König Kobra – Level für Level

verfasst von Henry E.-S.

Jedes verdammte mal. Jedes mal, wenn irgendwo irgendwas auch nur danach aussieht, als würde es Metal in der Art von Video-Spielsoundtracks sein, oder auf gute Weise Synthies verwenden, muss ich einfach zugreifen. Das das in den meisten Fällen nicht zu trifft, oder man dann eine Synthwave-Platte vor sich hat, erklärt sich von selbst. In einigen Fällen hatte ich allerdings dann doch mal Glück und Gitarren trafen auf Synthies in spaßiger Form. Allerdings kommen auf jeden positiven dieser Fälle ca. 10 Totalausfälle von Alben.



Um mal nicht mit den Negativ-Beispielen an zu fangen, schauen wir doch einfach mal auf die erste Platte von “Eskimo Callboy“. Diese Platte steht als Paradebeispiel für gleich mehrere Dinge. Zuerst kann man sagen, dass dieses “Synthie-trifft-auf-Metal“ am häufigsten in den Bereichen Metalcore und Deathcore auftritt. Auf der anderen Seite gibt es leider nur eine Herangehensweise an diese Kombination dieser Elemente, die funktioniert und nicht peinlich/scheiße wird: Denn verdammten Sinn/Ernsthaftigkeit/Anspruch einfach direkt über Board werfen und alles durch grenzdebiles Gegiggel ersetzen. Das ist absolut nicht negativ gemeint, viel von dem ganzen Synthie-Zeug macht einfach am meisten Spaß, wenn man vor Konsum sein Gehirn beim Türsteher abgibt. Aber halt: Wenn ich simple Lala-Musik haben will, deren Inhalte zu 95% aus Liebesschmalz, Party und Arsch-Wackeln bestehen, dann kann ich doch auch gleich Radio hören? Richtig. Genau das.

Ich habe gerade Urlaub und bin daher tendenziell nicht ganz auf Krawall gebürstet. Daher weiß ich nicht so recht, was ich von “König Kobra“ halten soll. Erst einmal ist der Name aber sowas von der US-Hardrock Band “King Kobra“ abgekupfert. Hmm, es gibt auch einen Film mit dem Namen. Na egal. Diese Herren aus dem Ruhrpott berichten, dass Sie sich schon länger kennen und schon länger im Musik-Business unterwegs sind. Wollen sagen, “König Kobra“ wird eher als Nebenprojekt dargestellt. Also doch wieder eine Supergroup. Ne halt, steht nirgendwo was davon. Auch wenn die Stimme des Shouters sehr nach dem Sänger von “Eskimo Callboy“ klingt. Jedenfalls wollten Sie halt etwas Eigenes machen. Haben sie aber nicht. “Level für Level“ hört sich in gewisser Weise so an, als würden die Sportfreunde Stiller handzahmen Metalcore spielen und ab und an mal etwas Screaming benutzen. Die Songs sind alle so produziert, als wollten Sie wirklich Jedem gefallen. Sie sind eingängig, kommen immer schön mit einem passendem Refrain daher und ecken nicht an. Musikalisch und von diesen Strukturen innerhalb der Songs zeigt sich gut, dass die Jungs ihr Handwerk gut können. Es klingt fast schon so, als wollten Sie diese Art Sound erschaffen. Dies gelingt Ihnen auch gut und ohne Umschweife.



Ich für meinen Teil kann mir einfach nicht helfen als zu fragen, warum man diese für das Radio gemachte Musik macht. Vor allem dann, wenn man eigentlich mehr aus seinem spielerischen Können machen könnte. Vielleicht, weil man Geld verdienen will. Oder bei den Frauen ankommen will. Was auch die Texte aussagen. Die Texte sind bis auf 2-3 gute Punk-Nummern einfach nur das übliche Party und Liebe. Mehr nicht. Da wäre mehr gegangen. Aber ich kann das Ganze auch nicht einfach abstrafen. Das, was sie machen, machen sie gut. Nur ist das, was sie machen, einfach Radio-Musik und so Nahe an jedwedem Anspruch wie Prostatavorsorgeuntersuchung zu angenehm.

Man kann sich einfach nicht beschweren, es sich aber auch nicht häufiger als 3 mal anhören. Es ist Musik für den Konsum, nicht für den Genuss. Zumindest für ersteres funktioniert sie. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Urlaub.

Tracklist:
01. Start
02. Zeitmaschine
03. Kirmesdisco
04. Level für Level
05. 1998
06. Pizza Paetroni
07. Eins zwei drei tanzen
08. Kein Mensch
09. Sorgenkind
10. Was du nicht weißt
11. Quadrat
12. Vorwärts

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