Metallica

Support: Ghost / Bokassa
06.07.2019
Olympiastadion
Berlin


verfasst von Kalle

Ich überlege gerade ernsthaft, wie ich den Bericht anfangen kann, ohne das ich direkt mit einer Kritik starte… hmmm… Es war eine entspannte Anreise und das Wetter hielt sich noch einigermaßen gut. Es war keine Hitze und es war nicht zu kühl… irgendwas dazwischen. Doch damit hört meine Einleitung eigentlich schon auf, denn irgendwie brodelt es in mir und es schlagen zwei Herzen in meiner Brust, wenn ich über das Konzert im Olympiastadion von Metallica jetzt schreibe.

Die Tore machten bereits um halb vier auf, die ersten Fans rannten in die vorderen Reihen und somit standen sie elend lange da und wussten nix mit sich anzufangen. Okay… manche schon, wenn man später den Pegel einiger Besucher gesehen bzw. gerochen hat. Wir, mein Kumpel und ich, beschlossen uns erst gegen 16 Uhr zu treffen und gemütlich zum Stadion zu fahren. Dort gab es schnellen Einlass und direkt erst einmal zum Merch. Hmmm… so wirklich der Knaller an Motiven war nicht dabei. Das was mir zuerst ins Auge gesprungen war, kam bei näherer Betrachtung dann doch nicht mit, weil die Farbgebung zu Rosa war. Dann doch das andere Shirt mit einem halbwegs guten Motiv genommen und dann erstmal n Bier. Der Fanbecher hatte lediglich nur ein Motiv, was die Sammler ärgerte, die Tresenkräfte aber freute, denn so mussten sie nicht tausende Wünsche entgegen nehmen. Gegen 17:45 Uhr startete dann die erste Band des Abends.

Von Bokassa habe ich vorher nie was gehört und ehrlich gesagt… ich werde wohl auch in Zukunft nicht mehr von ihnen hören, denn so ganz gefallen hat mir das, was ich so vernommen hatte, nicht so wirklich. Ein Mix aus Hardrock und Metal schallte aus den Boxen, gesehen hat man die Jungs nur auf der Leinwand. Wir standen im Innenraum erst recht mittig, kurz hinter dem Soundpult, so dass wir eigentlich gute Sicht gehabt hätten… wären da nicht ein paar Riesen usw. vor uns. Egal… war ja erstmal nur der Auftakt des Abends. Konnte man mal mitnehmen, aber hängen geblieben ist mir da nicht wirklich was. Anders beim zweiten Support, auf den ich persönlich gar keine Lust hatte, da diese Band für mich einfach zu hoch bewertet wird. Die Rede ist von Ghost.

Ja ich mag diese Formation nicht, weil bei Ghost für mich alles irgendwie zu gleich klingt. Zudem ist die Stimme vom Sänger live eine Katastrophe. Die Bühnenshow bzw. Aufbauten waren ganz interessant, auch der Einsatz von Feuer und Nebel war ganz in Ordnung, aber gesanglich war das ein Reinfall. Selbst der Himmel musste bei dem knapp einstündigen Auftritt heulen, denn der Regen hatte eingesetzt. Dieser sollte sich dann eine ganze Weile halten und bis hier hin, war der Regen tatsächlich das Highlight des Abends. Ghost hatten sich wohl mehr Applaus und Freude erhofft, doch das Berliner Publikum war sehr kritisch. Gezündet hat der Auftritt nicht. Egal… Vorfreude auf den Headliner steigt.

Wie wird die Bühne wirken, wenn sie komplett eingesetzt wird, wie wird der Sound, was für Überraschungen gibt es… Alles Fragen die ich im Kopf mir stellte. Die Bühne war schon geil. Von einer zur anderen Seite in komplett weißer Farbe, angelehnt an das aktuelle Albumcover, machte schon was her. Die riesigen Leinwände waren super, denn so konnte man die Band überhaupt ein wenig sehen. Es gab einen Stegbogen vor der Bühne, so dass die Herren sich ab und an in das Publikum begeben konnten. Der hätte durchaus etwas länger sein dürfen, denn durch die Entfernung in Stadien zur Bühne, haben manche Fans eher das Gefühl gehabt, sie würden eine Live-DVD sehen, als wirklich die Band auf der Bühne. Doch meine größten Bedenken liegen im Olympiastadion wie immer beim Sound. Und schon als wir den Innenraum betraten sagte ich zum Kumpel: Das wird heute nix, die haben die Boxen wieder komplett scheiße ausgerichtet.

