Rock meets Classic 2020

10.03.2020
Tempodrom
Berlin

verfasst von Kalle

Puuuh.. gerade noch einmal Glück gehabt, denn mit der Show in Berlin fand leider das letzte Konzert in diesem Jahr von Rock meets Classic statt. Grund dafür ist natürlich die Auflage im Zuge des Coronavirus, das Veranstaltungen mit einer gewissen Anzahl an Personen nicht mehr stattfinden durften. Berlin hatte also an diesem Abend noch einmal Glück. Leider merkte man aber schon eine gewisse Stimmung im Vorfeld. Das Tempodrom war auch nicht komplett ausverkauft, dennoch waren mehr da, als ich persönlich erwartet hatte. Das lag aber nicht an dem Line-Up, denn das war wie immer super gewählt. Ein komisches Gefühl blieb aber dennoch und das trübte die gesamte Stimmung im Tempodrom.

Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten und man sich ein wenig unterhielt, ging es um kurz nach 20 Uhr los. Das Rock meets Symphony Orchestra und die Mat Sinner Band eröffneten den Abend mit einem Queen Medley. Die Backgroundsänger u.a. Sascha Krebs, durften Songs wie „Tie Your Mother Down“, „We Will Rock You“ oder „I Want It All“ zelebrieren. Direkt wurde das Publikum mit eingebunden. Das hielt sich aber noch verhalten zurück. Mir ist direkt aufgefallen, das es neue Gesichter in der Band gab. Zwei neue Backgroundsängerinnen, eine neue Keyboarderin und ein neuen Schlagzeuger. Da war ich ein wenig überrascht, hatte doch der letzte Keyboarder irgendwie einen gewissen Status bei Fans und Co. Die Gründe für sein Wegbleiben sind mir unbekannt. Die neue Dame hieß Lisa Müller und ihr Bruder Moritz war an den Drums. Soundtechnisch blieb das Orchester zu Beginn noch im Vordergrund, was sich aber rasch änderte, als die Band voll eingesetzt hat. Da gingen leider die talentieren Musiker an den Streichern usw. unter. Dominant waren dafür dann die Gitarristen und Co. Aber es heißt ja auch Rock meets Classic und so darf der Rock natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Wer meine Berichte aus den letzten Jahren kennt, der weis, ich bin ein großer Fan dieser Konzertreihe und immer wieder überrascht, wer alles mit auf der Bühne steht. In diesem Jahr waren wieder einige großartige Künstler mit dabei, die man zwar durch Songs kannte, aber so noch nie live erleben durfte. Danny Bowes und Luke Morley von Thunder machten an diesem Abend den Auftakt. Die Band ist, wenn man mal im Vergleich schaut, noch recht jung… erst 1989 in London gegründet, dennoch gehört sie für viele Fans zu den Größen der Szene. Aus meiner Sicht auch verdient. Ihr Set begann mit dem Klassiker „Gimme Some Lovin“. Die Animationsversuche dauerten ein wenig, aber dann standen schon die ersten Fans im Publikum. Der Sound brauchte ein wenig sich zu pegeln. „Low Life In High Places“ war der zweite Song im ersten Part von Thunder. Es geht mit einer Akustikgitarre los und dann nach und nach baut sich der Song sehr stark auf. Das Musikvideo von damals ist ja auf einem Dach entstanden, falls ihr es noch nicht kennt.. schaut es euch mal an. Da hat man noch großen Aufwand für Clips betrieben. Stimmlich war das eine großartige Nummer an diesem Abend. Danny Bowes legte am Ende ein Scream hin… da wollte das Publikum schon applaudieren, doch er lies sie nicht. Das sorgte für einige schöne Lacher im Publikum und auf der Bühne.

Generell stand der Spaß im Vordergrund, und das merkte man auf der Bühne sofort. Die Musiker untereinander lachten viel und versprühten den Spaß. Das tat gut zu sehen, denn so konnte man mal von den ganzen Nachrichten abgelenkt werden. Robert Hart war der zweite Gast auf der Bühne. Er ist einer der Sänger von Bad Company gewesen und aktuell der Sänger der Manfred Mann´s Earth Band. Er sang die Songs „Bad Company“ und den großartigen Klassiker „Davy´s On The Road Again“. Zack schon sang das Publikum ordentlich mit. Klar.. es war schon einmal mehr Stimmung bei Rock meets Classic, dennoch… das war für den Abend echt gut. Was mir sehr gefallen hat, war die Lichtshow. Hin und wieder konnte ich den Lichttechniker beobachten und das war total schön zu sehen, wie er seine Tasten bedient hat. Es hatte was von einem Klavierspiel. Leider hatte sein Kollege am Sound nicht so ein Talent für sein Handwerk. Es kann an der Akustik im Tempodrom liegen, die von Platz zu Platz wirklich unterschiedlich ist, aber an diesem Abend an unserem Platz war der Sound nicht so optimal. Sehr basslastig und dumpf wirkend, zudem geriet auch hier das Orchester leider wieder in den Hintergrund. Dafür war das Keyboardsolo umso schöner zu hören.

