D’Artagnan

Gast: Ben
10.05.2019
Musik & Frieden
Berlin

Es ist Freitagnachmittag und ein paar gewisse Musketiere machen das Musik und Frieden unsicher. Eigentlich ist Corinna mit D’Artagnan zum Interview verabredet, aber irgendwie wird bei den Nürnbergern die akademische halben Stunde gerne ausgereizt 😉 Nicht desto trotz hat sich Ben Corinnas Fragen gestellt.

Corinna/ Reina: Wann seid ihr denn heute angekommen?

Ben: Eigentlich schon früh um 8:00, aber wir konnten erst um 14:00 rein und müssen aber früher spielen. Also spät rein, früh spielen, das ist alles so n bisschen Berlin Lifestyle, aber eine goldene Zukunft erwartet uns, weil wenn heute das Musik und Frieden ausverkauft ist, dann dürfen wir beim nächsten Mal in was größerem spielen. Und dann wird das alles nicht mehr ganz so furchtbar. Ja in Berlin Fuß fassen ist nicht so leicht, hab ich auch mit meiner anderen Band schonmal erarbeiten müssen. Und da hat das ein paar Jährchen gedauert. Das ist jetzt unser drittes Konzert hier. Aber Berlin war bisher die schlechteste Stadt Deutschlands. Am Anfang war superwenig los hier. Während in anderen Städten über 500 Zuschauer waren, waren’s in Berlin unter 100. Aber es hilft ja nichts und man kann ja die Hauptstadt nicht einfach auslassen dann auf jeder Tour.

Corinna/ Reina: Ich persönlich fänd’s auch schade.

Ben: Wir haben ja auch viele Fans hier, aber die Clubszene ist halt auch riesig, es gibt immer volles Angebot. Das alte Lied, das singt jede Band. Aber wenn man hier dem verwöhnten, was heißt verwöhnten…den von Clubs und Events verwöhnten Berlinern einen schönen Abend macht, dann kommen die auch immer wieder, wenn man mit denen ne schöne Party feiert und das glaub ich wird auch der Fall sein in so nem kleinen Club. Ich hätte auch Bock, mir das Konzert in so nem kleinen Club anzuschauen ganz ehrlich. Das wäre schon ganz geil. Also als Zuschauer ist das ne andere Experience.

Corinna/ Reina: Du sagst gerade, dass in Berlin nicht so viel los ist, Wenn du jetzt jemandem, der noch nie auf eurem Konzert war, eure Show aus Publikumssicht schmackhaft machen wollen würdest, wie würdest du das machen?

Ben: Uns gibt’s ja noch gar nicht so lange. Und am Anfang war das tatsächlich so, dass das Publikum ein bisschen überfordert war mit dem Live-Feeling, was wir so machen. Während das auf CD super ernst klingt, merkt man Live dann: Moment, das sind ja eigentlich ganz lockere Typen, die kämpfen ja gar nicht die ganze Zeit, sondern wollen eigentlich nur nen schönen Abend verbringen und machen ein paar lockere Witze auf der Bühne. Also Live ist uns wichtig, dass das Augenzwinkern rüberkommt und alle nen schönen Abend haben und n bisschen vom Alltag abschalten. Und das ist glaub ich auch richtig und wichtig, das man das ermöglicht.

Corinna /Reina: Ich hab euch tatsächlich das erste Mal damals in Nürnberg als Vorband von Versengold im Hirsch gehört. Könntet ihr euch vorstellen, nochmal als Supportband zu spielen?

