Interview – Heavysaurus

27.03.2020
Mailinterview
Gast: Christof Leim (Riffi Raffi – Live-Gitarrist)
Interviewer: Kalle

Kalle: Hi Christof, du gehörst mit zu dem tollen Projekt Heavysaurus, welches es seit 2017 in Deutschland gibt. Eine Metalband für Kinder. Das Original stammt aus Finnland und ist dort sehr erfolgreich. Wie bist du das erste Mal auf Hevisaurus (finnische Schreibweise) aufmerksam geworden?

Christof: Das war vor Jahren, irgendwo im Netz ist mir ein Video der Finnen begegnet. Fand ich lustig, außerdem war mir klar: „Das kann nur aus Finnland kommen!“ 2017 dann bekam ich einen Anruf mit der Bitte, mal meine Musiker- und Szenekontakte zu bemühen, um eine deutsche Liveband zusammenzustellen. Da habe ich genauer hingehört und hingeguckt – und fand das so cool, dass ich die Gitarre gleich selbst spielen wollte. Daneben kümmere ich mich um das Management der deutschen Heavysaurus-Liveband. Mein Kollege Flip Klinger von The New Black spielt das Schlagzeug und ist der Tourleiter.

Kalle: Wie lange hat es dann gebraucht, das du zu diesem Projekt ja gesagt hast?

Christof: Fünf Minuten.

Kalle: Gibt es einen besonderen Unterschied in der Art der Musik, weil es für Kinder ist, oder ist es für dich als Gitarrist „nur“ eine weitere Band in der du spielst?

Christof: Es gibt keinen Unterschied. Das sind echt gute Songs! Nur die Texte handeln halt nicht von Wein, Weib und Gesang, sondern von Kaugummi, Schatzsuche und Freundschaft. Und als Gitarrist hat man da echt eine Menge zu tun, die Finnen schreddern ganz schön rein. Es gibt nur zwei Songs, die eher als Kinderlied zu bezeichnen sind, aber die kommen live bei den Kurzen super an, also passt das.

Kalle: Du hast mir am Telefon kurz gesagt, Heavysaurus hat mehrere Leute, die dahinter stecken und die Live-Band ist nicht gleich die Studioband. Da ist natürlich ein Vorteil durch die Kostüme vorhanden, dadurch das jeder ersetzbar ist. Weist du, warum man diese Unterschiede getroffen hat und nicht auf eine Stammbesetzung baut? Ist es wirklich der leichte Austausch, da so jeder in seinen anderen Bands un Projekten usw. tätig sein kann, Heavysaurus darunter aber nicht leidet?

Christof: Es gibt einen harten Kern an Heavysaurus-Livemusikern, aber wenn jemand mal nicht kann, muss die Show ja nicht ausfallen, nicht wahr? Das ist wie bei einem Musical.

Kalle: Ein Großteil der Lieder sind übersetzt vom Original. Da gibt es auf eurem zweiten Album u.a. das Lied über das Mammut. Das stammt schon aus 2010 in Finnland. Jetzt hab ich es auf Deutsch gehört und finde, diese Version von euch geht genauso unter die Haut. Hast du dich vorher mite Originaltiteln auseinander gesetzt?

Christof: Ich habe da mal reingehört, aber mein Finnisch ist so schlecht. Ich weiß nur ungefähr, was „Daheim saufen in der Unterhose“ heißt, kann mir aber das Wort nie zuverlässig merken.

Kalle: In euren Liveauftritten habt ihr die Kostüme an. Das ist sicher eine erschwerte Situation, da die Sicht stark eingeschränkt ist. Wie bereitet man sich auf solche Auftritte vor?

Christof: Eigentlich müssten wir alle mehr Sport treiben, glaube ich. Denn eine Stunde in dem Kostüm über die Bühne zu springen, ist echt anstrengend, vor allem im Sommer. Aber eines ist in der Vorbereitung einfacher: Um meine Frisur muss ich mir keine Sorgen machen…

Kalle: In Helsinki konnte ich Hevisaurus 2011 einmal live erleben und das Publikum bestand zum großen Teil aus Kindern… jedenfalls in den ersten Reihen. In Deutschland war das auf euren bisherigen Auftritten mit Heavysaurus ein wenig anders. Ihr habt nicht unbedingt immer um 15 Uhr gespielt und hattet die ersten zwanzig Reihen mit kleinen Kindern vollgepackt. Wie erklärst du dir die Faszination für Heavysaurus, speziell beim erwachsenem Publikum? Hat es mit dem Sound zu tun?

