Creeping Death – Wretched Illusion

verfasst von Henry E.-S.

Neulich, also gestern, hatte ich ein kurzes Gespräch mit einer Arbeitskollegin. Im Kern ging es auch um die Frage, ob Death Metal langsam sein darf. Man traf sich in der Mitte, in dem man meinte, dass er das natürlich darf. Ohne Probleme. Problematisch wird es erst dann, wenn das Ganze in der Langsamkeit versuppt, ohne die rettenden Doom Metal-Fäden zu ergreifen. Und ich weiß noch nicht mal, was modernen Death Metal ausmacht.

Für mich ist Death Metal eine relativ große Kategorie, in welcher man sich nach Herzenslust austoben kann, allerdings auch all zu oft gleich klingende Dinge findet. Muss nicht schlecht sein, meistens ist es das aber. “Creeping Death“ sind US-Amerikaner, welche mit “Wretched Illusion“ ihre erste Platte raus gebracht haben. In der Beschreibung des Labels, was einen so auf dieser Scheibe erwartet (PR-Blabla. Die müssen das machen), steht da als großer Einfluss die frühen “Sepultura“ und “Bolt Thrower“. Da werden mal gleich zwei Schwergewichte aus gepackt. Dass ist eine relativ dumme Idee. “Sepultura“ findet man im Sound eigentlich gar nicht. Und wenn jemand freiwillig sich neben einen Vulkan stellt und “Bolt Thrower“ als Vergleich heran zieht, dann muss er damit rechnen mit heißer Lava übergossen zu werden. Oder zumindest eine mit dem Gummi-Hühnchen zu bekommen. Diesen Sound kannst du schwer bis gar nicht irgendwie nach spielen. Aber darum geht es ja auch nicht. Sind ja nur Einflüsse.

Schaffen “Creeping Death“ es denn, einen eigenen Sound mit diesen großen Vorbildern im Hinterkopf zu kreieren? Irgendwie nicht. Ja, der Sound ist so gehalten, dass er Oldscool wirken soll und eine gute Produktion hat er auch, aber aber aber. Es fängt schon mal damit an, dass der Gesang irgendwie eintönig ist. Er gibt sich zwar Mühe, aber markanter Death Metal Gesang ist das nicht. Da fehlt irgendwie das Feuer. Ob vom musikalischen Können Gitarrist, Bassist und Drummer da mehr zu bieten haben? Keine Ahnung! Auf der Platte dürfen sie sich ja nicht austoben. Aber, wenn die sich nicht austoben dürfen, sind dann wenigstens die Songs alle schön eingängig und gehen gut ins Ohr? Nein. So gar nicht. Die Melodien sind strunz langweilig und handelsübliches Geriffe fehlt. Was da als Knackpunkt da auch noch mit rein spielt, ist die Behäbigkeit der Songs. Sie sind einfach zu langsam. Nicht falsch verstehen, ich mag Doom. Aber das ist keiner. Das ist einfach nur langsamer Death Metal.

Die Songs plätschern einfach komplett uninspiriert daher. Die Band hat gerade erst ihren ersten Plattenvertrag, da sollte man doch motivierter sein. Aber irgendwie wirkt das alles arg gezwungen. Da kann man nur hoffen, dass die Band sich selbst findet und ihren eigenen Stil. Das hier ist einfach nur zu langsam, zu uninspiriert, zu langweilig. Und jetzt entschuldigt mich, ich will mir nochmal einen deutlich spannenderen Minimal Techno-mix anhören.

Tracklist:
01. Ripping through flesh
02. Captivity
03. Bloodlust contamination
04. Sinner’s torch
05. Corroded from within
06. Peeled from reality
07. World decay
08. Wretched illusions
09. Dawn of time
10. Consumed

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