VICTORIUS

Support: Terra Atlantica/ Grailknights
17.01.2020
Nuke Club
Berlin

verfasst von Carina

Hui, keine ganze Woche im Team und der erste Konzertbericht steht ins Haus. Victorius rufen zu ihrer Releaseshow in den Nuke Club in Berlin. Frisch, fröhlich und voller Elan geht es pünktlich zum Einlass und hier ereilt mich schon das erste, kleinere Problem. Verzögerung beim Einlass um etwa 10 Minuten. Soll mich aber nun weniger stören, da sonst alles reibungslos abläuft und ich schnell ein Plätzchen zum schreiben gefunden habe.

Terra Atlantica sind um 19:25 pünktlich mit ihrer Show dran und schon das Intro lässt erahnen, wie die Jungs abgehen können. Wirklich Stimmung will noch nicht ganz aufkommen im Publikum, trotzdem heizen die Jungs um Sänger Tristan Harders schon mit „The Avenging Narwhal“ ein. Ich muss hier zu meiner Schande gestehen, das ich zuvor noch nichts gehört hab, allein aus dem Grund, dass ich mich voll auf den Auftritt konzentrieren wollte. Und eingeschlagen haben sie bei mir. Mir gefällt der Sound der Hamburger, irgendwas zwischen rustikalem Seemannsflair und brachialem Power Metal. Super Neuentdeckung für mich, da mich beim zweiten Song „Sails In The Night“ nichts mehr auf meinem Platz gehalten hat. Ein neues Album ist in Arbeit, leider steht aber noch kein Releasedatum fest. Fünf Jahre gibt es die Band übrigens schon, was cool für eine junge Band ist. Man kann sich nur mehr Fans für die Truppe wünschen. So schnell wie die Jungs auf die Bühne gehüpft sind, sind sie auch leider schon wieder weg gewesen. Mit „Atlantica“ verabschiedet sich die Band, die oftmals hinter einer dichten Nebelwand gespielt hat. Da war der Hebel für die Maschine wohl ein wenig defekt.

Nach einer kurzen Umbaupause heißt es: „Willkommen in Grailham City!“ Die Grailknights sind in gewohnter Optik wieder da und lassen mich mit „Knightfall“ ein wenig in Nostalgie schwelgen. Wieder einmal wird gegen Dr. Skull um den heiligen Gral gekämpft und was soll ich sagen Jungs und Mädels, es macht ein ums andere Mal wieder Spaß. „Cthulhu“ bietet ein gewaltiges Ohrwerk, bei dem jedem H.P. Lovecraft Fan die Knie weich werden und ich kann sie verstehen. Nur bei all der Gitarrengewalt von Sovereign Storm und Count Cranium hat unser allseits gehasster Antagonist den heiligen Gral gestohlen. Was solls, auf in die Schlacht, das Artefakt holen wir uns garantiert zurück bei Tagesanbruch. Ist auch das perfekte Stichwort, denn „Morning Dew“ schenkt uns den Tagesanbruch und die erste direkte Konfrontation unserer Helden mit Dr. Skull. Es geht ins „Grailskull Asylum“ und mir läuft es kalt den Rücken herunter. Mich verbindet mit dem Track eine gewisse Hassliebe, aber sei es drum, wir haben einen Auftrag. Aus dem „Nameless Grave“ wird das Publikum als Battlechoir beschworen, die Heerscharen der Grailknights. Wir begrüßen sie mit einem lauten „Battlechoir – Yes Sire“ . Wieder einmal taucht unser Herr Antagonist auf und befehligt Schlagzeuger Lord Drumcules zu einem Beat und macht in bester 80er Jahr Aerobic-Kurs den Vorturner, bevor er wieder in die Tiefen seines Versteckes verschwindet. Doch so langsam wird es Zeit, die Schlachtraptoren zu satteln, „Laser Raptor 3D“ fegt den letzten Staubfetzen aus den Boxen. Ich kann mir nur beim nächsten Song nicht helfen. Mein inneres Kind hüpft vor Freude als das „Superhero Medley“ erklingt. Ein fantastischer Mix aus alten Cartoon-Intros wie z.B. Saber Rider, Chip und Chap und Spiderman. Und wie meinem inneren Kind, geht es den rund 60 weiteren Anwesenden genauso: Strahlende Augen soweit das Auge reicht. Aber es wird Zeit für die alles entscheidende Schlacht. Die Waffen unserer Knights werden zu „Pumping Iron Power“ geschärft, auch wenn hier leider Joakim Brodén aus dem Original fehlt, aber auch ohne die Stimmgewalt des Sabaton Frontmannes macht der Song eine gute Figur und bringt mir, wie auch vielen anderen, kurz vor dem Finale den nötigen Adrenalinschub. Selten habe ich mich durch das reine Storytelling einer Band so verbunden gefühlt wie den Grailknights. Nur wen hört man wieder im Hintergrund? Ja, er ist es wieder, Dr. Skull und er macht einen entscheidenden Fehler, er hat unseren Gral dabei. In einer sehr lustig inszenierten Zeitlupe gelingt es der Band um Sänger Sir Optimus Prime dem Antagonisten das Handwerk zu legen und den Gral an seinen gewohnten Platz zu stellen. Ich kann immer wieder betonen wie sehr ich diese starke schauspielerische Komponente in den Konzerten liebe. Wer mich als Kind schon fasziniert hat, lässt mich auch über 10 Jahre später nicht los. Aber so schön es war, Abschiede müssen gefeiert werden und mit „Grailquest Gladiators“ lässt die Band ihren heutigen Battlechoir noch einmal hochleben. Es war mir wieder eine Ehre Teil des Ganzen gewesen zu sein.

