer der schönsten Aspekte, wenn es weitergeht.

Corinna: Auch wenn man euch nicht live genießen kann, gibt es trotzdem was auf die Ohren. Zur Veröffentlichung des neuen, eures ersten Albums gratuliere ich euch ganz herzlich. Wie war das für euch, als ihr gehört habt, dass das Release nicht wie geplant stattfinden kann?

Arved: Ja, einen Aspekt möchte ich auf jeden Fall erwähnen und zwar hatten wir das Release mit einem Konzert geplant, in unserer Heimat Nürnberg. Das Aurora-Fest. Da hätten wir auch Freunde von uns eingeladen, Brachmond, Tales of Ratatösk, Trollfaust..das wär‘ ne riesengroße Party geworden mit dem Release der CD. Das ist ja leider komplett ins Wasser gefallen, was sehr schade ist. Das Festival ist ja genauso auch so ein bisschen unser Baby geworden und konnte jetzt leider gar nicht stattfinden. Es wäre natürlich schön gewesen, das eben dieses Jahr mit der Platte zu verbinden. Hat leider nicht geklappt.

Inara: Ja, wir haben überlegt, ob wir das Album jetzt dann überhaupt releasen, weil es ja keine Release-Show gibt und man das Album ja gar nicht promoten kann. Man hat ja auch keine Möglichkeit, irgendwo zu spielen. Und dann haben wir uns überlegt: ne, vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht, das jetzt trotzdem zu veröffentlichen. Wir haben das einfach versucht und, ja, die Resonanz ist total positiv. Wir sind total happy und freuen uns auch sehr darüber.

Corinna: Also ich freu mich auch sehr darüber. Reingehört hab ich auch schon und mir gefällt es sehr, sehr gut. Vor allem weil ja auch viel mit Feuer dabei ist (grinst), das finde ich sehr schön. Aber mal zurück auf die Bühne, wenn auch gerade nur virtuell. Habt ihr vor Shows ein Ritual, das ihr zusammen durchführt, ehe es beginnt? Oder ist das geheim?

Inara (lacht): Ja, was machen wir vorher? Also wir versuchen, wenn es die Zeit zulässt, meistens ist es einfach zu stressig. Dann kommen wir nochmal alle zusammen und spornen uns nochmal an. Meistens macht der Arved noch ne kleine Ansage, so ne powervolle.

Arved: Wie in der Fußballkabine so.
Inara: Ja, dann machen wir noch so ein…ja, wie geschreibt man das? Wir schreien dann nochmal unseren Namen, so Arved fängt dann an mit “Vera” und wir dann “Lux”. Und dann geht’s los. So pusht man sich gegenseitig hoch, damit man eine gute Energie hat.

Arved (zu Inara): Natürlich nicht zu vergessen, von dir eingeführt, das obligatorische…
Inara: Ach so, ja das Pre-Selfie! (lacht) Das ist so mein Ding. Ich bin ja Social-Media-Beauftragte bei uns. Deshalb muss immer ein Selfie vor dem Auftritt gemacht werden, da guckt man noch frisch aus. (lacht)
Arved: Ja, das zieht sich durch, das Selfie.

Corinna: Zum Thema Aussehen: wer braucht denn am längsten zum Umziehen und Verwandeln, bevor es auf die Bühne geht?

Arved (deutet sofort auf Inara)
Inara: Ja, das bin dann wohl ich. Aber seit unser Drummer sich entschieden hat, auch Kajal tragen zu wollen, brauche ich noch länger. Ich bin quasi die Maskenbildnerin von der Band.
Arved: Das ist auch so ein Ritual, deshalb auch die anderen Namen auf der Bühne. Mit der Verwandlung und Bemalung entsteht dann Vera Lux.

Corinna: Gibt es jemanden bei euch in der Band, der anfällig für Unfälle oder einfach sehr tollpatschig ist? Wer fällt euch da als erstes ein?

Inara (schaut wissend zu Arved)

Corinna (lacht)

Arved: Nein, überhaupt nicht…(resigniert) Ja, doch. Was bescheuertes ist jedem irgendwie schon passiert, aber die meisten Böcke schieß da ich, glaub ich. Zum Beispiel, wir haben ja einen Auftritt dieses Jahr schon gespielt, noch im Februar. Da hab ich zum ersten Mal mein neues Pedalboard probiert. Und da gibt’s so n Stimmgerät, w oman draufdrücken kann und dann ist man quasi leise, gemutet. Dann kann man sich noch nachstimmen. Das ist natürlich ne super Technik. Ich hab mir das alles eingerichtet mit Funk und so, komplett mobil auf der Bühne und es war alles super.

Aber ich hab dann bei einem Song, einem, den wir besonders promoten wollten, und zwar “Aus dem Nichts”, unsern Titelsong von der neuen Platte, vergessen, dieses Mute-Pedal nach dem Stimmen wieder zu drücken, damit ich wieder zu hören bin. Das Ergebnis war dreineinhalb Minuten Ratlosigkeit des Tontechnikers (alle drei lachen). Der hat uns von hinten angestarrt und ist hin und her gerannt, weil er die Leier nicht mehr laut bekommen hat. Ich hab’s am Ende vom Lied, da spielen wir den Refrain nochmal eine Tonart höher, gemerkt und konnte auch die Leier wieder starten. Davor war ich auch ahnungslos, wieso funktioniert mein In-Ear nicht mehr, wieso hör ich mich nicht mehr? Ja, der Tontechniker war auch nicht ganz so amused, aber im Nachhinein war’s ne witzige Geschichte.

Corinna: Das sind auf jeden Fall die Geschichten, in denen man in fünf Jahren noch drüber lacht. Apropos fünf Jahre: nächstes Jahr feiert Vera Lux fünfjähriges Jubiläum. Habt ihr schon was in Planung?

Inara: Bis jetzt ist es ja generell noch schwierig, zu planen, weil wir ja auch immernoch nicht wissen, wie lange das Ganze anhält. Also wir hoffen natürlich nicht, dass das bis nächstes Jahr gehen wird. Wir haben deshalb auch unser Release noch nicht geplant, aber mal gucken. Aber wenn es wieder möglich ist, wird da bestimmt eine kleine Jubiläumsfeier stattfinden.

Arved: also wenn es im Rahmen des Möglichen liegt, dass wir unser Aurora-Fest wieder stattfinden lassen und das könnte man da natürlich wunderbar verknüpfen. Mal sehen, wie das Ganze dann ausschaut.

Corinna: Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und sollte das Aurora-Fest stattfinden, dann bin ich auf jeden Fall sehr, sehr gerne dabei.

Inara und Arved: Ja cool!

Corinna: 2019 gab es ja leider kein Aurora-Fest und 2020 ist es gezwungenermaßen ausgefallen. Da wäre es natürlich schön, wenn es nächstes Jahr stattfinden könnte.

Inara: Würdest du echt soweit fahren?

Corinna: Ja, definitiv. Vor zwei Jahren war ich auch da.

Inara: Hammer! Wow!
Arved: An dieser Stelle: Es ist echt super, dass Leute so weite Wege auf sich nehmen, um das zu genießen, das ist echt toll. Das bewegt uns auch immer wieder.

Corinna: Das ist doch ein schöner Schluss! Dann bedanke ich mich bei euch. Und bis bald!

Inara und Arved: Die Zeit nehmen wir uns gerne. Danke dir!

Wer gerne mehr über Vera Lux und vor allem die Platte “ Aus dem Nichts” erfahren möchte, der schaut am besten mal direkt bei Vera Lux vorbei!

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