Rammstein

22.06.2019
Olympiastadion
Berlin

verfasst von Kalle

WOAH… war das ein geiler Abend. Ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Schiss, weil das Olympiastadion in Sachen Sound immer einige Überraschungen bereit halten sollte, doch an diesem Abend… fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Nein… eigentlich nicht, weil das Konzert von Rammstein im Stadion war eine Wucht. Um 16 Uhr wurden bereits die Tore geöffnet, da war ich noch auf Arbeit zu Gange. Von dort los, kurz nach Hause um mich umzuziehen und dann ab in die S-Bahn zum Stadion. Die Bahn nicht voll, also die Anfahrt entspannt. Vor Ort wollten wir vor dem Stadion noch n Bier zischen, doch die Betreiber der Bars haben gehörig die Preise erhöht. Sechs Euro für ein Fassbier und fünf Euro für ein Flaschenbier gehen mir dann doch zu weit, dafür das es keine Fanbecher waren. Fünf Euro für eine Bratwurst hat dem Ganzen dann noch die Krone aufgesetzt. Im Stadion kenne ich die Preise schon, aber davor noch teurer war echt heftig. Die Kontrollen gingen zügig und schnell von statten, man hatte genug Eingänge offen gehabt. DDer Vorplatz war gesäumt mit Fans die an Bier und Fresständen anstanden. Wir gingen dann ein wenig seitlich um das Stadion rum und schwupp, waren die Schlangen gar nicht mehr so lang. Zack ein Bier gegriffen vom Bierwalker und dann natürlich Fanbecher sammeln. Ja irgendwie sind die schon cool.

Das kann man vom Merch auch sagen, wobei ich 30 Euro für ein Shirt schon hoch fand für Rammstein. Die machen ja nun aufgrund der Masse an Käufern schon gut Umsatz. LKW´s mit Merch standen hinten manchen Zelten und Wagen, so dass jeder Fan jede Größe hätte irgendwo bekommen können. Mein Shirt hatte ich mir auch ausgesucht und dann ging es zu den Plätzen. Dort angekommen waren wir einerseits begeistert, andererseits störte ein Boxenturm ein wenig die Sicht. Egal, weil so wussten wir… der Sound wird uns direkt treffen. Ein großer Vorteil! Wobei die Anlage im Stadion eh schon gut aufgestellt war, denn selbst für die Oberränge hatte man Extraboxen aufgehangen. Grandiose Leistung vom Soundteam schon im Vorfeld. Licht war klar, wird fett werden, denn die Bühne war eine Wucht! Schön groß, übersichtlich und gut bestückt mit allem, was man auf einer solchen Plattform sich wünscht. Doch einen Mankel gibt es jetzt doch, denn Leinwände gab es keine, außer eine in der Mitte des Bühnenturmes, die ab und an eingeschaltet wurde. Da hatte ich wirklich n bissel Bammel vor, weil man halt die Musiker so wenig gesehen hat. Aber ehrlich gesagt, war das sowas von egal.

Warum? Dazu gleich mehr, denn es gab überraschenderweise einen Support. Auch da hatte ich einen großen Bammel vor, war ich noch von der Supportgurke aus der Waldbühne von vor zwei Jahren gezeichnet. Damals war es ein Grauen, auch einige Shows vorher hatten Rammstein nicht immer Glück mit einem guten Support. Für mich der beste Support waren 2005 Apocalyptica, doch an diesem Abend kam ein guter Platz Zwei dazu. Zwei Damen, das Duo Jatekok) saßen an zwei Piano´s und spielen Rammsteinsongs auf den Instrumenten. Überraschend, aber irgendwie war der Rahmen zu überdimensioniert. Es war geil, keine Frage, aber man hätte sich n bissel mehr dazu gewünscht. Ich nutzte die Zeit um Getränke zu holen. Die Getränkewagen usw. wurden gut aufgestockt, doch Wartezeiten gab es enorm. So hatte ich mein erstes Bier schon wieder leer, bevor ich noch eine Cola organisieren konnte. Zack.. erstmal noch n Liter geholt, damit man nicht mehr ständig hin und her laufen muss. Zurück am Platz dauerte es dann nicht mehr lange, als um 20:35 Uhr die Boxen anfingen ein Intro zu spielen und die Band nach und nach auf die Bühne kam.

Was dann folgte war eine atemberaubende Show, mit zahlreichen Highlights. Die Setlist wurde zu Beginn gut gemischt: Ein neuer Song, gefolgt von einem Klassiker. „Was ich liebe“ eröffnete die Show, gefolgt von „Links 2-3-4“. Mit „Tattoo“ wurde dann fortgefahren und dann für mich ein erstes richtiges Highlight mit „Sehnsucht“. Woah… war das geil. „Zeig dich“ vom neuen Album wurde genauso mitgesungen wir das geile „Mein Herz brennt“. Mit „Puppe“ folgte einer meine Favouriten der neuen Platte. Es wurde ein überdimensionaler Kinderwagen auf die Bühne geschoben, während Till mit einer Kamera die Bandmitglieder filmte und später auch den Kinderwagen. Der stand ab einer bestimmten Stelle dann in Flammen. Feuer ist ja das Lieblingselement der Band, welches noch öfter zum Einsatz kommen sollte. Ich werde jetzt nicht auf jedes gezeigte Element oder Lichteffekt usw. genau eingehen, weil Alles möchte ich auch nicht verraten bzw. muss man gesehen haben. Mit einem weiteren Klassiker erfreuten die Herren dann mein Herz. Es folgte „Heirate Mich“. Einfach nur geile diese Michung. Dann wurde es etwas sanfter und gespielt wurde „Diamant“. Hätte jetzt aus meiner Sicht nicht zwingend in die Setlist aufgenommen werden müssen, dafür könnte man „Seemann“ einbauen.