Der nächste Gast war Robin Zander von Cheap Trick. Man sah im Publikum tatsächlich ein paar ratlose Blicke, wer denn diese Band sei. Allerdings, und das muss ich zugeben, kenne ich auch nicht so viele Songs von ihnen. „Hello There“ sagte mir zum Beispiel gar nix, dafür der Track „Dream Police“. Zu dem Song wurde die Bühne in rote und blaue Farben getaucht. Was allerdings die Achterbahnanimation auf der Leinwand hinter dem Orchester sollte, wird mir keiner beantworten können. Das Outfit von Robin war witzig, zumal es nicht das einzigste Outfit an diesem Abend bleiben sollte. Mit dem Klassiker „Surrender“ ging dann runter wie Butter. Er legte die Sonnenbrille ab und sang mit guter Stimme und dem Support vom Publikum. Die Überraschung des Abends war dann Joyce Kennedy von Mother´s Finest. Wow… was für eine Powerfrau und was eine Frisur. Erst dachte ich, da hat der Hausmeister den Wischmopp abgelegt, doch dann wurde ich auf einen langen Zopf hingewiesen, der noch zur Frisur gehörte. Das war der Hammer. Gleiches gilt für die Stimmfarbe von ihr. Erst fehlte ein wenig der Druck, doch als sie sich richtig in „My Badd“ reingesungen hat, ging „Baby Jean“ richtig steil. Was für Screams! Zusätzlich gab es eine Untermalung durch Feuerfontänen, die hier und da schon den ganzen Abend eingesetzt wurden und am Ende noch zum Einsatz kamen.

Ihr zweiter Song war „Baby Love“, ebenfalls ein Klassiker aus den guten alten Tagen. Zunächst wurde sie in der Version vom Keyboard begleitet, bevor die Band und das Orchester einstiegen. Irgendwann im Song lag Joyce dann am Boden und ging ab. Hinzu kam ein Scream, ganz ohne Mikrofon, der einen echt den Atem raubt. Wahnsinn, wo sie die Stimme hergeholt hat. Zurecht wurde sie dann vom Publikum für diesen Auftritt gefeiert. Allerdings war es ein sehr kurzer Auftritt, denn anders als die meisten Künstler, hatte sie nur diese zwei Songs und kam erst zum Finale wieder.

Zunächst spielte das Orchster ein Song, welcher die Hymne von Rock meets Classic zu sein scheint. Es gab ein Duell zwischen den ersten zwei Geigenspielerinnen und den zwei Herren an der Gitarre. Optisch haben die Mädels gewonnen und spielerisch würde ich unentschieden sagen. Alex Beyrodt und Tom Naumann wussten wie immer mit ihren Saiten umzugehen. Alex erinnerte mich wieder mal ein wenig an Slash, cool und professionell und immer ordentlich am posen. Die zwei Jungs sorgten für echt geile Gitarrensoloparts, die das Publikum faszinierten. Es ging in den zweiten Teil der Show und das ohne Pause.

