Grave Digger – Fields Of Blood

verfasst von Kalle

Wenn man vom deutschen Metal spricht, dann fallen einen viele Bands ein. Im Thrash Metal hat man Destruction, Kreator, Sodom und Tankard an der Spitze, im Heavy Metal spielen Accept, Brainstorm, Helloween und Gamma Ray eine große Rolle. Und dann darf man die Legenden von Grave Digger nicht vergessen. Mittlerweile 40 Jahre sind sie im Geschäft und jetzt erscheint ihr bereits 20. Studioalbum. Man kann also sagen… alle zwei Jahre eine neue Platte. Ganz so genau war es natürlich nicht, aber jetzt kommt wieder ein Werk, da haben viele Fans drauf hingefiebert. Es ist nämlich die Fortsetzung ihrer Trilogie. „Tunes Of War“ (1996) und „The Clan Will Rise Again“ (2010) waren der Beginn der Highland Saga. Jetzt die letzte Platte und ja.. auch ich habe mich nach diesem Sound wieder gesehnt. Das sind Grave Digger mit ihrem ganz eigenem Sound und ohne Experimente. „The Living Dead“ ist mir ja nicht so gut bekommen, umso erfreuter bin ich über die Klänge der insgesamt 12 neuen Stücke.

Wer die ersten zwei Alben der Reihe kennt, der weiß… hier geht es melodisch und mit viel Riffgewitter zu. Und genau das schaffen Grave Digger auf dem neuen Langspieler wieder. Hymnenartige Tracks, die einfach ein Genuss sind. Man könnte meinen… sie haben die Platte gemacht um zu ihrer Stärke zurück zu finden, dabei haben sie sich gar nicht verschlechtert… hier und da ein paar Ausrutschersongs.. okay.. sind verziehen mit dem jetztigen Album. „Lions Of The Sea“ ging mir direkt beim ersten Hörn durch den Körper. Das Tempo des Schlagzeugs, die schönen klassischen Riffs.. hachja.. Metalherz… was willst du mehr? Nachdem ich meine Boxen ein wenig nachjustiert habe, kam der gute Druck auch voll rüber. Obwohl… hier und da… kommt ein wenig blechern rüber. Speziell in dem Hochgeschwindigkeitssong „Freedom“ ist mir das zu Beginn aufgefallen. Schon im ersten Durchlauf war wieder Schreibtischheadbangen angesagt. Cool fand ich die Einbindung von der Ansprache aus Braveheart, wenn auch nachgesprochen. Hier gehören musikalisch die Herren hin, das ist ihr Gebiet. Ich könnt mir Grave Digger ohne diese schottischen Hymnen nicht vorstellen.

Passend dazu gibt es einen Song, der nennt sich „Heart Of Scotland“. Dieser startet mit ein paar Drums und Dudelsäcken. Aufdrehen Leute… mehr kann ich euch da gar nicht empfehlen. Dieser Song treibt euren Nacken im Takt an. Schön tief und slow… mir gefällt diese düstere Art vom Song. Die Mehrstimmigkeit ist super eingesetzt… WOW. Chris Boltendahl und seine Stimme… klar die erkennt man immer wieder und auf diesem Album ist sie wieder stark. Ich wüsste auch niemanden, der die Songs so singen könnte wie er. Im letzten Drittel den Part hätte ich mir statt Gitarre vielleicht mehr Dudelsack gewünscht, aber das ist persönlicher Geschmack. Ich mag das Instrument einfach. Und Grave Digger haben immer ein Händchen für tolle Gesangspartner. Das beweist die Band im Song „Thousand Tears“, denn hier wurde sich Verstärkung von Noora (Battle Beast) geholt. Ihre markante Stimme ist, wie Chris seine, einfach grandios und in dieser Ballade harmonieren beide Stimmen fantastisch. Gänsehaut!

Man merkt auch stark, das die Platte ein kleiner Spielplatz für Axel Ritt an der Gitarre ist. Das er begnadet spielt, das sieht man auf jedem Live-Konzert, wenn er da kniet und sich biegt usw. Er lebt das Gitarrenspiel. Bei „Union Of The Crown“ musste ich ein wenig schmunzeln, denn viele Passagen haben mich dezent an den Song „Excalibur“ erinnert. Wenn ihr beide Tracks mal nacheinander hört, werdet ihr gewisse Ähnlichkeiten feststallen, speziell wenn der Refrain startet. Und im Gitarrensolopart merkt ihr die eben angesprochene Leidenschaft von Axel. „My Final Fight“ hakt mir ein wenig zu sehr von der Art und Weise… dieses Galoppartige in den Strophen gefällt nicht mir persönlich nicht so. Dafür kann der Refrain von der Art und Weise sehr überzeugen. „Gathering Of The Clans“ hat die Besonderheit, das er sehr lange ausfadet. Das hätte ich ehrlich gesagt beim Albumende erwartet und nicht mitten drin. „Barbarian“ hätte am Anfang glatt von Accept stammen können. Riffs und Drums… da dachte ich glatt mir singt Udo Dirkschneider gleich was vor.

Daran merkt ihr aber, wie vielseitig Grave Digger in ihrem Sound sind. Sie halten sich nicht an einem Stil fest, experimentieren aber zum Glück nicht so viel. Der Albumname hat auch einen Song… „Fields Of Blood“. Schon das Intro liebe ich ja… Dudelsack und Drums und Gitarre… ähm… mehr davon! Der Track ist tatsächlich mit die größte Überraschungskiste. Sei es vom Tempo, das im Intro erst gemütlich wirkt, dann im ersten Teil ordentlich anzieht, dann ins Mid-Tempo rutscht und joa… dann einen Chor hervor ruft. Noch überraschender war dann für mich das Ende der Platte. Keine epische Hymne, sondern ein Instrumental mit einer zarten Stimme am Ende, beschließt das Album. Mir fallen kaum noch Worte zu der Platte ein, weil ich so fasziniert bin. Ja ihr merkt.. ich mag Grave Digger und speziell ihre Songs über Schottland und die Geschichte um William Wallace usw. Braveheart ist nicht umsonst mein Lieblingsfilm… dennoch schaffen Grave Digger es musikalisch wieder grandios das Thema umzusetzen und einen geilen Rahmen zu geben. Anders kann ich es nicht sagen. Die Platte ist ordentlich abgemischt, die Songs bieten ordentlich Input… also mein Metalherz hat sich sehr gefreut. Ein Pflichtalbum für die Sammlung 2020!

Tracklist:

  1. The Clansman’s Journey
  2. All For The Kingdom
  3. Lions Of The Sea
  4. Freedom
  5. The Heart Of Scotland
  6. Thousand Tears
  7. Union Of The Crown
  8. My Final Fight
  9. Gathering Of The Clans
  10. Barbarian
  11. Fields Of Blood
  12. Requiem For The Fallen

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