Kvelertak – Splid

verfasst von: Carina

Hardcore Punk meets Extreme Metal meets Rock ’n‘ Roll. Wer sich unter der Mischung nichts vorstellen kann, hat hier die Jungs von Kvelertak aus Norwegen verpasst. Mit ihrem neuen Album „Splid“, dem ersten Album mit Sänger Ivar Nikolaisen, gibt es neben norwegischen Titeln auch die ersten englischen Titel zu hören. Thematisch liegt das Album im hier und jetzt. Maßlosigkeit, Unersättlichkeit, die eigene Dummheit und eine Erde am Abgrund, so beschreibt die Band das Album. Und recht haben sie, wenn man sich das aktuelle Weltgeschehen und die Menschheit betrachtet. Ein Schlag mitten ins Gesicht ohne politisch zu wirken. Wiedermal beweisen die Jungs das aktuelle Thematik und gute Musik nicht nur zusammenpassen, sondern auch Augen öffnen können, wenn man sich darauf einlässt.

Aber genug Geschwafel von Weltverbesserung, Fehlern der Menschheit und ähnliches, hier steht die Musik im Vordergrund. Produziert wurde das Album fernab der Heimat im Godcity Studio Salem, Massachusetts von Kurt Ballou (u.a. Darkest Hour und Chelsea Wolfe), als Gaststimme konnte Troy Sanders von Mastodon verpflichtet werden. „Wir haben uns in den letzten zwölf Monaten gegenseitig bis an unsere Grenzen gebracht – musikalisch, körperlich und auch mental. Das Ergebnis ist eine Stunde voller packender Riffs, Punk Rock und Heavy Metal. Das alles geprägt von einer Welt voller Zwietracht und Konflikte, die uns auf dem Weg nach Ragnarok begleiten“, so die Band wörtlich zum Album.

Hierbei muss ich sagen, das ich erst jetzt zur Band gestoßen bin, trotz Empfehlungen und gerade jetzt frag ich mich: warum nicht eigentlich früher? Mit „Splid“ wird das gegebene Versprechen nach geilen Riffs, gutem Punk Rock in Kombination mit geilem Heavy Metal gehalten. Schon beim ersten Song „Rogaland“ klappt mir die Kinnlade runter. Auch wenn der Song recht ruhig beginnt und sich langsam immer weiter aufbaut bis die erste Strophe naht, zieht er einen schon schnell in seinen Bann. Sehr gefallen mir hier die übersteuerten Gitarren, die sehr an den klassischen Punk erinnern und nochmal ein wenig mehr ins Gesicht treten. Mit einer bekannten Stimme wird der Übergang zu „Crack Of Doom“ eingeleitet. Wie oben schon angekündigt gesellt sich hier Troy Sanders dazu und verleiht dem Track eine gewisse Tiefe. Ivar und Troy bilden ein unglaubliches gesangliches Duo, das ich nirgends zuvor gehört habe. Mit „Necrosoft“ und „Discord“ werden uns auch die letzten beiden englischen Titel des Albums geliefert. Zwei überaus mitreißende Songs, bei denen die Riffs on Point sind und vor allem Schlagzeuger Håvard Takle Ohr in „Discord“ sein Können unter Beweis stellt und kein Stein auf dem anderen lässt. Aber ab hier müssen wir uns schon von den englischen Titeln verabschieden. Schön war es mir euch, aber Kvelertak wären nicht Kvelertak, wenn nicht eine ordentliche Portion norwegischer Songs dabei wären.

Und begrüßt werden wir direkt mit der ersten Single Auskopplung „Bråtebrann“. Einem melodischerem Song, der eher vergleichsweise in den Metal überschlägt und die Brücke zum Punk nur von Sänger Ivar geschlagen wird. Gitarrist und Backgroundvocal Maciek Ofsad besticht durch seinen gutturalen Gesang im Refrain. Wer hierbei von den drei, ja richtig drei, Gitarristen spielt, kann ich hier leider nicht sagen, aber es fetzt, ohne zu klobig zu wirken. Ich könnt mich hier jetzt weiter mit jedem Song einzeln befassen, aber leider fehlen mir hier ein wenig die Kenntnisse zur Sprache um noch tiefer darauf eingehen zu können. Stellenweise erinnert mich die Band vom Sound her aber an die ersten Punkbands. Verzerrte Gitarren, Schlagzeug direkt auf die 12 und ein Sänger, der mit seiner kratzigen Stimme die ganze Welt verflucht. Dennoch gibt es hier und da einige persönliche Herzstücke. „Tevling“ verzaubert mit seinen ruhigen Akkorden, das ganze Album wird kurz vor dem Ende ein wenig entschleunigt und lässt den Hörer noch ein paar Reserven sammeln, bevor es in die letzten Songs des Albums geht. Wer es gern ein wenig kontrovers mag, dem ist mit „Delirium Tremens“ geholfen. Es klingt sehr nach einer Ballade, man könnte fast schon abschalten und ein wenig vor sich hin träumen… aber nein, die Jungs wollen es wissen. Gerade denn, wenn man sich in den Klängen verliert, geben sie richtig Vollgas und zerstören buchstäblich alles. Zum Abschluss des Ganzen wird einem von „Ved Bredden Av Nihil“ der Kopf, sofern er noch da ist, wieder zurechtgerückt. Die letzte instrumentale Bridge sitzt wie eine Eins und ich könnt mir kein besseren Abschluss zu diesem Album wünschen.

Fazit:

Was soll ich sagen Jungs und Mädels. Kvelertak haben sich nicht nur neu erfunden, sondern gleichzeitig das letzte Album mehr als nur überflügelt. Selten das ich von einem Werk so fasziniert bin wie von „Splid“. Ich will hier dem ehemaligen Sänger Erlend Hjelvik weder sein Talent, noch sonst irgendwas absprechen, aber mit Ivar Nikolaisen hat die Band einen Sänger gefunden, mit dem sie in neue Höhen durchstarten können. Der Mix aus englischen und norwegischen Texten legt den Grundstein für mehr in die Richtung ohne vom eigentlichen Konstrukt ganz abzukommen. Das Album kann ich nur weiterempfehlen, auch wenn die Umstellung von Erlend zu Ivar als Sänger noch ein wenig Zeit bedarf. Aber je öfter man „Splid“ hört, umso gängiger wird das ganze Album und macht immer mehr Spaß.

Tracklist

  1. Rogaland
  2. Crack Of Doom feat. Troy Sanders
  3. Necrosoft
  4. Discord
  5. Bråtebrann
  6. Uglas Hegemoni
  7. Fanden Ta Dette Hull!
  8. Tevling
  9. Stevnemøte Med Satan
  10. Delirium Tremens
  11. Ved Bredden Av Nihil

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