Third Wave – Metamorphosis

verfasst von Henry E.-S.

Metalcore. Tod-Genudelt bis zum Geht-nicht-mehr. Nach dem Hype auf das Genre, welcher dann irgendwann vom Hype um den Deathcore abgelöst wurde, habe ich lange Zeit dem Genre nie groß vertraut. Zu gleich, zu uninspiriert war das, was da aus den Boxen heraus-Break-down-te. Und nur durch den Hype ließ sich für mich die extreme Präsenz des Genres auf den Festival-Bühnen dieser Welt erklären.



Die wirklich guten Bands des Genres konnte man an einer Hand abzählen. “Bring me the Horizon“ zum Kugelschreiber, läuft bei mir altem Black Metal Fan jedes Jahr immer mal wieder durch (also die zweite und die dritte Scheibe). Wir merken: Aus diesem riesigen Haufen an Bands heraus zu stechen ist zu gleichen Teilen einfach, wie schwierig. Einfach, weil man sich einfach nur mal Mühe geben muss. Schwer, weil die Fallhöhe dann doch ständig gegeben ist. Und das können wir gleich mal antesten.

Es ist gerade Sommerpause und aus purer Langeweile in den Feldern der Rezension, hab ich mir die aktuelle Scheibe “Metamorphosis“ von der deutschen Band “Third Wave“ gegriffen. Wir haben es hier mit Metalcore zu tun. Metalcore, welcher von Berufskollegen auf der letzten Platte der Band, als vom Jazz beeinflusst beschrieben wurde. Dass kann ich nun so gar nicht unterschreiben. Es sei den, eben jene Kollegen meinten Prog und kennen den Unterschied zwischen Jazz und Progressiver Musik nicht. Okay, dürfte wohl echt so sein. “Third Wave“ bewegen sich in Ihrem Sound an der Grenze zwischen Metalcore und Postcore, wobei Sie sich eher noch auf der Metalcore-Seite befinden. Eigentlich ist das ganze klassischer Metalcore, welcher sich dadurch abhebt, dass hier mit häufigem Takt- und Tempowechsel gearbeitet wird. Beispielsweise Track 03 “Ruin“, in welchem sich ruhige, getragene Passagen mit satten Gitarrenriffs abwechseln. In solchen Tracks steckt Energie drin, welche dadurch gehalten wird, dass das Tempo mal abgebremst wird, oder interessante Prog-Passagen plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen.

Der Sänger macht auch eine ganz gute Figur. Die Screams passen, dafür hört sich der Clear-Gesang der ruhigeren Passagen etwas, naja, klischeehaft standardisiert-bemüht an. Aber gut, bis zum vierten Track hatte ich meinen Spaß mit dieser Platte. Dann war der Spaß weg und kam erst mit dem letzten Track “Metamorphosis“ wieder. Dazwischen schlug mir wieder der vertraute Klang der Ideenlosen Mittel- bis Niedrig-Mäßigkeit des Standard-08/15-Metalcore entgegen. Ich hätte vor lauter Frustration gerne irgendwas kaputt gemacht, aber meine Tastatur ist neu und ich würde sie gerne behalten (findet mal in der heutigen Zeit eine vernünftige mechanische Tastatur). Davor war das ganze zwar keine perfekte, aber durchaus angenehm unterhaltende Mischung aus Metalcore, Post Hardcore und Etwas prog. Es war noch etwas, was sich einfach abhob vom Einheits-Brei des Genres und von einem gewissen Potential zeugte. Danach bis kurz vor Schluss hat es “Third Wave“ doch leider tatsächlich hingekriegt, alles Gute in den 4 Songs davor zu ignorieren und direkt einfach das alte, ranzige und nervige Standard-Metalcore-Brett runter zu spielen. Diesen Teil des Albums braucht kein Mensch. Echt nicht. Was auch immer das sollte, es zieht das Album nach unten. Vor allem weil das Potential ja da ist!

“Third Wave“ sind keine schlechte Band, sie müssen sich nur weg bewegen von diesem Standard-Metalcore und sich mehr auf Ihre Stärke in Sachen Progressiver Einschlag konzentrieren. Und vielleicht mal gute Lyrics schreiben. Aber Details, Ich muss gestehen, den Großteil der Zeit hab ich bei den Lyrics eh nicht zu gehört. Alles in allem ist “Metamorphosis“ wie die 3 Stufen vor dem Haus runter fallen und dabei zumindest noch gute Haltungsnoten kriegen. Aber wegen dem Runter-Metalcore-Fallen ist das Ganze leider auch nur eine Teilnehmer-Urkunde wert. Aber Potential ist auf jeden Fall da. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss los zur Fiesta de Solidaridad.

Tracklist:
01.Algorithm
02.Inheritance
03.Ruin
04.Catharsis
05.Shifter
06.Fill in the blank
07.Slumber
08.Awakening
09.Eclipse
10.Access Denied
11.Metamorphosis

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