Evohé -Deus sive natura

verfasst von Henry E.-S.

Gibt es eigentlich irgendwo in Frankreich eine Fabrik, die nichts Besseres zu tun hat, als den lieben langen Tag lang Black Metal-Bands zu produzieren? In den letzten Jahren habe ich echt das Gefühl, als ob Frankreich in Sachen Anzahl von Black Metal Bands selbst Norwegen überholt hat (na gut, soviel haben die auch wieder nicht).



Konsequent stolpert man über französische Black Metal Bands. Die Gefahr das dadurch Abnutzungserscheinungen in diesem Genre erscheinen ist real. Jedoch steht man aktuell noch in der Position der Stagnation auf hohem Niveau. Ja, Stagnation. Noch ist das alles gut, was da so aus Frankreich kommt, aber tendenziell nimmt die Qualität ab oder geht leider immer öfter in den NSBM. Eine dieser Bands, die gut sind, aus Frankreich kommen, keinen NSBM machen, sondern guten Black Metal sind “Evohé“. Ihre neue Platte “Deus sive natura“ ist eine dieser Platten, die mich dann doch mal etwas gepackt hat. Wie bereits gesagt, gibt es aktuell eine Menge Black Metal und ein Großteil meiner Zeit geht dafür drauf, mich durch diesen Pulk irgendwie durch zu hören. Dadurch kann ich auch behaupten, dass sich viel einfach gleich anhört.

“Evohé“ gehört zum Glück nicht zu einer dieser Bands, die man im Internet hinter her geworfen bekommt, bis man stop sagt. Die Band besteht aus vier Herren, die an Ihren Instrumenten durch aus bewandert sind. Von der Art des Black Metal her, hört sich “Deus sive natura“ etwas nach “Galar“ an. Die Soundproduktion ist bewusst klarer gehalten, um eine andere Form von Kühle zu erreichen. Diese wird durch Pagan-Elemente verstärkt. Die Nähe zu “Galar“ kommt auch beim Gesang zum tragen, welcher wunderbar krächzend daher kommt und aufgrund der Sprache (Französisch, wer hätte das gedacht) noch einmal eine kleine Nuance drauf packt. Ergänzt wird dies durch einen zweiten Backgroundsänger im Klar-Bereich. Diese Mischung kommt in einem schönen Dauerfeuer daher, welche sich nur gelegentlich etwas Ruhe gönnt. Man erkennt schon, dass “Evohé“ ihren eigenen Stil haben.



Das ist Ihnen gut gelungen. Auch wenn das hier jetzt der oben angesprochenen Analyse folgen muss: Stagnieren auf hohem Niveau. “Deus sive natura“ ist eine gute Black Metal-Scheibe der neueren Schule. Es ist aber keine Offenbarung, nichts Neues, nichts wegen dem man vor Freude die nächste Backsteinkirche mit dem Feuerzeug bearbeiten will. Die Scheibe ist gut, sie könnte aber besser sein. Allein schon weil sich sonst kaum jemand traut, so etwas wie Track 9 zu machen (17 Minuten!). Und jetzt entschuldigt mich, es ist warm draußen.

Tracklist:
01. Different worlds
02. Nemesis hall of the slain
03. The tears of forgotten times
04. …of ancient lores
05. Flygia
06. Sleeping with wolves
07. Eola monumenta
08. A thunder of misfortune
09. The thousand eyes of a lonely soul

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