Battle Beast

Support: Arion
07.05.2019
Musikzentrum
Hannover

verfasst von: Samantha Rettig

Das Wetter in Hannover ist gut und die Sonne gibt ihr Bestes. Der perfekte Tag für ein Konzert. Bereits zwei Stunden vorher mache ich mich auf den Weg von Laatzen aus, nach Vahrenwald, an das andere Ende Hannovers. Hier liegt das beschauliche Musikzentrum. Zwischen kleinen Häusern und Fabriken befindet sich in einer kleinen Seitenstraße der Ort des Geschehens. Vor der Location tummeln sich schon etliche Metal-Fans. Die Masse trägt Schwarz.

Der 28. von insgesamt 33 Stopps der Tour von Battle Beast führt sie nach Hannover. Als Special Guests spielt die Band Arion im Vorprogramm. Beide Bands stammen aus Finnland.

Um 19 Uhr öffnen dann endlich die Türen und die schwarze Masse strömt ins Innere der großen Halle. Schnell kommt eine familiäre und ausgelassene Stimmung auf und ich komme mit einigen Fans ins Gespräch. Meinen Platz in der ersten Reihe habe ich mir bereits beim Einlass erkämpft. Es wird Bier getrunken und gelacht. Nach 40 Minuten geht es endlich los und den Anfang machen die 5 Jungs der Band Arion. Sie sind gut darin, Stimmung zu verbreiten und es macht Spaß ihnen zuzuhören. Die Leute sind am klatschen und headbangen. Nach acht gut gewählten Songs ist ihre Show vorbei und alle Fans sind bereits in Stimmung für den Hauptact des Abends: Battle Beast. Während die Bühne umgebaut wird und Instrumente verschoben werden, fangen die Fans an „Battle Beast“ zu gröhlen, immer und immer wieder. Nach 10 Minuten Umbauzeit ist es endlich soweit und die Hauptshow beginnt!

Battle Beast bestehen aus 6 Mitgliedern. Sängerin Noora Louhimo, Bassist Eero Sipilä, Schlagzeuger Pyry Vikki, Gitarristen Joona Björkroth, Juuso Soinio und am Keyboard Janne Björkroth. Erst seit 2012 Touren sie mit Nooraum die ganze Welt und sind derzeit auf großer Europa Tournee mit ihrem neuen Album ‚No More Hollywood Endings‘, aus dem der Großteil der gespielten Songs an diesem Abend besteht.

Das Intro wird eingespielt, während alle Mitglieder der Band langsam auf die Bühne kommen. Noora tritt als letztes auf die Stage. Den Anfang macht die Band mit dem Song ‚Unbroken‘ des neuen Albums und die Masse ist sofort in den Bann der starken Stimme Nooras gezogen. Zwischen neuen Songs werden auch altbekannte Lieder aus vergangenen Alben gespielt, sodass Abwechslung vorhanden ist.

Außer Frage steht, dass Nooras Stimme live mindestens gleichermaßen beeindruckend wie auf sämtlichen Aufnahmen ist. Die Stimmung ist auf einem konstanten Hoch. Die Reihenfolge der Lieder ist gut geplant und sinnvoll angeordnet. Langeweile ist etwas, was hier sicher nicht aufkommt. Das Publikum ist ausgiebig am pogen, springen und headbangen. Besonders gut kommen die immer wiederkehrenden Gitarrensolos der beiden Gitarristen an.

Nach den ersten kraftvollen Songs wird es etwas ruhiger im Musikzentrum und Battle Beast stimmen ‚Endless Summer‘ an. Der Song bildet ein Highlight des Abends. Melodische Klänge und gefühlvoller Stimmeinsatz gepaart mit einer on-point Performance der Instrumente sorgen für einen abrupten Stimmungswechsel, den die Fans mit ausgiebigem Applaus hoch honorieren. Handytaschenlampen gehen an und die Arme bewegen sich im Takt nach links und rechts. Nach der Ballade ‚I wish‘ wird es wieder rockiger, kraftvoll und laut im Saal. Es ist Zeit für ‚Raise your Fist‘. Passend zum Namen des Songs animiert Noora das Publikum zum Mitmachen. Fäuste und Hände werden in die Luft geschmissen.

