Tanzwut – Seemannsgarn

verfasst von Tim Otterbeck

Tanzwut haben vor drei Jahren ihre Segel gehisst und sind auf das weite, ungestüme Meer der Kreativität hinausgefahren, um uns nun ihr Seemannsgarn zu spinnen. Und dieses hat es in sich. Ausgerechnet Tanzwut bescheren uns mit einem Mittelalter Rock/Metal Album, dass sich hinter den Genregrößen von In Extremo und Saltatio Mortis nicht zu verstecken braucht. Ganz im Gegenteil.

Tanzwut, das war das einstige Nebenprojekt der Berliner von Corvus Corax, den Königen der Spielleute, welches schon seit Jahren vollkommen eigenständig existiert. Nachdem der ursprüngliche Mix aus Elektronik, Industrial, Rock und Mittelalter nur wenig Anklang in der Szene gefunden hat und man sich anfangs vergeblich um eine eigene Identität bemüht hat, ist Tanzwut zu einer Band herangewachsen, die man durchaus als eine der besten des Genres bezeichnen kann. Seemannsgarn kann ein wenig als Konzeptalbum angesehen werden. Es geht hier um das Erzählen von Geschichten, Märchen, Ruhmreiche Schlachten. Eben alles, was einen Spielmann eben ausmacht. In diesem Sinne zollen sie auch dem wahren König der Spielleute, Francois Villon (1431-1463), dem auch In Extremo ihren Erfolg zu verdanken haben, Tribut.

Seemannsgarn beginnt stimmig, bedächtig mit dem gleichnamigen Song. Teufels Stimme lässt hier an einen Seemann erinnern, der die raue See bezwungen hat. Galgenvögel ist ein schwungvoller Song in bester Saltatio Mortis Tradition. Reden ist Silber kommt dagegen düster, mächtig und vielschichtig daher. Die Letzte Schlacht und Schwarzes Gold gehen genauso nach vorne, wie schon Galgenvögel. Ich bin der Nachtwind und Der Puppenspieler gehen es etwas langsamer an, laden aber doch zum mitsingen ein. Genauso wie Francois Villon, welches unbedingt live gespielt werden will. Die zweite Hälfte steht der ersten in nichts nach. Songs wie Schmiede das Eisen oder Gib‘ mir noch ein Glas sind Garanten für den nächsten Moshpit.

Fazit

Tanzwut haben es geschafft, sich nach jahrelanger Arbeit nach ganz vorne im Bereich Mittelalter Rock zu spielen. Seemannsgarn ist die konsequente Weiterentwicklung ihrer letzten beiden Werke Schreib es mit Blut und Freitag der 13. Die elektronischen Elemente sind Geschichte, genauso wie die Experimente. Tanzwut haben ihren Weg gefunden und der kann sie noch weit bringen. Seemannsgarn ist nicht nur ein Album für die alteingesessenen Fans der Band, sondern ein Album für alle geworden die gerne deutschsprachigen (Mittelalter) Rock hören. Wobei gesagt werden muss, dass Tanzwut hier nicht das Rad neu erfinden. Immer wieder erinnern die Songs an die früheren Werke von Saltatio Mortis. Doch nachdem diese sich immer mehr einer breiteren Masse öffnen, sollten ihre alten Fans durchaus mal bei Seemannsgarn reinhören.

Tracklist

  1. Seemannsgarn
  2. Galgenvögel
  3. Reden ist Silber
  4. Die Letzte Schlacht
  5. Schwarzes Gold
  6. Ich bin der Nachtwind
  7. Der Puppenspieler
  8. Francois Villon
  9. Das Gewissen
  10. Schmiede das Eisen
  11. Gib mir noch ein Glas
  12. Im Freien Fall
  13. Herrenlos und Frei
  14. Gib mir noch ein Glas (feat. Kärbholz)

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