Ben: Also damals war das so, dass wir auch den Hirsch schon mal alleine voll gemacht haben. Das mit Versengold war dann Teil der Tour. Aber ja, man muss sich das Publikum erspielen. Das ist nicht so, dass man zweimal im Fernsehen läuft und plötzlich sind die Hallen voll. Bei anderen mag das so sein, aber Musketier-Rock ist dann doch zu speziell. Auch wenn wir vor ein paar Jahren dann mal echt nen Fernsehhit gelandet haben, muss man sich doch das Publikum Live mit dem Staub der Straße erspielen. Und da gehören auch Support-Touren dazu und da werden wir wahrscheinlich nächstes Jahr ein paar Termine machen. Also keine vierzehn Termine Support-Tour mehr, also das ist echt heftiges Gebuckel. Man muss sich oft aufm Gang umziehen und man hat keinen Backstage-Raum und man sitzt im Sprinter. Supportjahre sind keine Herrenjahre und man muss sie sich verdienen und das werden wir auch wieder tun.

Corinna/ Reina: Vorletztes Jahr gab es ja für euch eine Veränderung und für viele Fans kam es ja dann auch etwas überraschend, dass es bei euch einen Musikerwechsel gab. Wie war die Anfangszeit mit Gustavo? Wie ist er bei den Fans angekommen?

Ben: Von der ersten Stunde an eigentlich..also wir haben ihn in die Band getrickst (grinst). So’n bisschen, wie wenn man jemanden ins Bett kriegen will…

Corinna/ Reina: ..mit Alkohol und K.O.-Tropfen?

Ben: Nein, nein, nein…dann schon auf die feine Art. Man erzwingt nix und trinkt dann mal n Gläschen Wein und setzt sich aufs Sofa und lässt das so passieren. Und wenn nicht, dann sagt man höflich tschüss.

Corinna/ Reina: Also doch Alkohol…

Ben: Genau (lacht). Alkohol war immer dabei. Aber das mussten wir nicht erzwingen, weil Bier trinken kann er selber. Und ist da auch schon ganz groß. Aber Spaß beiseite. Wir haben ihn erst nur gefragt, ob er uns aushelfen kann für eine Show. Da meinte er: „Jo, klar, aber was festes kann ich mir nicht vorstellen.“ Und dann haben wir ihn gefragt, ob er nicht doch noch ne Tour machen will und dann hat er gesagt: „Ach ja. Weils so schön war bei dem einen Mal.“ und dann haben wir gesagt: „Guck mal, wir haben lauter Festival-Konzerte im Sommer. Willst du nicht auch noch spielen?“ und dann plötzlich „ Hey, wir haben hier ein neues Album am Start und willst du nicht mit aufs Cover und für immer dabeibleiben? Unterschreibe hier mit Blut!“ (lacht) Und so nach und nach hat ihm das so gut gefallen, dass er geblieben ist. Und die Fans haben ihn ja wahnsinnig warm empfangen, also beim ersten Gig schon. Deswegen haben wir uns das nie so wirklich Sorgen gemacht. Das war supercool.

Corinna/ Reina: Das ist schön zu hören. Du hast ja vorhin gesagt, dass ihr noch so lange unterwegs seid. Aber nächstes Jahr habt ihr immerhin schon euer 5jähriges Jubiläum. Habt ihr da schon irgendwas geplant?

Ben: Machen wir gerade. In meinen nächtlichen Fantasien plane ich das schon. Das sind aber noch nächtliche Fantasien. Aber wie das so ist, D’Artagnan war auch mal nur ne Fantasie und wurde wahr gemacht. Wir werden da ein großes Konzertereignis veranstalten. Vielleicht sogar in der Heimatstadt, in Heroldsberg. Mal gucken, da haben wir letztes Jahr ein tolles Konzert gemacht. Brauchen ne große Halle und würden uns auch gerne ein Programm drum rum ausdenken.So mit…wissen wir noch nicht..ist echt noch Fantasie.

Corinna/ Reina: Aber es kommt was großes auf uns und auch auf euch zu!

Ben: Erstmal ein Batzen Arbeit. Dann werden wir die Früchte ernten. So ist der Plan.

Corinna/ Reina: Könnt ihr euch vorstellen, dass die Bands, die ihr supported habt oder die euch supported haben, dass die dann spielen?

Ben: Klar, das wäre super.. weiß aber auch noch nicht, welche (lacht).

Corinna/ Reina: Hast du denn persönlich jemanden, mit dem du mal wieder oder überhaupt mal die Degen kreuzen würdest?

Ben: Auf der Bühne? Ja, ich fand die Tour mit Versengold riesengroß. Ich hab ja schon mehr als eine Tour mit denen gespielt, die sind mir richtig ans Herz gewachsen. Supportgruppe bei Feuerschwanz, legendäres Konzert in Berlin gepielt, im Huxley’s. Riesengroßer Laden, wir hätten eigentlich im Columbia spielen sollen. Wir sind da aufgeschlagen mit unseren ganzen Kram und dann hat’s da aus der Decke getropft, weil Schnee auf der Decke lag und die Dachpaneele kaputtgegangen sind. Und dann kam da das Wasser auf die Bühne und auf die Stromkästen gelaufen und dann wurden wir kurzerhand in das Huxley’s verlegt. Das war krass, das war geil…die zum Beispiel, aber es gibt viele Weggefährten und das schöne ist, der Wunsch wird ja immer wieder wahr auf diversen Festivals und so. Man läuft sich immer wieder über den Weg.

Corinna/ Reina: Beim letzten Interview mit uns wurdet ihr von einem Wikinger „herausgefordert“. Habt ihr erfolgreich eure Ehre verteidigt?

Ben: Wir haben ihn nie wieder getroffen, diesen Wikinger. (Schaut geheimnisvoll) Vielleicht ist er schon tot.

Corinna/ Reina: Nee, der ist nicht tot. (Ben lacht laut) (bei dem Wikinger handelt es sich übrigens um den Veranstalter Uwe Schirm, der Wikingermärkte organisiert)

Ben: Der Kampf hat nie stattgefunden, zum Glück. Wir hätten verloren. (beide lachen)

Corinna/ Reina: Obwohl, wenn ihr jetzt keine Rapiere, sondern Kampfdegen hättet, hättet ihr ja vielleicht ne Chance gehabt.

Ben: Wir haben auch tatsächlich neue. Die, die wir jetzt dabeihaben, sind auch nur noch die Bühnenrapiere sozusagen, diese labbrigen Dinger da. Wir haben uns schöne besorgt, die sind aber zu Hause in der Scheide und die sollen nicht diesen Rock’n’Roll Schweiß abkriegen. Die sind mir ein bisschen zu schade dafür.

Corinna/ Reina: Das stimmt. Aber wie lange dauert es denn, bis aus Ben ein Musketier wird?

Ben: Naja, umziehen..halbe Stunde, Viertelstunde. Für mich ist umziehen immer son Ritual, deshalb ziehe ich mich immer schon gerne früher um und lass mir da viel Zeit und dabei n Bierchen aufmachen…das ist immer n schöner Moment.Wenn man dann so langsam in Feiermodus kommt und sich für die Bühne warm macht. Wir hören dann immer Musik dabei und pumpen uns auf und singen auch mit. Das macht dann auch die Stimme warm. Dann geht man auch nicht so kaltstartmäßig auf die Bühne, das wäre schlecht. Dann braucht man noch die ersten fünf Lieder, um sich in den Musketier zu verwandeln und das soll ja nicht sein, das soll von anfang an sein.

Corinna/ Reina: Würdest du das auch als euer gemeinsames Ritual bezeichnen oder habt ihr noch was anderes?

Ben: Wir haben ein paar Rituale. Also die Spotify-Playlist mit diversen 80er-Hardrock-Hits, zum Beispiel Saxon. Dann bringen wir uns so ein bisschen in die 80s-Rock-Stimmung für D’Artagnan. Das ist ganz lustig. Das ist so unser Ding. D’Artagnan hat was mit 80er zu tun…80er Rock, nur mit Flöte. (lachen)

Corinna/ Reina: Danke Ben für das Interview.

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