Nitrogods – Rebel Dayz

verfasst von Tim Otterbeck

Als Lemmy Ende 2015 verstarb, hinterließen er und Motörhead eine große klaffende Wunde in der Hard Rock/Metal Landschaft. Keine Band vermochte es treibenden Beat mit harten Riffs so gekonnt und leichtfüßig zu kombinieren. Wen wundert es da, dass es Bands gibt, die versuchen, an das schwere Erbe von Motörhead zu kratzen. Eine dieser Bands sind unbestreitbar Nitrogods aus Deutschland.

Dass die einzelnen Musiker den Rock’n’Roll im Blues, ähh Blut haben, bewiesen sie schon in der Vergangenheit. Bandgründer und Gitarrist Henny Wolter spielte früher den Sechssaiter bei Primal Fear, Drummer Klaus Sperling schwang die Schlagstöcke bei Freedom Call und Sänger Claus „Oimel“ Larcher trieb sich in verschiedenen Rock und Metal Projekten rum. Zusammen zollen sie ihrer alten Liebe, dem bluesgetriebenen Hard Rock. Und das funktioniert ganz gut. Rebel Dayz ist das mittlerweile schon vierte Album des Trios. Rebel Dayz beginnt mit dem treibenden Breaking Loose und hier könnte man fast meinen, einem lang verschollenen Motörhead-Song zu lauschen. Fans des Genres werden hier ein fettes Grinsen in ihrem Gesicht spüren. Das nachfolgende Zoom the Broom fällt dagegen etwas zurück, klingt er doch zu stark nach dem Opener.

Mit We’ll bring the House versuchte man sich an einem Nackenbrecher, der mit seinem Chorus definitiv für die kommenden Live-Shows geschrieben worden ist. Leider wirkt der Song sehr bemüht und Oimels Stimme vermag es hier nicht wirklich für die nötige Stimmung zu sorgen. Schade, hier wäre Potential gewesen. 415 DV hingegen geht gut nach vorne, klingt heiter beschwingt und nahezu jugendlich frisch. Ein Song, der für schwingende Matten in den vorderen Reihen sorgen wird. Hiervon bitte mehr, Nitrogods! Leider gehen die folgenden drei Songs wieder zurück zum Anfang der Platte und rumpeln bedächtig bemüht vor sich hin. Mit Blind as a Stone liefern Nitrogods einen bluesigen Classic Rock Song, dessen Refrain für die richtige Stimmung sorgt und gut zum Mitgröhlen und Kopfwippen einlädt. Road work ahead schafft wieder einen dieser klassischen Motörhead-Momente und überzeugt auf ganzer Linie. Leider gehen sie auf der zweiten Albumhälfte wieder runter vom Gas und lassen das Album langsam ausrollen.

Fazit

Rebel Dayz von Nitrogods ist kein schlechtes Album, es kann aber nicht vollkommen überzeugen. Es ist definitiv ein Album für all diejenigen, die sich nach Futter für ihr Motörhead-Herz sehnen. Mit anderen Worten: Es ist ein solides bluesgetriebenes Hard Rock Album geworden, dass man gut während einer Autofahrt durchlaufen lassen kann. Nur hier und da laden Songs wie 415 DV, Blind as a Stone, Road work ahead oder der Opener Breaking Loose zum Gas geben ein. Dadurch wird Rebel Dayz weder ein Klassiker der Szene, aber auch kein Album, dass Fans des Genres missen sollten.

Tracklist:

1. Breaking Loose

2. Zoom The Broom

3. We’ll Bring The House Down

4. 415 DV

5. Get Lost

6. It’s Not Your Rock ‚N‘ Roll

7. RebelDayz

8. Blind As A Stone

9. RoadworkAhead

10. Murder’s A Ritual

11. Walk The Track

12. The Haze (An Endless Drift ThroughThe Void)

13. Go Fast

14. Don’t Call My Name

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