Bölzer – Lese Majesty

verfasst von Tim Otterbeck

Bölzer sind eine der aufstrebendsten Bands des Schweizer Undergrounds. Schon 2008 in Zürich gegründet, sind bisher nur vier EPs und eine Langspielplatte veröffentlicht worden. Auffälliges Merkmal der Extreme Metal Band: Ähnlich wie auch ihre Kollegen von Mantar besteht Bölzer nur aus den beiden Mitgliedern Okoi Thierry Jones (10-Saiten-Gitarre) und Fabian Wyrsch (Schlagzeug) und verzichten aus Absicht auf einen Bass. 2013 gelangte ihnen mit dem Release der EP Aura der internationale Durchbruch und ihre Kombination von Black und Death Metal wird fortan von Kritikern und Fans weltweit gefeiert. Selbst Behemoth-Frontmann Nergal lässt sich mittlerweile von Bölzer inspirieren. Drei Jahre später folgte ihr erstes Album Hero, dass ebenfalls für Furore sorgte. Drei Jahre nach Hero erscheint nun ihre neueste EP Lese Majesty.

Und trotz den drei Jahren Pause beginnen Bölzer mit A Sheperd in Wolves Skin dort, wo sie mit Hero aufgehört haben. Nach einem kleinen Intro geht es gleich voll auf die 12 und Bölzer liefern ein Anfangsriff, dass gerade dazu bittet, sich den Nacken zu brechen. Doch wo andere Bands schnell in Monotonie verfallen, gehen Bölzer weiter in die Tiefe. Das Riffing wird nun ausgefeilter und vielschichtig. Man möchte sich schon beinahe fragen, wie sie es schaffen, lediglich zu zweit diese Soundkulisse zu schaffen. Immer wieder gibt es kleine Tempiwechsel und progressive, ja sogar leicht avantgardistische Einschübe, ohne aber die Grundaggressivität zu verlieren. Mit Aestivation folgt eine Art Intro aus Drone/Synth Klängen und einem hasserfüllten Monolog. Into The Temple Of Spears ist pures, aus Hass genährtes Adrenalin und bewegt sich stilistisch teilweise irgendwo zwischen Mantar und…Mastodon? Warum nicht. Das 12-minütige Epos Ave Fluvius! Danu Be Praised bildet den Abschluss von Lese Majesty. Nach zwei Minuten Ruhe vor dem Sturm zücken Bölzer nochmal ihr gesamtes Kaliber hervor und dinieren uns ein Extreme Metal Fest der Extraklasse: Härte, Progressivität, Vielschichtigkeit. Nach sieben Minuten ist damit aber wieder Schluss und man lässt den Song so ausklingen, wie er begonnen hat: Die ungewisse Ruhe nach dem Sturm.

Fazit
Nach knapp 30 Minuten ist dann auch Schluss mit dem Extreme Metal Fest. Und das ist tatsächlich auch irgendwie gut so. Denn was Bölzer hier in nicht mal einer halben Stunde abliefern, ist schon mehr, als so manch andere Genrevertreter in den letzten Jahren abgeliefert hat. Wo sich Mantar lediglich auf ihrer immer gleichen Formel aus simpler, roher Härte ausruhen und Behemoth (so großartig sie auch sind), gerne mal mit zu viel Bombast aufwarten, finden Bölzer immer wieder die perfekte Mitte. Sie brauchen auch gar nicht mehr Bandmitglieder. Sie scheinen wie die beiden Zeiger an der Uhr perfekt aufeinander abgestimmt zu sein. Vielleicht hätte man Aestivation weglassen können (es stört den Hörfluss nach dem ersten Song schon massiv), doch das lassen wir jetzt mal unter dem Alibi der künstlerischen Freiheit laufen. Lese Majesty ist allerdings nicht der ganz große Schritt nach vorne. Es ist eine konstante Weiterentwicklung nach Hero und weckt definitiv Interesse an dem (vielleicht im Anschluss) folgendem Album.

Tracklist
A Sheperd In Wolven Skin
Aestivation
Into the Temple Of Spears
Ave Fluvius! Danu Be Praised

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