Enterprise Earth – Luciferous

verfasst von Henry E.-S.

Es ist wieder die Zeit des Jahres gekommen, in der ich mich für so ca. 2 bis 3 Wochen an Black Metal satt gehört habe. Also klar, ich höre den schon weiter, aber aktuell einfach nicht so viel. Ihr wollt gar nicht wissen, wie viele Black Metal Alben ich pro Woche so quer höre. Naja, da liegt der Hase halt im Pfeffer: Ich brauch mal etwas Abstand um es wieder genießen zu können.

Und was wäre besser dafür geeignet als ein Genre, welches einem typischen Black Metal-Fan nicht, aber so gar nicht direkt einfallen würde: Deathcore. Ja, manch einer hat ein Faible für Dinge mit -Core hinten dran (Oder für komplizierte Musik-Genres, bei denen man genau weiß, dass man mit ihnen ein Raum leeren kann). Einfach mal richtig stumpfes Breakdown-Geballer, einfach mal Hirn aus, einfach mal … Black Metal-Atmosphäre? Da will ich doch gerade Pause von machen! Okay, stop stop. “Luciferous“ ist die neue Scheibe der US-Band “Enterprise Earth“. Wer beim Wort Deathcore sofort an High-Tempo-Geballer von “Suicide Silence“ oder Linksextremes Geballer von “All Shall Perish“ denkt, dem kann ich nur empfehlen, die Geschwindigkeit mal etwas nach unten zu drehen. Denn so in etwa fühlt sich für mich “Enterprise Earth“ an: Man erwartet natürlich das reinste Breakdown-Massaker, Tempowechsel und ganz tiefes Growling, sowie mehr Pig-Squels als auf einer Schweinefarm in Südniedersachsen. Was man so gar nicht erwartet, ist dass man plötzlich Parallelen zum Black Metal ziehen kann.

Diese Parallelen beginnen bei dem Cover, gehen über das fast durchgehende Blastbeat-Gepolter (welches interessanterweise nur an gut gewählten Punkten von Breakdown-Schluchten unterbrochen wird) und verstärken sich in einem sehr essentiellen Punkt: Der Grundatmosphäre. Der erste Song der Platte “Behold Malevolence“ gehört zu den stärksten Tracks, welche im Bereich Deathcore je gehört habe. Dies gebiert sich vor allem dadurch, das die typische Black Metal-Atmo aus diesem Song zu triefen scheint. Zunächst baut sich der Track ruhig aber bestimmend düster auf und zieht von Moment zu Moment mehr Facetten auf, während die gesamte Zeit ein leises, wehklagendes Gitarrenflimmern im Hintergrund die Luft durchschneidet. Hinzu gesellen sich in den darauf folgenden Tracks gute Gitarren-Soli, beständiges Voran-stapfen des Grundrhythmus sowie eine schleichende Erkenntnis: “Luciferous“ hört sich so an, als hätten sich eine Blackend Death Metal Band der konservativeren Musik-Schule und eine viel zu technische Deathcore Band entschlossen, mit einem epischen Unterton Diablos Katakomben unter Tristram und alles was sich daran befindet, dem verdammten Erdboden gleich zu machen! Epic Blackend Deathcore.

Soll nochmal einer sagen, man könnte keine Neue Namen mehr erfinden. Auch der häufiger zum Einsatz kommende Akustik-Gitarren-Beruhigungsabschnitt passt dazu, lässt dadurch aber einige bestimmte Abschnitte in einem fahleren Licht stehen: Die schnelleren Passage, in den die Höhere Screaming-Stimme in diesen typischen Deathcore-Phasen verharrt. Die klingen sehr stark nach ebensolchen Passagen wie bei anderen Genre-Größen und müssten eigentlich in dieser Form nicht sein. In gewisser Weise stoßen Sie etwas vor den Kopf, da die Stärke von “Enterprise Earth“ eher in eben dem stampfende, tonlich tiefen Bereich steht. Nichts desto trotz, ist “Luciferous“ eine gute und vor allem INTERESSANTE Scheibe, die ich direkt mal bei Zeiten einem zu 90% nur Black Metal hörenden Kumpel zeigen muss. Deathcore mit Black Metal-Versatz – wer hätte gedacht, dass man seit den Erstlingen von “Winds of Plaque“ da mal wieder was von hört. Und jetzt entschuldigt mich, es … schneit in Berlin? Puh, ist nur Schneeregen.

Tracklist:


01. Behold Malevolence
02. Sleep is for the dead
03. He exist
04. Scars of the past
05. Ashamed to be human
06. Requiem
07. The failsafe fallacy
08. Internal suffering
09. Luciferous
10. Nightfallen
11. We are immortal
12. There is no tomorrow

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