Def Leppard

Support: Europe / John Diva and the Rockets of Love
02.07.2019
Zitadelle Spandau
Berlin

verfasst von Kalle

Die große Hitze war an diesem Juliabend vorbei und so konnte man bei angenehmen Temperaturen und einem leichten Wind sich auf den Weg in das weit entfernte Spandau machen. Jeder Berliner wird jetzt diesen Witz verstanden haben, Spander werden mich jetzt sicher hassen 😀 Zehn Minuten vor Fotocall für den Support kam ich an der Location an, das war eine absolute Punktlandung. Natürlich trifft man ein paar bekannte Gesichter und dann ging es auch schon in Richtung Bühne. Um 18 Uhr wurde es dann laut für John Diva und seine Rockets Of Love.

Da habe ich mich total drauf gefreut, denn die Jungs waren vor nicht allzu langer Zeit als Support von Kissin`Dynamite dabei und haben mich schon dort komplett überzeugt. Jetzt als „Nachwuchs“ vor den alten Herren sie spielen zu sehen, war echt geil und sie haben sich in viele neue Herzen gespielt. Liegt nicht zuletzt an dem grandiosen Musikgeschmack der Jungs. Einige würden sagen – die sind nur ein Abklatsch von Steel Panther. Ich dagegen sage: Sie sind sogar besser als Steel Panther, weil sie keine große Show abziehen und ihre Musik irgendwie auch ernster nehmen. Man hört nicht so viele vulgäre Kraftausdrücke. Ein paar Posen und Gesten dürfen natürlich sein, aber es wird hier nicht übertrieben. Die Musik steht mehr im Vordergrund und das kommt beim Publikum sehr gut an. Eine halbe Stunde durften sich die fünf auf der Stage austoben, dann war es schon vorbei.

Eine halbe Stunde wartete man dann auf den nächsten Support und der war kein Unbekannter. Europe gaben sich die Ehre und konnten eine Stunde lang das Publikum von sich und ihren Songs überzeugen. Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich Europe im Astra Kulturhaus Berlin vor gut und gerne 400 Leuten gesehen. Schade das es damals so wenig waren, denn die Band hat absolute Livequalität. Das stellten sie an diesem Abend erneut unter Beweis. Sänger Joey Tempest ist eine absolut coole Bühnenrampensau. Er spielt nicht nur mit uns Fotografen, in unseren ersten drei Fotosongs, sondern die ganze Zeit mit dem Publikum. Der lebt die Musik und die Bühne einfach. Da steckt soviel Herzblut bei Europe dahinter. Umso schlimmer finde ich dann die Leute, die tatsächlich nur wegen zwei oder drei Songs da sind. Gut, sie waren hier jetzt Support, da wartet man evtl. noch auf den Headliner, doch anhand der Smartphones im Publikum bei bestimmten Liedern, hat man erkannt, wer was wo wie kannte.

Ich persönlich hab mich über mehrere Tracks gefreut, da die Musik von Europe wirklich klasse ist. Mit „Walk The Earth“ und „The Siege“ hatten sie ihr Set eröffnet. Dann kam direkt schon „Rock The Night“. Für mich einer der Knaller und daher hatte ich das Bilder schießen schon fast vergessen und tänzelte singend durch den Fotograben. Im Set tauchten dann Songs wie „Scream Of Anger“, „Ready Or Not“, „Superstitious“ oder „Last Look At Eden“ auf, bevor dann „Carrie“ von den Fans lautstark mitgesungen und mitgeschunkelt wurde. Zum Finale des Sets kamen dann „Dance The Night Away“, „Cherokee“ und zum Finale natürlich der „The Final Countdown“. Man merkte hier aber tatsächlich der Band an, das sie ihn doch gerne aus dem Set nehmen würden und einfach ihre andere Songs für sich sprechen lassen würden. Egal… für die Fans tut man es doch gerne.

Mir trällerte immernoch „Don´t Stop Believin“ in der von John Diva and the Rockets of Love gesungenen Version im Ohr herum, während auf der Bühne fleißig umgebaut wurde. Im Gedanken war ich dann bei den Preisen für den Abend. Die Abendkasse wollte 70 Euro haben, das Shirt hätte 30 Euro gekostet und die Bierpreise sind mittlerweile bei 5 Euro angekommen. Vor ein paar Jahren waren das noch 3,50 Euro und ein Euro Pfand. Irgendwie verstehe ich die Preispolitik langsam nicht mehr. Hätte man für Alles die gwünschten Preise gezahlt, und gehen wir mal nicht nur von einem Bier aus, dann hätte der Konzertabend gut und gerne mal 130 Euro gekostet. Das ist aus meiner Sicht einfach nur heftig und fern jeglicher Realität. Sorry, aber da muss man sich langsam nicht mehr wundern, wenn die Konzertbesucher weniger werden. Auf Grund der Masse an Konzerten und den Kosten… das geht echt enorm in die Höhe. Ich verstehe… Löhne usw. steigen… kann ich komplett verstehen… aber bald werden Konzerte wirklich nur noch im Stream aus dem Proberaum kommen, wenn das so weiter geht und sich keiner mehr live mehrmals im Monat leisten kann.

Auch Def Leppard wären mir persönlich keine 70 Euro Eintritt wert. Klar eine geile Band, das haben sie an dem Abend unter Beweis gestellt, aber wofür wird die Summe aufgerufen? Die Bühne steht durch das Citadel Music Festival schon. Licht? Sound? Alles normalerweise da. Das bisschen Bühnenaufbau mit der Treppe usw.? Nunja… kommen wir mal zum Auftritt, der nicht so negativ war, wie meine Laune bei den Preisen.

Es war auf die Sekunde genau 20:30 Uhr, als das Intro gestartet ist und Def Leppard nach und nach die Bühne betraten. Die Fans waren begeistert, wie Fotografen auch, denn optisch machten die Herren definitiv eine gute Figur. Das Posen für die Kamera haben sie nicht verlernt. Dank des Tageslichtes und der Spotlights vom Pult, waren die Fotobedingungen heute optimal. Somit schoss ich in den ersten drei Songs meine Fotos, gab meine Kamera ab, ging wieder rein und dann wurde genossen und begossen. Erst einmal ein Bier und dann ein wenig umher laufen, um den Sound zu checken. Heute war, trotz des Windes, ein guter Sound und somti an der Stelle direkt das Lob an den Herren am Mischpult. Sehr gute Arbeit. Egal wo ich Stand, man hat klaren und guten Sound gehabt. Klar Abstriche kann man evtl. machen, aber das war heute eine sehr gute und solide Leistung vom Mann an der Technik. Die Playbacks kamen auf den Punkt. Ja schaut jetzt bitte nich so überrascht… es wurde hier und da ein Playback verwendet.

Anders kann man sich manche Stimmlagen nicht erklären, die man zu hören bekam. Persönlich finde ich Playback auf Konzerten immer grenzwertig, zumal alle Bandmitglieder da waren und singen können. Und wenn es schief ist, meine Güte.. dann ist es wenigstens ehrlich. Zum Glück hat man es nur an manchen Stellen in einigen Refrains mitbekommen. Sänger Joe Elliot, der zusammen mit Bassist Rick Savage die einzigen Originalmitglieder waren (Gründung 1977), war aber fast immer live. Der Typ hat ne echt geile Stimme. Das hat Spaß gemacht zu lausen. Rick ist ne Rampensau, der Posen aus dem FF kann. Die Band ist nun schon seit vielen Jahren in ihre aktuellen Besetzung und man merkt die Professionalität. Hier und da war es vielleicht ein wenig zu einstudiert, aber hey… das gehört nunmal auch dazu. Ich hatte ein Gespräch mitbekommen, wo sich über diese gleichzeitigen Bewegungen usw. aufgeregt wurde. Kein Plan wie oft die auf Konzerte gehen, aber Überraschung – das passiert häufiger mit solchen abgesprochenen Positionen usw.

Die Setlist des Abends bestand aus 16 tollen Tracks, die hier und da von Animationen auf der Leinwand untermalt wurden. Es gab nämlich kein typisches Backdrop, sondern eine Videoleinwand. Gelegentlich wurde darauf auch die Band gezeigt, die ihre Fans nicht hängen lies. 90 Minuten gab es tolle Songs wie u.a.: „Let It Go“, „Let´s Get Rocked“, „Two Steps Behind“, „Love Bites“ oder klar: „Pour Some Sugar On Me“. Die Fans freute der Mix, war die Show praktisch ein Best Of Def Leppard. Mit zunehmenden Verschwinden der Sonne konnte sich die Lichtshow zudem noch ein wenig entfalten, so dass noch mehr Stimmung aufkam. Das Publikum genoss die Show und am Ende konnte man sagen, ging fast jeder zufrieden nach Hause. Ich bin auch schon beim letzten Song nach draußen, traf dort zufällig auf der Brücke unsere Gewinnerin der Ticketverlosung und wie der Zufall es wollte, musste sie mit ihrer Begleitung in meine Richtung. Sie nahmen mich kurzerhand im Auto mit und so ersparte ich mir eine lange Bahnfahrt. Danke an der Stelle noch einmal für die spontane Mitnahme.

Im Gesamten war es ein toller Konzertabend, wo man viele bekannte Gesichter getroffen hat und einige neue kennen lernen durfte. Def Leppard werden jetzt von meiner „Must See“ Liste gestrichen, denn jetzt habe ich sie sehen dürfen. Ich würde sie euch auch empfehlen anzuschauen, da besteht keine Frage. Allerdings würde ich vorher die Ticketpreise checken und überlegen, ob es das im Gesamten Wert ist. Für die ca. 4500 Fans an diesem Abend hat sich das Kommen gelohnt, weil es drei gute Bands gab und man gemeinsam einen tollen Abend hatte. Und wer kann schon sagen, wann Def Leppard mal wieder vorbei schauen.

Tracklist:

Rocket
Animal
Let It Go
When Love and Hate Collide
Let’s Get Rocked
Armageddon It
Rock On (David Essex cover)
Two Steps Behind
Man Enough
Love Bites
Bringin‘ on the Heartbreak
Switch 625
Hysteria (With „Heroes“ snippet by David Bowie)
Pour Some Sugar on Me

Zugaben:
Rock of Ages
Photograph

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