8. Out of Line Weekender 2019 – Tag 2

05.04.2019
Astra Kulturhaus Berlin
Berlin

verfasst von Jana B.

Der zweite Tag des Out of Line Weekender Wochenendes …18 Uhr tummeln sich schon einige meist im eleganten schwarz gekleidete Besucher vor der Tür des Kulturhauses Astra in Berlin. Trotz des frühen Beginns des Abends und der sicherlich kurzen vergangenen Nacht für die meisten der Musikbegeisterten sehen alle noch ziemlich frisch aus. Pünktlich 18.45 Uhr wird’s laut, elektronische Klänge hallen durch den Saal. Incubite alias Neill Freiwald (Frontman der auch heute spielenden Band Erdling) steht am DJ Pult und stimmt die Menge mit schnellen tanzbetonten Rhythmen und treibenden Beats auf den Abend ein. Der Abend verspricht interessant zu werden, es sind sehr verschiedene Musikstile am Start. Wie wird es das Publikum annehmen?

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Nach einer kurzen Umbaupause beginnt die erste Band mit ihrer Show, Rave The Reqviem sind aus Schweden angereist und begeistern das Publikum vom ersten Takt an. Frontmann Philip Lonnquist erzählt, dass es das erste Konzert in Deutschland wäre. Seine Musik ist eine Mischung aus Rock und Metal mit elektronischen Elementen, wobei die starke und schöne Stimme der Sängerin den schnellen und elektronischen Riffs eine gewisse Ruhe und einen starken Kontrast zu den mechanischen Klängen und den schnellen Bewegungen der Musiker auf der Bühne gibt. Eine sehr symphatische Truppe.

1. Skydweller
2. The Ascension
3. Ghost Royale
4. Mono Heart
5. Are Yov Happy Now, Fidelio?
6. Ikaros
7. Crack The Sky
8. Aeon
9. Outro For They Shall Inherit The Earth

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Da das Equipment einer Band von mehreren genutzt wird, dauern die Umbaupausen nicht sehr lang, so kann es nach 10 Minuten weitergehen. Fear Of Domination betritt die Bühne, ebenfalls eine nordische Band, diesmal aus Finnland. Der Stil ist ähnlich wie der des Vorgängers. Treibende Beats und schnelle Rhythmen werden von der meist ruhigen Stimme der Sängerin abgelöst. Im Gegensatz zur Vorband beweist hier die Sängerin Sarah Strömmer jedoch, dass diese growls und screams auch von einer Frau gesungen werden kann. Sie steht dem männlichen Sangespartner SakuSolin in nichts nach und es ist eine Freude, den beiden zuzuschauen und zuzuhören! Die Band selbst nennt ihren Gesangsstil als Shock-Industrieal-Metal. Mit ihrer fluoriszierenden Gesichts- und tlw. Instrumentenbemalung kommen die Finnen gut beim Publikum an, es sind einige sicher genau wegen dieser Band heute Abend mit dabei.

1. Primordial
2. Adrenaline
3. Mindshifter
4. Obsession
5. Face of Pain
6. We Dominate
7. El Toro
8. Sick & Beautiful
9. Pandemonium

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Insgesamt ist das Publikum altersmäßig meist zwischen 30 und 50, das tut aber der Bewegungsfreudigkeit keinen Abbruch. Das bisschen Platz, was hier und da noch zu finden ist, wird sehr gern zum Abrocken genutzt. Nach einer nun doch etwas längeren Umbaupause kommt jetzt eine Band, die ihre Musik selbst als gewaltätigen Pop, die schwere Musik mit Popelementen, Rap und leichtem Vocal kombiniert, beschreibt.

