Fiddler´s Green

Support: The Moorings
11.05.2019
Columbia Theater
Berlin

verfasst von Corinna R.

Es ist kurz vor 19 Uhr und erstaunlich frisch für Mitte Mai. Als kurze Zeit später die Pforten geöffnet werden, verschwinde ich in die Gewölbe des Clubs, um den Jungs noch ein paar Fakten zu entlocken. Sandra, die für Lisa eingesprungen ist, um Fotos zu machen, begleitet mich. Ich freue mich, denn das macht ein gutes Team aus 🙂

Als wir danach den Saal des Columbia-Theaters betreten, hat es sich schon etwas gefüllt. Ich bin gespannt auf die Vorband „The Moorings“ aus Frankreich. Bisher kannte ich die Band noch nicht und lasse mich überraschen.

Irgendwie mag ich die Art der Band. Ein Haufen verrückter Musiker, die auf jeden Fall wissen, was es heißt, Stimmung zu machen. Aber irgendetwas fehlt, finde ich zumindest. Als hätten sie meine Gedanken gelesen, taucht das obligatorische Weinglas auf der Bühne auf. Um genau zu sein in der Hand von Sänger Dphil. Bevor er zu „Amsterdam“, dem einzigen französischen Lied des Abends ansetzt, trinkt er noch ein paar Schlucke und prostet dem Publikum zu.

Dass die fünf Jungs aus Straßburg nicht nur Musik machen können, beweisen sie mit dem Tribute-Song „ Captain Watson’s Gang“, den sie Paul Watson, dem Gründer von Sea Shepherd Conservation Society gewidmet haben. Dazu halten sie eine Flagge der Organisation in die Luft, die danach ins Publikum geworfen wird.

„Ich bin hier, um ein bisschen Deutsch zu lernen“, kündigt Dphil das letzte Lied an. Und dann legt der adrenalingeladene Flummi noch einmal am Mikro los. Ob „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ unbedingt das richtige Lied für Berlin ist, darüber lässt sich streiten. Fakt ist jedoch, dass die Stimmung gestimmt und der Grad an Unterhaltungsvermögen kaum zu übertreffen war.

Dann sind Fiddler’s Green dran. Ich freue mich besonders auf die neuen Stücke der der Tour namensgebenden Platte „HeyDay“. Bisher konnte ich sie ja nur auf Musikplattformen genießen und bin gespannt, wie sie Live klingen.

Wie auch bei „The Moorings“ stimmt die Mischung aus musikalischer Unterhaltung und Bühnenblödsinn. Den Jungs oder eher gestandenen Männern ist die Bühnenerfahrung anzumerken, knapp 30 Jahre machen eben schon eine Menge aus.

Die wohl größte Überraschung war, dass die zwei Hauptdarsteller aus den neuen Musikclips auch beim Konzert waren. Diese stammen nämlich beide aus Berlin und da lässt man es sich natürlich nicht nehmen, auf dem Konzert zu erscheinen.

Und wo kann Man(n) wohl am besten seinen Junggesellenabschied feiern? Genau: Auf einem Fiddler’s Green Konzert mit seinesgleichen Bekloppten und Durchgeknallten. Vor allem, wenn man von Albi höchstpersönlich vorgestellt wird. Für den werdenden Bräutigam war es vermutlich ein unvergesslicher Abend, die Hochzeit wird es hoffentlich auch! Von meiner Seite: Alles Gute!

Die von Fiddler’s ins Leben gerufene Wall Of Folk dürfte natürlich auch in Berlin nicht fehlen, genauso wie das Tshirt-über-dem-Kopf-Schwingen, damit mein Nachbar soviel Schweiß wie möglich abbekommt-Ritual. Eins der T-Shirts landete dann auch auf der Bühne. Nachdem sowohl Albi als auch Pat den Geruchstest gemacht haben („Ist das von ner Frau oder von nem Typen?“ – „Keine Ahnung, der Geruch ist undefinierbar“), wurde der glückliche T-Shirtbesitzer gefunden.

Für mich gab es viele schöne Momente an diesem Abend. Ein besonderer war das Water-Solo von Frank und Tobis Höhenflug. Die Stagehand, eine Mischung aus Motorhead- Gitarrist und Hagrid im Schottenrock, gießt Frank das Wasser auf die Drums. Die Bilder, die entstehen, sind einfach zum Träumen. Und Tobi, der während seines Solos auf ein höhenverstellbares Podest steigt, das wie eine liegende Ziehharmonika aussieht und am Ende den Blick auf ein Poster des CD-Covers von Heyday freigibt, ist das Konzert allemal wert.

Als krönender Abschluss werden mehrere Mädels auf die Bühne geholt, die zu „Blarney Roses“ tanzen und singen und einfach Spaß haben. Ich halte mich zurück und bleib lieber im Publikum, denn dafür hab ich an diesem Abend zu wenig getrunken 😉

Alles in allem war es auf jeden Fall ein sehr lustiger Abend mit alten und neuen Gesichtern. Aber eine Sache muss ich anmerken Jungs: wenn ihr schon auffordert, die Shirts auszuziehen, dann sorgt doch bitte nicht nur für eine Wall Of Folk, sondern auch für eine Wall against Schweiß 😉

Auf die nächsten 30 Jahre! Und bis zum nächsten Mal 🙂

Setlist The Moorings:

You only live once/ United we stand/ Broken hearted man/ Ice cold jar of wisky/ Amsterdam/ Captain Watson’s Gang/ Bro Hymn/ Dancy Cargo Hold’s Dance/ Friendship/ Auf der Reeperbahn nachts um halb eins

Setlist Fiddlers Green:

The Freak Of Eniskillen/ Slàinte/ A Night In Dublin/ Farewell/ Bottoms Up/ Limerick Skyle/ No Anthem/ Born To Be A Rover/ Congress Reel/ Pat Murphy/ Raise Your Arms/ Solo/ Together As One/ John Kanaka/ Take Me Back/ One Fine Day/ Down/ FrankTobi/ Rocky Road To Dublin/ Yindy/ Victor And His Demons/ Old Dun Cow/ Cheer Up/ Zusatz: Leaving Of Liverpool/ Folk’s Not Dead/ Blarney Roses

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen