Tenacious D

Support: Wynchester
17.02.2020
Max-Schmeling Halle
Berlin

verfasst von Kalle

Kennt ihr solch Konzerte, wo ihr wisst… da muss man einmal im Leben dabei gewesen sein, da man sich sonst tierisch in den Hintern beist, wenn man sie verpasst. Tenacious D sind eine solche Band für mich. Vor einigen Jahren spielten sie bereits in Berlin und damals konnte ich die Show nicht sehen. Dieses Mal wäre es auch fast wieder schief gegangen. Meine Akkreditierungsanfrage hatte ich Monate vor dem Konzert geschrieben, doch irgendwie war ein Fehler in der Mailadresse, was mir erst zwei Tage vor der Show aufgefallen ist. Schön blöd muss ich mir selbst eingestehen. Also schnell irgendwie alle Hebel in Bewegung gesetzt und irgendwie versucht noch einen Platz zu ergattern. Dank einer guten Freundin hat es dann auch kurz vor knapp noch geklappt und so ging es nach Feierabend kurz nach Hause und dann ab zur Location.

Allerdings ist Berlin gerne mal bekannt für Chaos im Berufsverkehr. S-Bahn Signalstörungen an allen Ecken und aus einer halben Stunde Heimfahrt wurde fast über eine ganze Stunde. Dennoch war genug Zeit um zur Halle zu kommen. 18 Uhr war der Einlassbeginn und für 20 Uhr der Support angesetzt. Da haben es sich Tenacious D recht einfach gemacht, nutzten sie doch direkt zwei Musiker aus ihrer bzw. Kyle seiner Band. Das Duo stand mit zwei Akustikgitarren pünktlich auf der Bühne, die wie eine Art Theaterbühne aussah, da der Vorhang als Leinwand diente und zwei starke Beamer ein Vorhang zauberten. Die gut 25 Minuten Set spielten die Zwei ein paar Country und Hillbilly Tracks, sowie ein Cover von Dio. Die Fans waren begeistert und applaudierten hier und da echt frenetisch. Das Publikum war eh sehr überraschend. Viele junge Fans fanden sich ein und die Halle war, bis auf wenige Plätze im Oberrang komplett gefüllt. Das war an diesem Abend keine Selbstverständlichkeit, spielten Slipknot zur gleichen Zeit in der Mercedes-Benz Arena. Und ein Eintrittpreis von gut 69 Euro im Stehplatzsektor, ist auch nicht Ohne. Aber wie ich eingangs schon sagte… es ist eine Band, die muss man erlebt haben, wenn man u.a. auch den Film „The Pick Of Destiny“ gesehen hat. Kult kostet heutzutage leider.

Doch wer das Geld aufbringen konnte, der wurde nicht enttäuscht. Der Umbau verlief recht zügig und um 21 Uhr ging das Licht in der Halle aus. Der Vorhang ist aber nicht gefallen, denn wie erwähnt, diente er als Leinwand. Der erste Teil der Show bestand aus Video und Songs, wobei die Videos mehr als Comic dargestellt wurden. Es drehte sich natürlich um „Post-Apocalypto“. Die Clips gab es in Originalsprache und dazu deutsche Untertitel. Allerdings wurden nicht alles Sätze übersetzt und manch Schreibweisen waren auch sehr gewöhnungsbedürftig. Da war kein Profi am Werk, aber es war lustig. Das galt auch für die Clips und die Songs. Überall hat man Tränen gelacht, da die Komik einfach auf den Punkt war. Manchmal etwas stumpf oder eben mehr FSK 18, aber das ist halt das, was man von den Zwei erwarten konnte. Jack Black und Kyle Gass standen hinter dem Vorhang und sangen die passenden Songs. Ob sie jetzt auch die Stimmen direkt live gesprochen haben, das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, hier und da klang es aber so. Man hat sich hier gut was einfallen lassen.

U.a. wurde ein Teil gezeigt, wo Frauen die Welt regieren. Die weiblichen Fans im Publikum haben das mächtig gefeiert, während vereinzelte Buh-Rufe von den Männern kam. In einer anderen Szene stand Jack in der Rakete und Kyle wurde zurück gelassen. Der Bildschirm war nun geteilt und Jack stand auf einem Podest, so als wenn er in der Rakete durch das Fenster schauen würde. Es war einfach sehr unterhaltsam. Schon jetzt wurden die Lachmuskeln arg strapaziert. Dann endlich fiel der Vorhang und die Zwei traten, unter frenetischem Jubel, nach Vorne. Die Monitorboxen wurden von der Crew schnell mitgezogen und so stand dem zweiten Teil der Show nix mehr im Wege. Es war der Part der Greatest Hits. Jack war schon mächtig am schwitzen. Eigentlich hatte er vor sein Shirt auszuziehen, tat es dann aber doch nicht. Kam wohl nicht ganz raus. Der Rest der Band blieb im Hintergrund stehen. Von der Seite, wo ich saß, konnte ich nur den Gitarristen sehen. Der Schlagzeuger und der Bassist waren noch durch einen Teil der Leinwand verdeckt. Dort wurden auch jetzt wieder einige Projektionen gezeigt.