Nach dieser knappen Stunde Theater und guter Musik geht es in die letzte Phase, zuvor hab ich mir aber Bassisten Duncan MacLoud geschnappt um mit ihm ein wenig über die Heimat zu schnacken, Autogramme zu sichern und alle noch einmal zu feiern. Ab hier verlassen mich aber meine Notizen, mich hat es zu den ersten Klängen von „Shuriken Showdown“ weiter in die Menge verschlagen. Ich hatte vorab schon, dank der Review zum Album, einen Vorgeschmack auf das neue Gesamtwerk der Jungs und ich war heiß auf die Show. Ich kann mich hier keinen Moment zügeln und hab bei „Wrath Of The Dragongod“ einfach mitschmettern müssen. Selten das mich eine Band so mitreißen konnte und auch in der noch anwesenden Crowd wurden die neuen Tracks immer wieder positiv aufgenommen. Mehr gefeiert wurden nur die alten Lieder und mit „Empire Of The Dragonlord“ wurde der Spagat zwischen Neu und Alt perfekt geschaffen. Allein das Solo von Florian Zack beweist, die Jungs verstehen ihr Handwerk und wirbeln mehr Staub auf mit dem Druck, als man es mancherorts von vergleichbaren Bands gewohnt ist. Einzig „Day Of Reckoning“ kann das Tempo anheben und Schlagzeuger Frank Kopp holt aus seinem Instrument alles raus was geht. Prähistorisch soll es aus dem Silberling „Dinosaur Warfare Legend Of The Power Saurus“ weitergehen, schon die ersten Töne von „Lazer Tooth Tiger“ lässt die anwesende Meute springen und feiern.

Es wird geradezu ein Feuerwerk in den Herzen der Fans entfacht das direkt in „Evil Wizard WuShu Master“ übergeht. „WuShu Master“ schallt es nur aus Davids Kehle und wir sind Feuer und Flamme, wollen geradezu mehr. Wir schließen die Bande und mit „Blood Alliance“ stehen wir als ein Heer vor der Bühne. Das Einzige, was so langsam das Bild stört ist die Fummelei von David an der Technik, zeitweise fallen auch die Mikros aus und so kommt der Gesang zu „Saurus Infernus Galacticus“ vom Band. Ein herber Rückschlag für alle Beteiligten, egal ob Band oder Fans, trotzdem bewahren die Jungs ihre Mentalität und Professionalität und so singt David inbrünstig mit allen Energiereserven weiter.

Vor der Leistung ziehe ich meinen nicht vorhandenen Hut, hätten andere Bands eine längere Pause eingelegt um die Probleme zu lösen. Zu „Dinosaur Warfare“ haben sich die Probleme aber größtenteils wieder gelegt und nurnoch kleinere Ausfälle sind zu hören. Ich denk mir ein ums andere mal, das Publikum müsste zumindest ein wenig angenervt sein davon, kann aber nur eine glücklich feiernde Menge erblicken. Die Performance stimmt der Jungs stimmt und aus der Menge erklingt die erste Strophe zu „“Legend Of The Power Saurus“. Mir will es sich bis heute nicht erklären, aber in der Band liegt eine unerklärliche Magie. Jung wie Alt stimmt in älteres und neues instinktiv ein. Ich bin nahezu berauscht, gleichermaßen von der Musik wie auch von der Epicness des Geschehens. Doch mir fehlte bis zu diesem Punkt mein letzter Lieblingssong der neuen Scheibe, doch die Setlist hat mich nicht enttäuscht. Die synthetischen Fanfaren zu „Super Sonic Samurai“ haben mein Herz eins ums andere Mal höher schlagen lassen. Florian und Dirk an den Gitarren als auch Andi am Bass lassen ihre Finger nur so über die Griffbretter tanzen, David gibt auf der Stage alles was ihm noch an Reserven zur Verfügung steht, ehe es in, zumindest anfänglich, sanftere Klänge übergeht. Immer wieder jagt mir „Cosmic Space Commando Base“ einen wohligen Schauer über den Rücken. Er wirkt zum Abschluss wie eine sichere Festung. Dem ein oder anderen treuen Fan rollt eine Träne des Wehmut über die Wange, ist es doch so langsam Zeit Goodbye zu sagen.

Unsere Sunblader verlassen uns, wenn auch nur kurz. Wenigstens eine kleine Zugabe wird uns geschenkt und noch einmal liegen sich alle bei „Metal Heart“ in den Armen. Sowas meine Damen und Herren nenne ich Liebe zur Musik ohne Vorurteile oder Altersgrenzen. Mir fehlen bei dem Lied immer wieder die Worte. Nach der Zugabe gibt es noch das übliche Foto mit der Band und den Fans und ich freue mich schon auf die nächste Schlacht der Sunblader hier in Berlin, wann auch immer die sein wird.

Wie gewohnt treffe ich die Jungs beim Merchandise, man liegt sich freudestrahlend in den Armen und ich mag mich hier ein wenig weit aus dem Fenster lehnen. Jeder einzelne der Fünf ist mir ein Freund geworden und jede Show von ihnen ist unvergesslich. Ich danke hier noch einmal Kalle dafür, das er mir das alles in kürzester Zeit möglich gemacht hat, den Supportbands für zwei geile Show und fast noch geilere Gespräche und nicht zuletzt David und Co. Für die indirekte Einladung in den Nuke Club.

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