Death Angel – Humanicide

verfasst von Tim Otterbeck

Death Angel gehören zu den Veteranen der Bay Area Thrash Metal Szene, die aber – ähnlich wie Testament – im Schlagschatten der Big Four (Metallica, Slayer, Megadeath und Anthrax) stehen. Grund dafür ist wahrscheinlich auch die frühzeitige Trennung 1991 nach nur drei veröffentlichten Alben. Zehn Jahre später folgte dann die Wiedervereinigung.

Humanicide ist das sechste Studioalbum nach der Reunion und beginnt gleich dank des Titeltracks mit einem Paukenschlag. Nach dem eher straighten Album The Evil Divide legen Death Angel gewohnt heftig zu und zeigen, in welche Richtung es Death Angel hier treibt: schnell, roh und voller Härte. Genauso auch der folgende Track Divine Defector. Aggressor geht etwas vom Gas runter, ist aber ein Bay Area Song, wie er im Buche steht und den Anthrax nicht besser hinbekommen hätten. Songs wie I Came For Blood und Alive And Screaming drücken sie wieder mehr aufs Gaspedal. Das rhythmische The Pack kann als Hymne an ihre langjährigen Fans gesehen werden (ihr Fanclub nennt sich The Pack). Auf den letzten drei Songs lassen es Death Angel, verglichen mit den ersten Songs des Albums, etwas weniger schnell angehen, ohne aber auf die gewohnten Trademarks zu verzichten. Damit runden sie ein gelungenes, frisches Thrash Metal Album ab, das seine Highlights klar in der ersten Hälfte hat. Humanicide ist damit Pflicht für Fans und ein guter Einstieg für Neulinge.

Fazit
Death Angel wirkten schon immer wie ein Rohdiamant. Sie erweckten nie den Anschein, sich anpassen zu wollen oder dem Mainstream gefällig zu sein (hust Metallica hust) oder durch teils übertriebene Härte (Slayer) auf sich aufmerksam machen zu wollen. Stattdessen ließen sie ihrer ungebündelten Energie einfach freien Lauf. Und das tun sie auch heute noch. Auch 37 Jahre nach Bandgründung geben sich Death Angel nicht müde und verzichten daher vielleicht auch bewusst auf eine moderne, klinisch reine Produktion. Auch 2019 klingen Death Angel wie auf Frolic Through The Park. Nachdem sich die Big Four eher auf den alten Heldentaten auszuruhen scheinen und im Falle von Slayer schon an die Rente denken, ist es erfreulich zu sehen, dass Bands wie Testament, Exodus oder eben Death Angel noch einmal voll aufdrehen und damit der neuen Generation an Bands mehr als gelungene Vorbilder geben.

Tracklist

  1. Humanicide
  2. Divine Defector
  3. Aggressor
  4. I Came For Blood
  5. Immortal Behated
  6. Alive And Screaming
  7. The Pack
  8. Ghost Of Me
  9. Revelation Song
  10. Of Rats And Men

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