Als dann der Klassiker und ein Song aus den ersten Alben von Battle Beast gespielt wird, eskaliert die Stimmung. ‚Out of Control‘ lässt alle verbleibenden Hemmungen verschwinden. In den hinteren Reihen bildet sich sogar ein kleiner Mosh-Pit.

Zwischen den Songs gibt es immer wieder kleine Unterhaltungen zwischen Noora und dem Publikum. Die Band fragt die Fans in welcher Stadt die Stimmung am besten ist. Hamburg? Nein. Stuttgart? Nein. Hannover? Ja, zur sichtbaren Freude der Band wird lauthals geschrien.

Die Band verlässt die Bühne und etwas großes und neues wird angekündigt. Battle Beast kehren mit einem scheinbar selbst gebastelten Instrument auf die Bühne zurück.

Mehrere Metallstangen auf Rollen, welche ein Synthi Keyboard tragen. Weiter darüber befestigt sind fünf kleine Drums mit knall orangenen Drumsticks. Eero beginnt die Drums zu bearbeiten, diese fangen an zu leuchten und geben ein tolles Bild ab. Aus den Drums erklingt dieselbe Art von Synthi Sound wie aus dem Keyboard.

An dem Instrument befestigt ist ebenfalls eine Flasche Gin und Tonic Water. Janne beginnt für jedes Mitglied der Band einen Becher aufzustellen und ihn zu füllen. Ich stelle meinen Becher einfach dazu. Dieser wird ebenfalls befüllt.

Eero fragt das Publikum nach Gin&Tonic Songs. Die Masse schweigt. Ich fange an nachzudenken und brülle aus dem Affekt einen Song, welcher mir aus meinen besten Feierzeiten noch geläufig ist. „Gin and Tonic schalalalala“ zur Melodie des Bekannten Songs ‚Malle ist nur einmal im Jahr‘.

Die Band lacht und auch dem Publikum scheint es zu gefallen, denn sie fangen ebenfalls an mitzusingen. Eero gibt mir darauf noch einen vollen Becher in die Hand und sagt, den habe ich mir verdient.

Es geht in den Endspurt des Konzertes und es verbleiben noch fünf Lieder. Wieder hin und her, zwischen alten und neuen Songs.

Nooras gefühlvolle Stimme dringt in jede Pore meines Körpers ein und ich habe bereits das gesamte Konzert eine Gänsehaut. Selten habe ich einem Künstler während der Performance soviel Leidenschaft angesehen. Die Emotionen und Gefühle mit denen sie die Songs singt, spiegeln sich in ihrem Gesicht wieder. Sie lässt die Fans spüren, was Diese für sie bedeuten. Es folgt das Lied ‚No More Hollywood Endings‘ aus dem gleichnamigen Album. Noora bestätigt, dass sie beeindruckt sei, wie gut und laut mitgesungen wird und dass dies ja nicht immer der Fall sei. Die Freude ist ihr anzusehen.

Das finale Lied steht uns bevor und die Masse gibt noch ein letztes Mal Alles, bevor es für Battle Beast weitergeht. Schon am nächsten Tag steht Hamburg auf dem Tourplan.

Während ‚Beyond the burning skies‘ gespielt wird, nimmt Noora meine Hand zu einem Duett und wir singen gemeinsam den letzten Song des Abends. Tosender Applaus. Das Publikum jubelt dem Ende dieses brillanten Konzerts entgegen. Die Band verbeugt sich vor schallenden ‚Zugabe‘ Rufen. Es gibt ein Foto und Drumsticks werden in die immer noch jubelnde Menge geworfen. Danach verschwinden die Helden des Abends ein letztes Mal hinter dem Vorhang. Mein Herz pocht und mein Gesicht strahlt. Nur eine Band von diesem Kaliber, welche live auf so einem Level performed, kann sich ohne Einwände „Beast“ nennen.

Setlist:

Intro
Unbroken
Familiar Hell
Straight to the heart
Unfairy Tales
Black Ninja
Endless Summer
I wish
Raise your Fist
Out of Control
Bastard Son of Odin
The Hero
Eden
No More Hollywood Endings
King for a day
Beyond the burning skies

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