Summer Breeze 2019 – Bericht

13.08.2019 – 17.08.2019
Dinkelsbühl


verfasst von Sandra D.

Der Anreisetag war um 13 Uhr schon sehr entspannt, etliche Zelten standen und die Autoschlange, wie auch die Fußgängerschlange passierten den Security Check-Inn, dank der sehr guten Organisation, zügig. Sogar das Wetter spielte mit: es war warm und sonnig und so begann das Summer Breeze auf der Grasfläche vor der Ficken Party Stage mit dem Film Heavy Trip und einem Burger in der Hand. Gerade noch im Dokumentarfilm Full-Circle und schon auf der Bühne eröffnete DOUBLE CRUSH SYNDROME im Anschluß den Abend. Den Moshpit dominierten die Franzosen, die sogar ganz ohne Musk abgingen. Auf dem Campground wurden die Grills angeworfen, die Generatoren surrten und es lag bereits Diesel in der Luft. Das eine oder anderer Bier wurde zu viel getrunken, Musikbeschallungen ertönte aus allen Zeltecken und das ein oder andere Saufspiel versperrte den Weg.

Am nächsten Morgen wurde der Shuttle von und nach Dinkelsbühl von den Festivalbesuchern stark frequentiert, obwohl man auch in einem der drei Supermärkte auf dem Campground das ein oder andere Nachkaufen konnte. Wer wollte konnte den Tag im großen Frühstückszelt bei der Ficken Stage beginnen oder gleich einen Riesenkuchen verdrücken oder sich ein Eis aus frischen Zutaten vor den Augen zusammenmixen lassen. Um 15 Uhr lag Metal in der Luft, denn die Blechblasmusiker der Blasmusik Illenschwang eröffneten traditionell und offiziell das Summer Breeze. Neben Schunkeln und Mitsingen im Publikum gab es für die Grabenschlampen die ersten Crowdsurfer als Warm up.

An den vier Tagen gab es mit ca. 120 Bands für jeden etwas. Wer dem Proll-Alarm von MORBID ALCOHOLICA vom Vortag Nichts abgewinnen konnte, der konnte auch mit dem Ballermann- Auftritt von RECTAL SMEGMA nichts anfangen, obwohl die Growls des Sängers beeindruckten. Dann doch vielleicht lieber um 11 Uhr ein Bier mit Turbobier zischen oder mit GUTALAX Klopapier werfen oder ausgelassen mit KNASTERBART und ihrem Folk-Rock den Abend ausklingen lassen. Garanten für gute Stimmung und Kneipenfeeling waren wie immer MR. IRISH BASTARD. Überraschender Weise lud auch der Viking Metal von SKÁLMÖLD zum Schunkeln zu isländischen Texten ein. THE CONTORTIONIST wählten für ihre Intro einen WHITNEY HOUSTON Song, welchen die Metallfans textsicher beherrschten und Feuerzeuge zückten. Fernab vom Blödelalarm und dennoch unterhaltsam war der Auftritt der norwegischen Band THE DOGS. Reinste Metal Comedy gab es von BEMBERS auf der Ficken Stage, die sich jedoch nicht im Infield, sondern auf dem Campground befand und der Weg dann doch zu weit war. Schade, so hat man mit Sicherheit, die ein oder andere spannende Band verpaßt, wie z.B. den Auftritt der Powerfrau Marika von XENOBLIGHT. Frontfrauen sind spärlich gesät, so waren die Doomer WINDHAND, die Band IZEGRIM wie auch OCEANS OF SLUMBER mit einer Frontfrau am Start. Ganz vorn dabei auf der T-Stage BATTLE BEAST mit Sängerin Noora. Mit BURNING WITCHES war eine reine Frauenband beim Summer Breeze vetreten, die den Heavy Metal durch und durch verkörpern.

Die Wege im Infield zwischen den drei Bühnen waren gut zu bewältigen und die 40.000 Besucher verteilte sich, so dass man sich nicht durch Nadelöhre quetschen musste. Das Summer Breeze zeichnet sich durch ein gut angelegtes Gelände aus, mit Essensständen bei der Main Stage und T-Stage/ Wera Tool Rebel Stage. Als Puffer zwischen den Stages lag die Shoppingmeile, bei der man neben Mainstream-Krempel auch, das ein oder andere Besondere finden konnte: wie die Holzdildos oder der Schmuck, der aus alten Schlagzeugbecken gefertigt wurde oder auch der T-shirt Stand, der sich u.a. auf das Entwerfen von Bandmerch spezialisiert hat. Das Essen ging von 08/15 Asiapfanne, trockener Riesenbrezel, Döner bis hin zu Weiderind, Spanferkel, Maultaschen und Spätzle. Gespült wurde das Ganze mit Bier. Apropos Spülen, die Becher wurden extern gespült und frisch verpackte saubere Becher gelangten nur in den Ausschank. Endlich nicht aus abgestoßenen und von sich aus schon klebenden Becher trinken.