Die Herern von Thunder standen wieder auf der Bühne und spielten zunächst „Love Walked In“. Der Song erinnerte mich irgendwie stark an DIO. Stimmlich und musikalisch hatte das einge große Ähnlichkeit. In dem Song stach besonders das Gitarrensolo heraus… zum niederknien sag ich euch. Um ihren Auftritt dann abzuschließen feuerten sie dann „Dirty Love“ raus. Ihr könnt euch vorstellen, das jetzt das Tempodrom so richtig aufwachte. Das ist so ein grandioser Song, der einfach keine schleche Laune zulässt, auch wenn der Text jetzt nicht so die Jubelhymne ist. Egal.. es wurde getanzt, geschunkelt und genossen, jeder wie er es sein Alter entsprechend tun konnte. Allerdings trübte mich ein wenig der Fakt, das auch hier das Orchester ein wenig unterging und somit die tollen Zusammenspiele zwischen Rock und Classic ein wenig untergingen. Doch bleiben wir direkt bei Klassikern, denn Robert Hart betrat wieder die Bühne und jetzt kamen mit „For You“ und „Mighty Quinn“ zwei Songs, die wirklich jeder im Saal kennen musste. „For You“ wurde ordentlich getanzt und bei „Mighty Quinn“ erinnerte mich das Intro irgendwie an die Sesamstraße. Fragt mich bitte nicht, wie ich auf diesen Vergleich gekommen bin. Auf der Bühne wurde jedenfalls fleißig geheadbangt, was zu diesem Song ein wenig überraschte, aber hey… warum nicht.

Robin Zander durfte dann ebenfalls noch einmal die Bühne betreten und spielte die Titel „The Flame“ und den großen Hit „I Want You To Want Me“. Sehr cooles Outfit wieder gewählt und die Stimmung im Saal hochgehalten. Allerdings war der Applaus recht verhalten, was ich persönlich nicht ganz verstehen konnte. Nunja… es wurde dann Zeit für den Headliner des Abends. Er war erst wenige Monate vorher in Berlin, mit seiner Headlinershow, und jetzt als der große Name der Tour wieder mit dabei. Die Rede ist von Alice Cooper.

Der Mann ist 72 Jahre alt und steht immernoch so fit auf der Bühne. Da muss man glatt den Hut vor ziehen. Die Halle zollt den Respekt, in dem sie praktisch kollektiv aufgestanden ist. Mit „No More Mr. Nice Guy“ eröffnet er sein Set. Er ist ein typischer Entertainer auf der Bühne, doch an diesem Abend fehlte mir das gewisse Etwas. Es wirkte zu einstudiert, wenig locker… eher verkrampft bei ihm. Als wenn wenig die Lust fehlen würde. Den gleichen Eindruck hatten einige Fans auch, mit denen ich nach der Show kurz sprach oder was man dann in der Bahn so mithören konnte. Das zog sich leider durch sein gesamtes Set, obwohl er gut bei Stimme ist, gar keine Frage. Dennoch spielte auch hier der Sound für mich eine kleine negative Rolle. Die Drums waren für meinen Geschmack zu dominant, was auch für den Bass galt. Ach… ich hab ja fast vergessen… Alice kam ja nicht allein. Tommy Hendriksen, sein Gitarrist von den Hollywood Vampires, hat ihn begleitet. Der wirkte ein wenig schüchtern auf der Bühne, spielte aber wie einer der ganz Großen. Der Typ kann was.

Im Set ging es mit „Under My Wheels“, „Bed Of Nails“ und „Man Behind The Mask“ weiter. Ich kann nicht viel dazu sagen, da nicht so viel passiert ist. Alice ist halt Alice… den muss man erleben. Und da wo er ist, ist seine Frau nicht weit. Bei „Only Woman Bleed“ trat sie im Brautkleid mit Kerzenleuchter, Blumenstrauß und geschminkt auf die Bühne und umgarnte ihren Mann. Alice saß derweil auf einer Tonne. Aus den Bumen kam dann ein Dolch zum Vorschein und der Rest ist halt Show 😀 Es ging über in den Hit von Alice… „Poison“. Klar.. jetzt war Finale angesagt und es gab noch einmal Pyro und Luftschlangen und das Publikum sang ordentlich mit. Und das große Finale?

Das durften dann alle bestreiten. Mat rief alle Künstler des Abends noch einmal auf die Bühne, stellte dabei die Band und das Orchester noch einmal vor und dann ging es in „Schools Out“ noch einmal ordentlich rund. Alles in Allem wieder ein toller und schöner Konzertabend. Leider wurde dann danach der Rest der Tour gestrichen und auf 2021 verschoben. Daher freuen wir uns auf das nächste Jahr, denn es wurde schon bekannt gegeben, das man versucht alle Künstler aus diesem Jahr, mit den Künsltern für 2021 in eine Show zu bringen. Das wäre natürlich ein großes Highlight und ganz ehrlich… das dürft ihr nicht verpassen. Rock Meets Classic ist immer ein Besuch wert! Danke an alle Mitglieder, egal ob auf oder hinter oder vor der Bühne für ein solch tolles Konzept und super Umsetzung.

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