Sabaton

Support: Amaranthe, Apocalyptica
25.01.2020
Max-Schmeling-Halle
Berlin


geschrieben von Samantha R.

Ich bin die Erste in der komplett ausverkauften Max-Schmeling-Halle. Alle der ca. 11 000 Plätze stehen noch leer. Um Punkt 17:30 öffnen sich die Tore und die Fans stürmen hinein, um sich einen der begehrtesten Plätze in der ersten Reihe zu sichern. Es dauert nicht lange und schon sehe ich um mich herum eine schwarze Masse. Wie es so üblich ist vertreibt man sich die Zeit bevor das Konzert beginnt, mit Bier und netten Unterhaltungen mit den ‚Nachbarn‘ die gerade neben, oder hinter einem stehen. Alle sind freundlich und freuen sich auf die bevorstehenden Bands. Besonders Sabaton.

Um 19 Uhr beginnen Amaranthe an die Masse aufzuheizen. Die Melodische Death-Metal Band aus Schweden begeistert die Masse vor allem durch ihren besonderen Stil des Gesanges. Die Sängerin Elize und die Sänger Henrik und Nils wissen ihre unterschiedlichen Stimmen gegen und miteinander erklingen zu lassen. Es wird kräftig geheadbanged.

Nach einer kurzen Umbaupause kommen Apocalyptica aus Finnland, mit ihren Cellos auf die Bühne. Epische Hintergrundvideos sind auf einer großen Leinwand zu sehen und ziehen alle Blicke auf sich. Die Bühne gleicht einem Orchester. Das eher harte Schlagzeug und die drei Cellos ergänzen sich überraschend gut. Sie spielen Akustische Songs ihrer eigenen Alben und bekannte Lieder wie von Metallica ‚NothingElse Matters‘. Das Publikum wippt im Takt nach links und rechts. Eine Überraschung gab es, als nochmals Sängerin Elize auf die Bühne kam und ihre kräftige Stimme für drei Songs mit den Cellisten von Apocalyptica erklang.

Die nächste Umbaupause dauerte etwas länger aber um 21 Uhr fing endlich das Highlight des Abends an. Sabaton kamen auf die Bühne. Das Bühnenbild erinnert an den Krieg. Stacheldrähte, ein mächtiger Panzer und die Videos auf der Leinwand entführen einen in die Welt ihrer Songs. Das Publikum ist am gröhlen und feiern, als die fünf Jungs aus Schweden mit einem altbekannten Lied beginnen: Ghost Division! Die Menge ist am Eskalieren. Die gesamte Show über beeindrucken uns die Band mit ihrer Vielfältigkeit. Outfits werden den Liedern und den Themen angepasst, genauso wie das Bühnenbild.

Nach dem Titelsong ihres neuen Albums ‚The Great War‘ verlassen Sabaton die Bühne und kommen mit Gasmasken und Nebelwerfern in der Hand zurück. Passend für ihren nächsten Song ‚The Attack Of The Dead Man‘ taucht sich die Bühne in Giftgrünen Nebel. Die Angst der Soldaten im 1. Weltkrieg wird schon fast greifbar.

Ganz anders als beim heroischen Lied ‚The Red Baron‘, bei dem ein als rotes Flugzeug getarntes Klavier zum Vorschein kommt. Die Band animiert zum Springen und passend zum Refrain, in dem es heißt Higher, fühlt es sich für einen kurzen Augenblick so an als würde die Masse fliegen. Durch die springende und feiernde Menge wird die Security gezwungen die Absperrung in der ersten Reihe festzuhalten damit diese nicht umfällt.

Die Stimmung ist während des gesamten Konzertes auf einem Hochpunkt. Flammenwerfer, die vorne an der Bühne angebracht sind, bringen das Publikum regelmäßig ins Schwitzen durch ihre drei Meter hohen Flammen. Höhepunkt der Pyroshow ist definitiv der Granatwerfer, mit dem Joakim auf den Panzer auf der Bühne schießt. Rauskommt eine riesen Explosion inmitten von Flammen. Das solch eine Pyroshow in einer Halle überhaupt möglich ist, ist bemerkenswert.

Im Anschluss kommen nochmal die Jungs von Apocalypica mit ihren Cellos auf die Bühne und begleiten mit ihrer Musik den Song ‚Angels Calling‘. Das Zusammenwirken zwischen Sabaton, den eher ruhigen Cellosund den Engelsflügeln auf der großen Videowand ist eindeutig gelungen. Das Konzert neigt sich langsam dem Ende und passend zu ‚Bismarck‘ erheben sich mächtige Wellen auf der Videowand, die Bühne taucht sich in dunkelblaues Licht. Ich fühle mich als wäre ich selbst auf der Bismarck auf hoher See.

Pics by Norwin K.


Nach dem Lied verabschieden sich Sabaton und gehen von der Bühne. Natürlich wissen wir alle, dass das nicht das Ende ist. Nachdem das Lied vorher schon einige Male von den Fans angestimmt wurde, erhebt sich der heidnische Gesang des Publikums immer mehr und wer hätte es gedacht, Sabaton kommen wieder auf die Bühne unter großem Jubel. ‚SwedishPagans‘ beginnt und wird zu einem Chor zwischen der Band und den Fans.

Ein letztes Mal wird gefeiert, geheadbanged und eskaliert als der letzte Song ‚ToHellAnd Back‘ gespielt wird. Ein großartiges Konzert geht zu Ende und Sabaton zeigen hier wieder zurecht, dass sie genau wissen wie man eine geile Show macht. Sie selber sagen, dass ihre treueste Fanbase in Deutschland ist und das kann man bei der genialen Stimmung definitiv auch sagen. Den Schlusspunkt machen riesige Konfetti-Kanonen die bedruckte Papierkarten, mit verschiedenen Motiven passend zu Sabaton und ihren Songs in die Menge schießen.

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