Skid Row

Support: Bad Touch
10.06.2019
Huxley´s Neue Welt
Berlin

verfasst von Kalle

Okay… wo soll ich hier anfangen. Hmmm… es fällt mir schwer das Konzert wirklich in Worte zu fassen, denn genau die fehlen mir eigentlich genau jetzt. Woran liegt das? Man könnte es jetzt positiv auslegen und sagen: Boah was eine geile Supportband und Skid Row danach waren total super und boah… was eine Zuschauermenge. Nur leider würde ich dann erheblich lügen, wobei von den eben getroffenen Aussagen eine auf jeden Fall stimmt. Der Support war wirklich klasse. Der Rest wäre leider komplett gelogen und die Schuld für einer der Lügen trägt der Tontechniker.

Gut, nun möchte ich nicht den Tontechniker niedermachen, der Bad Touch gemischt hat, denn der wusste was er tat und hat die Engländer super abgemischt. Irgendwie kam mir der Bandname auch bekannt vor, doch es fiel mir bis jetzt nicht ein. Schade, denn von den Jungs hätte ich gerne vorher schon was gehört. Gut das ich es jetzt live erleben konnte, denn die Engländer haben einen super Auftritt hingelegt. Ihr Sound lässt sich als eine Mischung aus Bon Jovi, Guns´n´Roses, Kiss und ZZ Top beschreiben. Ihr Sänger hat eine so breite Range, so dass er wirklich viele Elemente einbringen konnte. Trotz der sehr geringen Zusachauerzahl brachten die Fünf eine Menge Energie auf die Bühne und wussten zu überzeugen. Gut, die Standardsätze als Support hätten sie sich durchaus klemmen können und ihre Animationsversuche verliefen sich auch sehr schnell, doch die Band hat Spaß gemacht und man hat gerne gelauscht. Das ist ein guter Geheimtipp.

Der sollte Skid Row eigentlich nicht sein und umso war ich verwundert über die Zuschauerzahl. Es waren, und ja das ist jetzt kein Scherz, weniger als 250 Leute im Huxley´s Neue Welt. Wenige Tage zuvor spielten Skid Row noch auf dem RockHard Festival… vielleicht hätten sie da noch ein wenig Werbung machen sollen. 40 Euro an der Abendkasse, mitten in der Festivalsaison ist natürlich schon hart und dennoch… für einen Feiertag, welcher ja Pfingstmontag bei uns ist, hätte ich doch weit mehr Zuschauer erwartet. Nur sie blieben aus und so hatte ich eine Premiere… so leer hab ich das Huxley´s bei einem Konzert noch nie erlebt. Schade eigentlich, denn Skid Row sind eine klasse Band, die auch mit ihrem aktuellen Sänger echt überzeugen könnten. Könnten ist hier allerdings das Stichwort, denn an diesem Abend war die Überzeugung schwierig. Man hat halt einfach kein Wort verstanden. Was auch immer der Tontechniker eingestellt hat, er hat komplett daneben gegriffen.

Schon der Line-Check lies einen aufhorchen und verwundern. Tut das Not mit der so lauten Gitarre? Ja klar, Konzerte laut und so… alles kein Problem… wenn die Halle voll wäre und das Publikum den Sound schlucken würde. Nur bei dieser geringen Anzahl an Leuten, die sich überall verteilen, kann man keinen so lauten Sound fahren. Der Sänger hatte mal gekonnt damit zu kämpfen, irgendwie sich Gehör zu verschaffen und das von Beginn an. Das war nah dran an Körperverletzung. Hauptsache Instagram und Co. lieber Tontechniker. Nächstes Mal lieber weniger am Handy daddeln und mehr auf den Sound achten, dann kann ein Fan das Konzert auch genießen und danach mit tollem Gefühl nach Hause fahren. So muss man leider sagen, taten mir Skid Row echt leid.

Sie haben sich verdammt viel Mühe gegeben und eine ordentliche Performance abgeliefert. Dagegen kann man nix sagen. Nur war hier und da einfach die Stimmung im Eimer, weil eben diese durch den Sound verhagelt wurde. Die Setlist war ein Hitfeuerwerk, aber ich hätte die Songs lieber mit Gänsehaut erlebt, statt mit Ohrenschmerzen. Klassiker wie „Sweet Little Sister“ oder „Get The Fuck Out“ kamen echt gut zum Start… auch der Hit „18 and Life“ war mit am Start… nur ohne wirklichen Gesang… kommt das halt Scheiße. Die Gitarren haben leider Alles übertönt. Und bei einem Song war ich echt angepisst, weil ich diesen wirklich sehr mag. Er kam daher mit einer kleinen Lichtshoweinleitung und Co. was ansich cool war. Doch dann fehlte das Besondere.. die Gänsehaut. Hier ist natürlich die Rede von „I Remember You“. Nix war es mit Feuerzeugen und Herzschmerz und Co. Stattdessen gab es einfach nur Ohrenaua, weil Sänger ZP Theart mit aller Macht versucht hat gegen die Musiker anzukommen.

Leider vergeblich. Das zog sich so bis zum Ende weiter und der Tontechniker hat es schlicht nicht gemerkt. Gut, die kleine Meute hat trotzdem gefeiert und das Konzert genossen. Ich hab mich irgendwann einfach auf die kleine Sitztribüne verkrümelt und das Konzert von dort betrachtet. Da erlebt man mal eine legendäre Band, die so super sein kann… und die sich auch mehr als Mühe gab mit der kleinen Fangemeinde, doch dann hast du einen Mann am Regler… ach naja… ihr wisst was jetzt kommen würde. Der Band mache ich keinen Vorwurf und ich hab mich gefreut sie mal live erleben zu dürfen, doch gerne hätte ich die Songs mehr genossen. Denn Skid Row haben einfach coole Songs und sie sind live auch tierisch cool drauf… wenn der Sound stimmt, so hoffe ich. Für mich war es leider das erste Mal… ob es das letzte Mal war? Hmmmm… Ich hoffe nicht. Schön war übrigens die Mischung des Alters im Publikum. Viele junge Leute haben sich Skid Row gegeben und gefeiert, was ich sehr begrüße.

Nun… der Abend versprach viel, hat nicht so viel gehalten, war aber dennoch unterhaltsam. Man darf gespannt sein, wann es Skid Row wieder nach Berlin zieht. Vielleicht das nächste Mal einfach als exclusives Clubkonzert verkaufen, was vielleicht 25 Euro kostet und dann kommen sicher ein paar mehr. Große Hallen… die Zeit war leider ein Mal, jedenfalls in Berlin im Sommer. Immerhin… ich konnte Skid Row einmal live erleben und sie von meiner Must See Liste streichen. Und eine Chance bekommen sie gerne noch von mir, denn man hat ihnen ja die Spielfreude und Co. angesehen. Das war echt geil… aber nehmt das nächste Mal jemanden an den Sound, der euch zu würdigen weiß und Ahnung von der Materie hat.

Tracklist Berlin:

Intro: Blitzkrieg Bop (Ramones song)
Slave to the Grind
Sweet Little Sister
Get the Fuck Out
Big Guns
18 and Life
Piece of Me
Livin‘ on a Chain Gang
Ghost
Psycho Therapy (Ramones cover) (Rachel Bolan on vocals)
I Remember You
Monkey Business (Extended jam)
Makin‘ a Mess

Zugaben:
We Are the Damned
In a Darkened Room
Youth Gone Wild
Outro: Take Me Home, Country Roads (John Denver song)

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