Hier und da entdeckte man dann ein paar kleine Moshpits und vereinzelt gab es in einigen Songs auch Crowdsurfer. Auf der Bühne sorgte vor allem Jack Black für große Unterhaltung. Egal ob ein elektrisches Mini-Saxophon, welches Funky Sound spielte, zum Einsatz kam und die Halle zu wilden Tanzeinlagen einlud oder seine Performance um eine Wasserflasche zu bekommen bzw. auch von seiner Crew auf die Beine gestellt zu werden. Es war eine pure Unterhaltung. Dafür verbeugten sich die Zwei auch immer wieder elegant. Es wurde aber auch kritisch. Einer meiner Lieblingssongs ist „Master Exploder“. Dieser wurde tatsächlich gespielt… und eigentlich dachte man… das bekommen sie Live auch so gut hin. Lustigerweise haben sie hier eine absichtliche Panne eingebaut, welche einen Hänger darstellte. Ton und Video passten nicht mehr zusammen und es gab ein Testbild. Daraufhin verlies Kyle die Bühne und Jack versuchte ihn mit einem Lied wieder auf die Bühne zu bekommen, was dann auch klappte. Zu Songs wie „Kickapoo“ oder „The Metal“ oder „Beelzeboos“ sang die Halle richtig lautstark mit. Das war beeindruckend, wie textsicher manch Fans waren.

Zu „Tribute“ wurde die Bühne dann mit Bodennebel eingehüllt und es gab echt Gänsehaut bei mir. Wow… das hätte echt Stunden so weitergehen können. Es gab neben einen tollen Flötensolo von Kyle jede Menge Einzelsolos, speziell bei der Bandvorstellung. Außergewöhnlich war dann ein Lichtsolo. Da bekam der Lichttechniker mal eine ganz andere Aufmerksamkeit. Um kurz vor 23 Uhr war dann mit dem offiziellen Set Schluss. Es gab mit dem Eminem Cover „Lose Yourself“ einen kleinen Eindruck, was die Jungs noch so drauf haben. Der letzte Song war „Fuck Her Gently“. Danach wurde sich artig verbeugt und der Applaus der Halle mitgenommen. Zwei Stunden Set waren so schnell rum… unglaublich. Und jede Minute davon hat sich gelohnt. Super Sound, tolle Animationen, starke Band und zwei Hauptpersonen, die sich so super ergänzen… das war Spitze. Manchmal braucht es eben nicht viel auf der Bühne um für viele Highlights zu sorgen. Danke an die Crew und Co. für diesen reibungslosen Ablauf! Dieses Konzert wird lange in Erinnerung bleiben und ich konnte wieder eine Band von meiner Must See Liste streichen.

Post-Apocalypto:

POST-APOCALYPTO THEME
Film: „Chapter 1 – Hope“
HOPE
Film: „Chapter 2 – Cave“
MAKING LOVE
Film: „Chapter 3 – Space“
Film: „Chapter 2 – Cave“ / Film: „Chapter 3 – Space“
FUCK YO-YO MA
Film: „Chapter 3 – Space“ / „Chapter 4 – Robot“
DADDY DING DONG
Film: „Chapter 4 – Robot“
ROBOT
Film: „Chapter 4 – Robot“ / „Chapter 5 – Donald“
COLORS
Film: „Chapter 5 – Donald“ / „Chapter 6 – Home“
JB JR RAP
WOMAN TIME
SAVE THE WORLD
POST-APOCALYPTO THEME (REPRISE)

Greatest Hits:
Rize of the Fenix
Low Hangin‘ Fruit
Sax-a-Boom
Roadie
Master Exploder
Dude (I Totally Miss You)
Kickapoo
Beelzeboss (The Final Showdown)
The Metal
Wonderboy
Tribute
Double Team

Zugaben:
Lose Yourself (Eminem cover) (teilweise)
Fuck Her Gently

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