Rogers – Mittelfinger für immer

verfasst von Louisa

2018 war ein krasses Jahr für die Düsseldorfer Punkrocker „Rogers“. Spielen im Vorprogramm der Toten Hosen, Festivalgigs in Wacken und auf dem Deichbrand, der Weg bis ganz nach oben dürfte nicht mehr besonders lang sein. Um ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr zu krönen und um zu zeigen, dass das jetzt auf keinen Fall schon das Ende war, legen die Ruhrpottler mit „Mittelfinger für immer“ direkt das nächste Album nach.

Thematisch widmen die Punkrocker sich einem wilden Mix von größtenteils gesellschaftskritischen Themen. Mit „Zu Spät“ behandeln sie das Thema der Nachhaltigkeit, das mittlerweile vielleicht aber schon etwas überhört ist und inhaltlich keine besonderen, neuen Ansätze bietet, und mit dem (sehr gelungenen) Wortspiel „Wer wirft den ersten Schein“ das Thema Konsum und Kommerz, um das man im Punk Rock wohl nicht drumherum kommt.

Auch ansonsten spielen die Düsseldorfer gerne mit ihren Songtiteln und mögen es, zu überraschen. So ist „Für dich“ trotz Intro, das – zumindest mich – stark an „Missing You“ von John Waite erinnert wider erwarten keine schwülstige Ballade, sondern legt dem Hörer auf eingängige Art und Weise ans Herz, auch einmal etwas nur für sich selbst zu tun.

Klanglich zeigen sich die Rogers von ihrer flexiblen Seite und decken von klassischem Radiorock („Ganz nach Oben“) bis zu kompletten Rap-Strophen und ein paar kleinen Schreien („Hartes Leben“) alles ab. Vor allem auch beim Track „Geh mir nicht mehr auf die Eier“, der übrigens die Ohrwurmhymne des Albums ist, erinnern die angepissten Ruhrpottler auch stark an die Ärzte – und das ist wohl nicht das schlechteste.

Im Vorprogramm der Toten Hosen waren die Rogers denkbar gut aufgehoben und es steht außer Frage, dass ihnen auch 2019 wieder ein aufregendes und erfolgreiches Jahr bevorstehen sollte, das erst einmal mit einer eigenen Headlinertour durch Deutschland gebührend zelebriert wird. Diejenigen, die sich im poppig angehauchten Punkrock zu Hause fühlen, sollten sich die Tour auf keinen Fall entgehen lassen, aber für die harten Metalfans unter euch gibt es dort wohl eher nichts zu holen.

Tracklist:

  1. Einen letzten Abend
  2. Zu spät (feat. Ingo Donot)
  3. Mittelfinger für immer
  4. Schon okay
  5. Geh mir nicht mehr auf die Eier
  6. Wo immer du gerade bist
  7. Ganz nach Oben
  8. Hartes Leben (feat. Schmiddlfinga)
  9. Wo gehör ich hin
  10. Wer wirft den ersten Schein
  11. Weit weg
  12. Für dich
  13. Ich bleibe hier

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