Black Horizon – Dark Light

verfasst von Henry E.-S.

Nichts lässt das erste Bier so gut im Hals verschwinden, wie ein harter Arbeitstag oder ein beschissener Tag. Und was macht nach so einem Tag auch Spaß? Das rum meckern über eben selbigen. Sei es gegenüber dem Mitbewohner, dem Spiegel oder der nächst gelegenen Wand (Unbeteiligte Personen drehen sich ja leider immer weg). Also Topic kann da fast alles her halten, am Besten natürlich aber immer der entsprechend vorhergegangene Arbeitstag.

Danach kommt dann meist… Fußball oder sowas. Und bei denen, die keinen Fußball mögen, dann höchst wahrscheinlich auch mal Musik. Wie bei mir zum Beispiel. Und ja, ich hab Feierabend, einen 10-Stunden-Tag hinter mir und ein Album, was gerade dazu einlädt, sich darüber auszunölen. Namentlich “Dark Light“, die neue Scheibe der französischen Band “Black Horizon“. “Franzosen?“, werden jetzt die ein oder anderen von euch fragen, “sind das nicht die, deren Metal-Bands zu gefühlten 90 Prozent Black Metal spielen?“. Genau die. Und das tun die in der Masse auch gut. Bis auf die hier. Die spielen Heavy Metal. Und das tun die so gar nicht gut. Nachdem ich die Platte nun mehrfach hinter einander ertragen habe, möchte ich nun euch damit auf die Eier gehen. Ich hab Feierabend und ihr seid willkommene Zielscheiben (mein Mitbewohner ist noch nicht zu Hause).

Also starten wir mit einem kleinen Blick auf metal-archives.com. Die erklärt dann dem geneigten Hörer, dass die Mitglieder der Band seit 1991 aktiv sind und unter ihrem aktuellen Namen seit 1998 herum oxidieren. Leider stehen die Namen der Musiklehrer/in nicht dabei. Denn die hätte ich gerne mal angerufen, was denen in ihrem Bildungsplan so falsch gelaufen ist. Und zwar in den Punkten Songwriting und Gesang. Denn da haperts doch arg und zieht das musikalische Können der Leute (nagut, das Niveau ist eher so B – aber immer hin) einfach nach unten. Jeder Song wirkt so, als würden die Musiker regelmäßig auf ihren Instrumenten ausrutschen, sich einfach verspielen. Ich habe versucht, dass irgendwie als Elemente des Songwriting zu verstehen, aber es geht einfach nicht!

Die Songs plätschern uninspiriert dahin. Es ist Heavy Metal, der versucht nur eben solcher zu sein, aber einfach keine Power dahinter hat. Das die das Ganze doch können, kommt maximal 4-5 mal vor. Und jedes Mal, jedes verdammte Mal erinnert man sich konsequent an dieses komische Funsport-Ding, in dem Leute mit selbst gebastelten Flug-Dingern einen Berg runter rollen und versuchen mit der Geschwindigkeit möglichst weit über einen See zu fliegen. Bei diesen guten Song-Abschnitten und dem was direkt dahinter kommt: Der gute Abschnitt ist der Berg runter. Und ersetzt nun den See durch eine Beton-Mauer. Da wird mit Anlauf gegen gefahren. Obwohl es doch vorher gut aussah! Es wird mit Anlauf kontinuierlich auf die Fresse geflogen, weil die Songs einfach etwas wehtun. Keine Alleinstellungsmerkmale, keine Hooks, keine gut dahinfliegenden Gitarren. Man hört einfach nicht zu. Warum auch?

Wer guten klassischen Heavy Metal will, der hört eh die aktuelle Scheibe von “Visigoth“. Die Melodien fehlen bei “Dark Light“ einfach. Was sich da direkt auf negative Weise mit anschließt, ist der Gesang. Ein Sänger, welcher die nicht so guten Melodien einfach nicht gut mitsingt. Er singt irgendwie gefühlt immer in die andere Richtung, als die die man erwartet hätte. Und das wird ab dem zweiten Song sogar arg berechenbar. Positives lässt sich dann doch finden: Die Produktion und Sound-Qualität ist ganz gut. Okay, streicht das mit dem “Positiven“. Der Sound mag zwar gut sein, aber deswegen klopfen wir ja nicht Jedem auf die Schulter. Sound-Produktion muss zum Sound und dem Klangbild der Band passen. Viele Oldscool-Punk-Platten hätte man ohne die schlechte Produktion ja auch nicht ernst nehmen können. Oh man, mein Bier ist alle, ich brauch direkt ein Neues. Und ihr lasst mal bitte alle dieses Album links liegen. Die nächsten Alben von der Band werde ich mir wohl mal anhören. Vielleicht passiert noch was. Ich glaub´s aber nicht. Und jetzt entschuldigt mich, ich hatte echt einen zu langen Arbeitstag.

Tracklist:


01. The hunter
02. Obsession
03. Walking close to me
04. Freedom
05. Howling like a wolf
06. I wanna stop
07. Watching camera 9
08. Miles away
09. Miles away (acoustic version)

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