Generell gilt für das Summer Breeze Festival Daumen Hoch in Bezug auf die Bandauswahl, so war für jeden etwas dabei. Nur an einigen Stellen musste man sich aufgrund von sich überschneidenen Spielzeiten entscheiden: AIRBOURNE oder ROTTING CHRIST, DECAPITATED oder CLAWFINGER, KING DIAMOND oder doch lieber zu NAPALM DEATH? Das SBOA hatte auch 2019 wieder ein Line up, das jedes Metalherz höher schlagen ließ. So gaben EMPEROR beim Summer Breeze eine exklusive Deutschlandshow, mit MESHUGGGAH ließ es sich vortrefflich in die Nacht dämmern und CRADLE OF FILTH waren der krönende Abschluß am Donnerstag auf der Mainstage. Sperrig ,kantig konnte man auf der T-Stage mit ANAAL NATHRAKH den Abend beenden. Ein nächtliches Muss war auf jeden Fall der Auftritt von ENSLAVED, dafür trotzte man gerne der nächtlichen Kälte. Weitere Möglichkeiten um die Matte zu schwingen gab es zu DEATH ANGEL, TESTAMENT, HAMMERFALL und HYPOCRISY. Bei dem Auftritt zu HYPOCRISY hatte es ein Fans auf die Bühne geschaftt und die Band MUSTASCH wurde während ihres Gigs von Mitgliedern der Band KÄRBHOLZ überrascht. Drachenreiten konnte man bei TWILIGHT FORCE, Tauziehen und seine Armkraft testen am Wera Tool Stand.

Die Hardcore Fans hatten u.a. mit NASTY, LIONHEART, BURY TOMORROW, OF MICE AND MEN, IN FLAMES und PARKWAY DRIVE eine musikalische breite Auswahl und THY ART IS MURDER hauten hart in die Fresse. GET THE SHOT trieben das Publikum ins Crowdsurfer-Inferno. RISE OF THE NORTHSTAR bereicherten mit ihrer Mischung aus Rap, Metal und Groove die musiklaische Bandbreite. Der Crossover von SKINDRED führte die Fans zusammen und mit CLAWFINGER war DIE Crossoverband schlechthin am Start. Auch IRON REAGAN brachten nicht nur Crossover auf die Bühne, sondern leider auch Regen. Das Wetter hatte auch für jeden etwas: Hitze, Kälte, Sonne und Regen. Obwohl es dieses Jahr nicht so staubtrocken war wie 2018, bildeten sich besonders vor der Mainstage immer wieder Staubwolken, die den tobenden Moshpit einhüllten. Toben und Tanzen konnte man perfekt zu dem Folk-Rock von VERSENGOLD und dem Folk-Metal von ELUVEITIE, Mitsingen und Hüpfen war bei SUBWAY TO SALLY an der Reihe und Acapella Kunst konnte man bei VAN CANTO bestaunen und feiern. Circle Pit, Headbangen und Crowdsurfen ging eigentlich immer und zwar bei allen drei Bühnen. Okay, bei den Auftritten zu DORNENREICH, SOEN und ZEAL & ARDOR ging es etwas ruhiger zu. Letztere Band entpuppte sich für mich als mein persönliches Festivalhighlight. Weitere spannende musikalische Neuenddeckungen waren die Band LEPROUS, die das erste Mal beim Summer Breeze ihren ausgefeilten Progressive-Metal zum Besten gaben und INGESTED, die mit ihrem DeathMetal/Grindcore mächtig einheitzten.

Platz Eins in Sachen Bühnendeko und Bühnenoutfit belegte KING DIAMOND, gefolgt von LORDI und ihren neuen Kostümen. DRAGONFORCE hatten zwei überdimensionale Spielautomaten mit im Gepäck. AVATAR mit ihren cleanen, an einen Zirkus erinnernden Kostümen standen im klaren Kontrast zu den Outfits von OST+ FRONT. KISSIN‘ DYNAMITE und EQUILIBRIUM sparten nicht an Flammen. Doch Meister der Pyros und der Lichtes waren PARKWAY DRIVE, die es sich nicht nehmen ließen und durch das Publikum mit Fackeln einmarschierten. Auch BULLET FOR MY VALENTINE sparrten nicht an Lichteffekten und ein Hit reihte sich an den anderen. Einige Sänger suchten den Kontakt zum Publikum, so stand Daniel Winter-Bates von BURY TOMORROW seinen Fans nach der Show für Selfies zur Verfügung und KVERERTAK sind von der großen Mainstage runter ans und ins Publikum.

Metalheads sind hart im nehmen, so trotzte Bassist Pie von PARKWAY DRIVE seiner Verletzung und spielte im Rollstuhl das Set. Der verletzte Daumen von Manueal Glatter (DESERTED FEAR) hinderte ihn zwar daran sein Instrument zu spielen, aber zum Glück braucht man zum Singen keinen Daumen und so begeisterten die symphatischen Thüringer die Festivalbesucher mit ihrem Death Metal. Bis zum letzten Tag gaben alle 100% . So wurden auf der Mainstage noch einmal alle Kräfte für den Auftritt von BULLET FOR MY VALENTINE geschürt und weiter ging es mit DIMMU BORGIR. Einzig die EC-Automaten gaben bereits am frühen Tag den Geist auf: von vier auf zwei und dann nur noch einer, der die Geduld der Wartenden strapazierte, bis auch dieser sich vom Festival verabschiedete. Auch die Merchschlange stellte die Besucher auf die Geduldsprobe. Die Autogrammtermine am Metal.de und Metal Hammer Stand. sorgten über das Festival hinweg für weitere Schlangen.

Zu guter Letzt auch Daumen Hoch für die Trasher, die das Gelände ständig durchstreiften und sauber hielten. Zusätzlich gab es auf dem Campground Recyling Container und ein Foodsharing Stand, dessen Regale sich zum Ende des Festivals füllten. Es wurden soziale Projekte wie Hardcore Help, Govinda und Metalheads against Bullying unterstützt. Beim Zelt der Kirche hatte man rund um die Uhr ein Ohr für die alltäglichen und nicht alltäglichen Sorgen.

Abschließend lässt sich sagen, das das Summer Breeze ein rundum gelungenes Festival war und man sich schon jetzt auf 2020 freuen kann, zumal der VVK bereits läuft !!

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