Christof: Die Unterscheidung stimmt nicht. Wir spielen ebenfalls nachmittags, und das Publikum besteht zum großen Teil aus Kindern, die eben von ihren Eltern begleitet werden. Eine Ausnahme war das Summer Breeze: Da standen mehrere Tausend (kein Witz) Leute vor der Bühne, und größtenteils Erwachsene. Das hat mir „ironischem“ Abfeiern dieser lustigen Dinos zu tun, aber auch damit, dass die Songs halt gut sind. Für Eltern liegt die Faszination (oder eher: der Vorteil) vermutlich darin, dass sie vernünftiges Zeug hören und nicht „Bi-Ba-Butzemann“, wenn die Kids ihre Lieblingslieder 200fach in Schleife laufen lassen. Die Kids finden Dinos toll, weil sie offensichtlich toll sind. Wir waren doch alle mal Fünf, oder?

Kalle: Auf eurem zweiten Album „Retter der Welt“ gibt es zwei sehr bekannte Melodien… „Rock You Like A Hurricane“ und „Eye Of The Tiger“. Wie seid ihr auf diese Songs gekommen und wie schwer hat es sich gestaltet dort einen passenden Songtext drauf zu packen?

Christof: Es standen mehrere Lieder zur Auswahl, und die haben am Besten funktioniert. Es sollten ja auch Kracher sein, die viele kennen. Die Eltern haben dann auch was davon. Die Betextung auf Deutsch lief wie bei den finnischen Liedern: Frank Ramond (Texter für Annett Lousin und Roger Cicero etwa) hat das übernommen.

Kalle: Wie muss man sich das speziell in diesen Fällen eigentlich vorstellen: Muss man die Originalkünstler um Erlaubnis fragen, das man ihre Melodie mit anderen Texten besetzen darf?

Christof: Da gibt es klare Regeln: Wenn man ein Lied bearbeiten (also ändern) und das veröffentlichen will, braucht man die Erlaubnis. Livespielen ist eine andere Sachen. J.B.O. kennen sich damit ganz gut aus, denke ich.

Kalle: Neben einigen lustigen Songs wie u.a. „Ugala Bugala“ oder „Ich will einen Milchshake“, habt ihr auf dem Album bewusst zwei Songs mit drauf, die auch schon ältere Kinder ansprechen. „Was willst du mal werden“ und „Wir Wollen Mobbingfrei!“. Ist Musik für euch eine gute Möglichkeit solch Botschaften oder Gedankengänge an Kinder zu vermitteln, da ihr darin auch pädagogische Möglichkeiten seht?

Christof: Auf jeden Fall. Das sind wichtige und richtige Themen, der Titelsong „Retter der Welt“ gehört ebenfalls dazu.

Kalle: Zum Schluss eine Frage, die ein wenig vorraus schaut. Werden Heavysaurus weiter bei Lieder für Kinder bleiben und sich an das Original aus Finnland halten oder kann man damit rechnen, das dieses Projekt auch Songs für die „ältere“ Generation schreiben und spielen wird?

Christof: Heavysaurus ist eine Band für Kinder, das wird so bleiben.

Kalle: Ich danke dir ganz herzlich, das du dir die Zeit genommen hast und ich bin gespannt wie die Platte bei Groß und Klein ankommen wird. Mir gefällt sie sehr und ich freue mich, euch dann auch einmal bald live erleben zu können.

Christof: Wunderbar. Die Platte ist am 27.3. erschienen, alle Links zum Hšren gibt es hier: https://europa.lnk.to/Heavysaurus-Retter . An den Tourdaten ändert sich leider eine Menge gerade, alle aktuellen Daten stehen hier: www.heavysaurus.de/live

Danke & Gruß,
Christof

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