Als dann in der mittleren Bühnensäule ein kleiner Aufzug nach oben fuhr, in dem sich Kruspe als DJ versuchte, war klar… es ist Zeit für „Deutschland“. Vorher durften die Bandmitglieder als beleuchtete Männchen die Bühne betanzen. Jetzt gab es für die Fans kein halten mehr und es wurde krass laut im Stadion. Rammstein hatten das Stadion ja praktisch von der ersten Note des Konzertes im Griff und begeistert. Es saßen nur vereinzelt Leute auf ihren Sitzplätzen. Mit „Radio“ ging es dann weiter und auch hier wieder mächtig geil. Es sollte später noch ein weiterer neuer Track folgen, doch jetzt wurde ein Klassikerfeuerwerk abgefeuert. „Mein Teil“, mit dem obligatorischem Flammenwerfer kam. Doch es wurde modifiziert. Der kleine Flammenwerfer war nicht gut genug, das größere Exemplar konnte Till ebenfalls nicht begeistern. Somit holten die Crewhelfer eine Art Flammenwerferatteleriegeschoss, das Flake richtig Feuer machen sollte. Der war mittlerweile aus dem Kochtopf raus und stand mit einem feuerfesten Anzug auf der Bühne. Dann wurde abgedrückt und Flake versank in einem Feuerball.

Die Uralthymne „Du hast“ durfte nicht fehlen undu wurde ordentlich zelebriert. Das Highlight in Sachen Feuer kam dann aber bei „Sonne“. Meterhohe Flammensäulen schossen in den Himmel und heizten richtig ein. Einfach nur eine geile Optik. Was hier lobend erwähnt werden muss und zeigte, wie gut die Anlage funktionerte: Es gab nur einen ganz kleinen Hauch an Versetzung zwischen Sound und Licht bei unserem Platz in der Ostkurve. Für die Nichtkenner, das ist der hinterste Rang bei Konzerten, wo man sitzen kann. Es war dennoch ein genialer Platz für uns, weil wir so einen tollen Überblick über das Infield hatten. Mit „Ohne Dich“ wurde dann das erste offizielle Set beendet. Es folgte die wohl größte Überraschung für viele Fans. Das Duo Jatekok war wieder an ihren Klavieren, welche übrigens auf einer kleinen Extrabühne am linken Soundtower stand. Die Band kam durch das Publikum hindurch ebenfalls auf das Podest und es gab eine unglaubliche Version von „Engel“. Nix mit Pyro und Flügel an Till´s Rücken. Die Band stand verteilt auf der Bühne und schaute in das weite Rund. Das sang lautstark mit. Wer nicht textsicher war, konnte auf der Leinwand den Text ablesen. Nach dem Song ging es für einen Teil der Band mit Schlauchbooten über die Menschenmasse zurück auf die Bühne.

„Ausländer“ wurde als nächster Song gespielt. Nun waren damit alle neuen Songs für die Setlist gespielt und der Rest war jetzt einfach nur Highlight an Highlight. „Du riechst so gut“ habe ich lange nicht mehr so geil gehört. Ein Kracher! „Pussy“ wurde dann wie üblich zelebriert, als Till auf seinem Riesenpenis vor der Bühne hin und her geschoben wurde. Aus dem kam im vorderen Bühnenbereich Schaum heraus. Für das Publikum im Hintergrund gab es Konfetti. Der letzte Zugabenteil wurde dann von einem so geilen Song eröffnet: „Rammstein“. Geile Scheiße kann man nur sagen. Getoppt wurde es dann nur noch mit dem finalen Song „Ich will“ wo Berlin noch einmal alles aus den Stimmen hohlte, was noch vorhanden war. Danach verabschiedeten Sich Rammstein von der Bühne mit einem Kniefall und Verbeugung. Wenig später fuhren sie zum Pianooutro von „Sonne“ die Säule nach Oben und mit einem Knall war Alles vorbei.

Es war grandios… aber war es das beste Rammsteinkonzert, welches ich erleben durfte? Ja es war geil, es war laut und optisch eine Wucht. Die Setlist war super bestückt, doch irgendwo fehlten noch ein paar Kracher. Logisch.. jeder würde jetzt sagen: Haut alle Songs und Effekte raus und brennt alles ab, was aus den Fontänen kommt usw. Das würde dann aber zu weit führen. Die Effekte waren grandios, die Lichtshow hat mit zunehmender Dunkelheit ihre volle Dynamik entwickelt und im Großen und Ganzen war das echt ein Abriss. Es hätte noch länger gehen können, als die gut zwei Stunden und zwanzig Minuten. Mein Nacken wird mir aber das Ende gedankt haben, weil den habe ich häufig und heftig kreisen lassen. Das Konzert, dieses Highlihgt, musste man genießen! Danke Rammstein und die all die fleißigen Helfer der Crew (egal welches Gewerk) für einen grandiosen Showabend im Olympiastadion. Und an all die Idioten, die bei einem solchen Konzert eine Laola machten… bleibt das nächste Mal zu Hause oder geht zur Schlagernacht… Laola hat bei Rammstein nix zu suchen. \m/

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