Hellscream – Hate Machine

verfasst von Henry E.-S.

Manchmal hasse ich es, einen Witz nicht bringen zu können. Ich bringe die Witze zwar trotzdem, denn besser einen Feind mehr als einen guten Witz verschwenden, aber es macht nicht so viel Spaß, wenn Jemand den schon gebracht hat. Und das dann auch noch im Dauerfeuer. “Hellscream“ ist nicht nur eine US-Band, deren zwei Hauptmusiker gefüllt in mehr Bands gespielt haben (die ich alle nicht kenne und Ihr alle wahrscheinlich auch nicht) als ich auf Partys in meinem Leben war, sondern auch ein Bandname, der nach diesem einen Witz schreit. Den Warcraft-Witz hat aber schon einer gebracht. Mehrfach. In der Kritik zum letzten Album. Danke, du Arsch. Wie soll ich hier jetzt dumme Witze machen? Damit, dass die Bandfotos aussehen, wie aus Muskel-Wettbewerben der frühen 90er? Das funktioniert nicht! Mal ganz davon abgesehen, dass das eigentlich ganz gut beschreibt, wo die Reise hingeht.

Kein Black Metal, kein Bex, kein Bullshit, sondern Power Metal. Also ne, eher so eher im Heavy Metal stehender Power Metal, mit einer deutlichen Spur Trash-Metal. Man kann sich die Beschreibung des Musikstils ganz einfach machen und sich ganz kurz den PR-Text durchlesen. In diesem stehen auch Bands drin, an die sich angelehnt wurde. Und sobald man einen Band-Namen liest, fällt es einem wie Schuppen aus den Haaren, woran die Musik der Band frappierend erinnert: “Iced Earth“. Und zwar so dermaßen frappierend, dass jetzt nur noch Tim Ripper Owens singen muss, dass es “Iced Earth“ ist. Und für die, die mir jetzt vorwerfen, dass bei “Iced Earth“ ja eigentlich wer anders der Sänger ist: Schnauze. Tim Ripper Owens FTW! Neben Roy Khan (Ex-Kamelot) werde ich den Typen auch weiterhin abfeiern. Um wieder auf “Hellscream“ zurück zu kommen: “Hate Machine“ ist ein Album, welches so auf halbe Weise auch von “Iced Earth“ kommen könnte. Auf halbe Weise. Das Schlagzeug wummert sich mit einer schönen Aggressivität durch die Songs, während Gitarre und Bass schön verspielt die Melodien vorwärts tragen. Auf halbe Weise. Es ist dahin gehend nur Halb “Iced Earth“, dass “Hate Machine“ mit einer Sache so vollgestopft ist, dass es dahin gehend jedes “Iced Earth“-Album in der Pfeife raucht: Komplexität. Ich hatte mich oben schon gewundert, in wie viel Bands der Sänger und der Gitarrist gespielt haben. Ich glaube das denen vollkommen, denn das schlägt sich hier echt nieder! Hier wird ein Feuerwerk der Frickelei abgebrannt.

Kein Instrument bleibt auf lange Sicht ruhig oder gradlinig. Da wird Gerifft wie blöde! Und das ist geil, denn so macht jeder Song wieder Bock aufs zuhören. Außerdem haben Sie zum Glück keine richtige Quoten-Ballade drin. Eine Sache muss bei allem angesprochen werden. Und das ist nicht die Produktion, welche eher schön rau klingt und gut abgemischt ist. Oder halt, doch die Produktion. Beziehungsweise die Produktion betreffend dem Gesang. Mal ganz davon abgesehen, dass der Sänger von Klargesang, über Flüstern, Hohes Falsett bis zum Growling geht (was nebenbei gesagt geil ist), hat da Irgendjemand bei der Abmischung gepennt. Das gesamte Album hindurch hört sich der Sänger so an, als würde er durch ein blechernes Megaphone singen. Und das muss echt nicht sein. Es zieht dieses ansonsten sehr gute Album nach unten. Sehr gut im Sinne von Heavy Power Metal. Innovativ ist was anderes. Aber gut ist es. Und jetzt entschuldigt mich, mir ist arsch warm.

Tracklist:

01.There will be blood
02.Fire starter
03.Weight of the world
04.Oubliette
05.Zero recall
06.Slaves of the sand
07.Hate machine
08.Another angel down
09.Payback
10.Blood rite
11.Wake the demon
12.Generation kill

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen