IN THE WOODS…

Support: Ereb Altor / Isole / Shores of Null
07.10.2019
Nuke Club
Berlin

Es ist ein kalter grauer Herbsttag in der Hauptstadt und wie könnte man diesen Tag besser verbringen, als sich in einem kleinen, rotzigen Club kräftigen Doom Metal zu gönnen. Die 1992 in Norwegen gegründete Pagan / Progressive Metal Pioniere In the Woods… befanden sich zu der Zeit (die Tour ist mittlerweile abgeschlossen) auf gemeinsamer Tour mit den Epic Viking Doom Heroen von Ereb Altor, den Epic Doom Veteranen von Isole und den Newcomern Shores of Null aus Italien auf gemeinsamer Still Yearning Europatournee.



Isole hatten die Ehre, den Abend zu eröffnen, auch wenn es hier schon zu einer Verzögerung von fast 30 Minuten gekommen ist. Dass Isole eine durch und durch routinierte und erfahrene Band ist, merkt man schon von Anfang an. Sänger Daniel Bryntse braucht keine Vorlaufzeit, um seiner kraftvollen Stimme Raum zu verschaffen. Schon mit dem Opener Beyond the Horizon machten sie deutlich, warum sie mit zu der Speerspitze des Epic Doom Metals stehen: tragende Gitarrenwände, saftige Soli und eine über allem stehende Stimmgewalt. Das macht Spaß und definitiv Lust für den weiteren Abend. Umso verwunderlicher, warum Isole – quasi als alte Hasen – heute „nur“ den Opener mimen durften.

Ihnen folgten nämlich die noch recht unbekannten Melodic Black / Doom Metal Frischlinge von Shores of Null aus Italien. Ich muss gestehen, dass mir Shores of Null nicht besonders zusagen. Weder auf Album, noch live. Doch die Tatsache, dass sie – trotz ihrer Unbekanntheit – das anwesende Publikum schon von dem ersten Song an begeistern konnten, spricht zumindest dafür, dass es Shores of Null noch weiter bringen könnten. Sie müssten nur lediglich noch feiner an ihrem Stil arbeiten. Auch Sänger Matteo Capozucca hat durchaus noch viel Potential in seiner Stimme. Wir werden sehen, was die Zukunft für Shores of Null bereithalten wird.

Dann wurde es (endlich) Zeit für den heimlichen Headliner an diesem Abend. Denn mit Ereb Altor betrat eine kleine Naturgewalt die Bühne. Ereb Altor gingen 2003 aus der Epic Doom Metal Band Forlorn hervor, deren restliche Mitglieder zeitgleich den Opener Isole gründeten. Ereb Altor überzeugten schon von Beginn ihres Sets an mit ihrer interessanten und mitreißenden Mischung aus Viking und Epic Doom Metal. Die Songs wechselten von bedächtig und mächtig zu schnell und krachend. Die Songs von Ereb Altor entwickeln auch live einen gewissen Sog, dem man sich nicht so einfach entziehen kann. Ähnlich wie Wardruna schaffen sie es ebenfalls, einem auf ihre Weise in die Welt der epischen Schlachten und Heldensagen hineinzuziehen. Das kam beim Publikum sehr gut an und man wunderte sich etwas über die leider recht kurze Spielzeit. Eine Band dieses Kalibers hätte man ruhig mehr Zeit einräumen können. Aber vielleicht lag es auch an der längeren Verzögerung zu Beginn.

Aufgrund dieser Verzögerung war es mir leider nicht mehr gegönnt, den Headliner In the Woods… anzuschauen (schließlich muss man ja auch wieder früh raus zur Arbeit…). Gerade bei Konzerten unter der Woche sollte man sich als Veranstalter durchaus fragen, ob ein Line-Up aus vier Bands wirklich sinnvoll ist oder man dann nicht lieber Bands wie Isole und Ereb Altor mehr Raum geschafft hätte. Schade drum.

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