Ligfaerd – Den Ildrode Konge

verfasst von Henry E.-S.

Vor so ca. 6 Jahren hab ich damit angefangen, die Aussage durch den Raum zu werfen, dass es mehr Power Metal-Bands in Deutschland gibt als Sand am Meer. Damit wollte ich mich auch darüber echauffieren, dass langsam aber sicher die Musiklandschaft in diesem Bereich gesättigt ist. Wollen sagen, dass ziemlich viel einfach gleich klingt, gleich langweilig, gleich uninspiriert. Langsam aber sicher muss ich allerdings diese Aussage auch auf den Black Metal ausdehnen. Ich höre echt gern Black Metal, aber echt: Wie viele Bands soll es eigentlich noch geben, die musikalisch auf die Zweite Welle machen und keinen Schritt irgendwohin machen! Warum ich das sage?

Weil ich keinen Bock mehr habe, Sätze wie „Sehr gut, aber nichts Eigenständiges“ ständig in jede zweite Kritik rein zu feuern. Grade bei Bands, deren Grundsubstanz und Alter einfach nach einem eigenen Stil schreit. “Ligfaerd“ ist so eine. Die Dänen sind jetzt schon seit 2000 auf der Landkarte des Black Metals unterwegs und spielen solchen Black Metal, wie ihn Black Metal Bands so spielen. Corpse Paint, das erste Wort der Platte (“Lucifer“) und Anti-Christlich. Da weiß man einfach, was da jetzt kommt. Die beim berliner Label Vendetta Records unter Vertrag stehenden Dänen gehören in diesem Bereich technisch und musikalisch zu den obersten 20 Prozent. Ihr Black Metal erinnert stark an “Marduk“ und poltert stetig und unbarmherzig los. Die Doublebass haut richtig drauf und erschafft in Kombination mit sehr guten Bass- und Gitarrenlines einen dunklen Klangteppich. Nagut, eher ein Minenfeld. Überall kracht es und rumst es, so wie das eben im brachialeren Oldscool Black Metal mit leichten Death Metal-Elementen drinne nun mal normal ist. So weit, so gut, so bekannt.

Und dann hab ich etwas gemerkt: Diese gute Schwarzmetallische Verneigung vor “Marduk“ schafft es aus irgendeinem mir vollkommen schleierhaften Grund irgendwie ruhig zu klingen. Oder ich kenne mittlerweile einfach viel zu viel und werde alt. Egal. “Ligfaerd“ sind für mich eine ziemlich klassische Black Metal Band, die sehr gut als Beispiel dazu herhalten kann, dass man zwar sehr gut klingen und spielen kann und trotzdem auf der Stelle rennen kann. Den das werfe ich langsam aber sicher gut der Hälfte aller Black Metal und Power Metal Bands vor: Findet endlich mal jeder von euch was Eigenes! “Ligfaerd“ haben das irgendwie nicht. Und das ärgert mich sehr stark, da sie musikalisch sehr gut sind und es eigentlich können müssten. “Den Illdrode Konge“ ist ein perfekt runter gespieltes Stück Black Metal mit dem Charakter der zweiten Welle, welches sogar ohne Probleme bei der Produktion auf dem schmalen Grad zwischen zu klar und zu dumpf balanciert.

Ebenso passt das Cover wie die Faust aufs Auge für diese Art Musik. Schön, dass gibt ne glatte 2 für den Lehrerliebling. Ich will nicht zynisch klingen. Überhaupt nicht. Das ist auch alles kein Angriff gegen die Band. Ich mag die Platte sogar. Ich will bloß einfach immer Bands dahin gehend provozieren, dass sie von den ausgelatschten Pfaden runter kommen. Und seien die Schritte noch so sicher: Volles Brett durchs Unterholz macht einfach viel mehr Spaß. Sehr gute Platte, aber das Eigene kommt einfach nicht so raus. Ach verdammt, jetzt hab ich den Satz schon wieder gesagt. Und jetzt entschuldigt mich, mir kocht grad das Essen über.

Tracklist:

  1. 01. Fra helvede frem
  2. 02. Den ildrode Konge
  3. 03. Den hornedes klo
  4. 04. Kioge huskors 1608 – 1615
  5. 05. Epitafium
  6. 06. Under uindviet jord
  7. 07. Sortekunst
  8. 08. Den stargeste hyrde
  9. 09. Jordfastet
  10. 10. Den fejslagne nedmaning

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