Wir hatten eigentlich die Hoffnung: Metallica = große Stadien gewöhnt – die wissen wie das geht. Tja.. lag ich leider daneben. Es mag jetzt viele geben, die mir zustimmen werden, andere werden sagen.. ne so war das nicht. Es ist jetzt mein persönlicher Eindruck und der Eindruck, wie ich ihn von einigen Fans hörte. Es kann natürlich von Position zu Position anders gewesen sein. Wie beschrieben standen wir erst recht zentral, da war der Sound nicht überragend. Dann ging es weiter auf die rechte Seite, fast direkt vor einen der Soundtower. Dort wer der Sound gut, da es unten am Tower ein paar Boxen gab. Abstriche mussten natürlich jetzt bei der Sicht auf die Bühne gemacht werden, aber war eh egal.. man hat die kleinen Figuren auf der Bühne eh nicht von hinten sehen können. Mit 15 Minuten Verspätung erklang „The Ecstasy Of Gold“, gefolgt vom Intro zu „Hardwired“. Und dann lasst sie fliegen die Matten, lasst sie Moshen die Meute oder bleibt einfach stumpf an eurem Platz stehen.

Das taten tatsächlich die meisten Fans… statt sich im Regen zu bewegen, wurde still gestanden und geschaut und gesoffen. Boah.. ohne mich… headbangen war angesagt. Mit nassen Haaren ist das noch ein zusätzlich gutes Training für den Nacken. Im Umkreis von 30 Metern war ich gefühlt der einzige Headbanger. Für ein Metalkonzert… sorry.. sehr schade. Und Metallica haben sich bei der Setlist so viel Mühe gegeben. Als zweiten Track gibt es direkt „The Memory Remains“, gefolgt von „Ride The Lightning“ und „The God That Failed“. Ein starker Beginn und die Band war echt gut drauf. Das kann man ihn in keinem Fall abstreiten. Klar, sie sprangen jetzt nicht wie wild über die Bühne usw. doch Bewegung war da und man merkte ihnen auch den Spaß an, egal ob es regnete oder nicht. Das eine gewisse Routine drin war und manche Ansagen einstudiert klangen… geschenkt. Die Jungs haben einen gewissen Status bei mir, da dürfen sie sich das auch erlauben.

Erlaubt haben sie sich dann auch den ersten Gänsehautmoment, als die Klänge zu „The Unforgiven“ erklangen. Woah… den mal wieder live zu erleben war geil. Weiter ging es danach mit „Here Comes Revenge“ und „Moth Into Flame“. Die Setlist war eine geile Mischung aus neuen Songs und alten Klassikern. Klar war… die alten Hits kamen besser an. Doch die neuen konnten mich auch überzeugen und daher.. für die Mischung klar der Daumen hoch. Der beste Part sollte dann folgen mit Songs wie „Sad But True“ oder „Welcome Home (Sanitarium)“. Nach dem folgte dann das Überraschungslied von Kirk und Rob. Die zwei Herren spielen ja in jeder Stadt ein ganz besonderes Lied, was zur Stadt oder dem Land passt, wo sie gerade auftreten. Und jetzt dürft ihr mal raten, wen sich Metallica ausgesucht haben: … … … Rammstein. Richtig… Engel von Rammstein wurde gespielt und sorgte für mächtig Stimmung in der Schüssel. Die war nicht komplett ausverkauft, man konnte z.B. im Innenraum ganz bequem und locker stehen, wenn man jetzt sich nicht ganz nach Vorne gequetscht hat.

Die Band war musikalisch halbwegs gut drauf. Hier und da schien es, als würden sie nicht im gleichen Takt spielen oder man hat sogar die falsche Melodie bzw. die falsche Tonart gewählt. James war knackig bei Stimme, das kann man lobend sagen. Er lies allerdings kaum ein Uhh Yeah oder Ähnliches raus. Lars an den Drums musste pumpen, hat sich aber nur selten verspielt. Rob ist immer ruhig wirkend, doch einmal entfesselt, dreht er sich auch gerne mal mehrere Male im Kreis mit seinem Bass. Der kam an diesem Abend gut rüber. Und dann wäre da noch Kirk, der mit seinen Gitarrensolos für manch geilen Moment gesorgt hat. Der Typ wirkt zwar immer so komplett einstudiert in seinen Posen und Gesten, aber das ist halt er. Ich nehme ihm ein paar Verspieler nicht krum, das gehört beim Live-Konzert eben dazu, hätte mir hier und da aber ein wenig mehr Präsenz gewünscht. Das galt für Alle, denn die Bühne war groß genug.

Nachdem „St. Anger“ gespielt wurde, kam mein persönlicher Favourit des Abends. Eingeleitet von Feuerwerk und Lichteffekten erklang die Einleitung zu „One“. Ich liebe dieses Stück einfach, weil es so sanft und ruhig startet und sich so geil aufbaut. So langsam wurden, durch das Headbangen, meine Haare wieder trocken, da gibt es „Master Of Puppets“ und „For Whome The Bell Tolls“ auf die Ohren. Jetzt feuern Metallica wirklich Alles ab. Sehr geil, wenn da das Problem mit dem Sound nicht wäre. Zwischendurch bin ich ein wenig durch die Menge gewandert und es wurde einfach nicht besser. Schade eigentlich, denn da waren echt andere Erwartungen vorhanden. Okay… so scheiße wie bei Guns´n´Roses war es zum Glück nicht… aber der Tontechniker von Metallica sollte sich mal Tipps vom Techniker von Rammstein oder den Rolling Stones holen, denn die wissen – wie man diese ungeliebte Schüssel richtig beschallt. Und bei den Preisen für die Tickets und Merch usw. darf man eigentlich schon was erwarten. Dafür kann die Band nicht viel, da haben andere Leute leider versagt.

Lob möchte ich aber auch aussprechen, denn es war ja nicht alles scheiße 😀 Licht und Leinwandeffekte etc. waren echt super. Das war auf den Punkt und die Animationen waren nicht übertrieben, sondern schön passend zu den Songs.. das war wirklich cool. Und überrascht haben mich, um mal wieder auf Rammstein zu kommen, die Flammenwerfer in den Towern und an der Bühne. Wo kamen die plötzlich her. Da wurde es einem schon ganz warm. Toller Specialeffekt, der auch nicht übertrieben oft eingesetzt wurde. Das hat super gepasst. Speziell wo es dann noch dunkler wurde, kamen tolle Lasereffekte gut zur Geltung. Das konnte sich echt sehen lassen. Hut ab! Zum Finale gab es „Creeping Death“ und das beliebte „Seek & Destroy“. Für uns war dann langsam der Zeitpunkt gekommen, sich in Richtung Treppe zu bewegen, denn wir wollten eine leere Bahn noch erwischen. Doch bis wir draußen waren, da lief dann schon „Spit Out The Bone“ und an der Treppe angekommen hielten wir kurz inne und lauschten „Nothing Else Matters“. Allerdings war der Sound hinten auf der Treppe ebenfalls Rotz, so dass hier die Gänsehaut ausblieb.

Pfand weg bringen, den man zwischendurch auf dem Boden fand, nochmal kurz auf Klo und dann noch ein paar Takte vom finalen Song „Enter Sandman“ mitgenommen, der mit Feuerwerk zu Ende ging und dann ab Richtung S-Bahn. Nur nicht die Massen abpassen, sondern vorher am Bahnhof sein. Auf dem Weg dahin hörte ich viele Kritiken, die meiner ähnelten. Also ein kurzes Fazit von meiner Seite: Den ersten Support… hä… der zweite Support.. bäääh… Metallica… och war ganz geil, bis auf den Sound^^ Setlist super, Licht toll… Band gut bei Laune… was will man mehr.

Eine Botschaft muss ich aber noch los werden: Unterlasst bitte die Laolawellen bei Rockkonzerten… das gehört woanders hin, aber nicht bei solchen Shows. Bewegt euch mehr und habt nicht so ein Schiss vor dem Regen. Ihr seid nicht aus Zucker. Wenn es Starkregen gewesen wäre, hätte ich die Panik mancher Leute verstanden, die sich gar nicht gut genug vor dem Wasser schützen konnten, aber bei den paar Tropfen … das hat man genossen. Bewegen hätten sich viele auch mehr können, so blieb die Stimmung eher mau, aus meiner Perspektive. Und an die Typen mit Regenschirmen auf Konzerten: Geht´s noch? Schön den Leuten hinter euch die Sicht versperren, die eh schon kleiner waren als ihr und nix sehen… nicht einmal die Chance hatten die, um auf die Leinwand zu schauen… also das war wirklich nur peinlich. Euch hätte man den Schirm um die Ohren hauen sollen. Sorry… aber das musste ich zum Schluss noch los werden. Ich bin gespannt, wenn ihr auch da gewsen seid, wie ihr es empfunden habt. Lasst es uns bei Facebook in den Kommentaren unter dem Post zum Bericht wissen. \m/

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