Blind Channel aus Finnland kennen wahrscheinlich noch nicht so viele. Die Reihen haben sich gelichtet und manch einer schnappt erstmal ein bisschen frische Luft. Der doch eher poppige Sound der fünf Jungs nimmt aber die dagebliebenen sofort mit, die Hüften schwingen und die Hände klatschen mit im Takt. In der Mitte des Publikums bildet sich ein Pogo, der sich jedoch in Grenzen hält. Der Frontmann Joel Hakka fordert die Leute zum Mitmachen auf: „Wir wollen alle springen! Hockt euch hin und wartet auf mein Kommando!“ Fast alle vor der Bühne folgen und springen und tanzen im Takt. Sehr tanzbare Musik mit Mainstream-Charakter, bei der auch die Handylichter als Stimmungsmacher nicht fehlen.

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Fast pünktlich beginnt nun die deutsche Band Erdling ihre Show. Nach den nordischen Bands folgt nun ein kleiner Stilbruch. Erdling kommt aus der NDH-Ecke und singt deutsch. Die erst 2015 gegründete Band hat bereits 3 Alben auf dem Markt und schon wieder gibt es eine Singleauskopplung aus ihrem für 2020 angekündigtem Album – Midgard. Das neue Album soll nach der Aussage des FrontmanNeill„metallastiger und tiefgründiger“ werden. Die Tourdaten des neuerdings als Trio spielenden Band für die neue Headliner-Tour sind auch bereits bekannt. Heute Abend geben sie drei Jungs eine Auswahl ihrer besten Songs auf die Ohren. Es gibt aber auch etwas unbekanntere Titel, wie Angst. Der Titel ist mir z.B. völlig neu. Der grade neu erschienene Song Midgard reist das Publikum mit, alles klatscht und singt textsicher mit. Das macht die Vorfreude auf das neue Album umso größer!

1. Mein Element
2. Angst
3. Erdling
4. Supernova
5. Absolutus Rex
6. Tieftaucher
7. Midgard
8. Phönix
9. Blitz und Donner

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Jetzt folgt mein heimlicher Headliner des Abends, Eskimo Callboy. Die Jungs sind schon bemerkenswert. Mit poppigen Sound und Mainstreammusik fegen die beiden Sänger Sushi und Kevin über die Bühne, dass man Mühe hat, mit der Kamera hinterher zu kommen. Die Musik macht Spaß und man tanzt automatisch mit. Trotz der poppigen Elemente fügt Kevin durch seinen guturalen Gesang und den Elementen aus den Techno Bereich immer wieder interessante Kontraste in die Musik ein. Das Zusammenspiel der beiden Stimmen der Frontmänner ist faszinierend, der eine Pop, der andere Metal – wunderbar. Immer wieder sehens- und hörenswert! Das Publikum belohnt die Musiker auf der Bühne mit Begeisterung, reissen die Hände hoch, singen mit, gehen in die Hocke und springen mit den Jungs. Die ersten Reihen sind diesmal mehr jüngeres vor allem weibliches Publikum. Eine schweißtreibende Angelegenheit für Musiker und Publikum. Zur Belohnung gibt´s drei Konfettiduschen, die nur nicht wirklich abkühlen. Selbst beim letzten Song, als Ballade angekündigt, wird einfach auf der Bühne abgerockt. Grandios!

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Last but not least als krönender Abschluss des Abends Hocico. Die beiden mexikanischen Cousins haben sich der Elektromusic verschrieben. Den größten Aufwand zur Dekoration der Bühne haben die beiden betrieben. Ein riesiger Totenkopf wird links auf der Bühne platziert, rechts daneben der Platz vom Programmierer Rasco mit seiner Technik. Links und rechts außen auf der Bühne werden zwei riesige skelettartige Hände aufgestellt. Auf dem Mikroständer prangt ein überdimensionaler silberfarbener Schädel mit glühendroten Augen. Drei weitere silberne Schädel werden noch auf der Bühne verteilt. Sehr coole Deko! Der Beginn der letzten Show des Abends verzögerte sich dadurch. Eine halbe Stunde später als geplant geht es dann endlich los. Während der Programmierer Rasco an den Tasten seines Laptops steht, ist sein Cousin Erik der Wirbelwind der Truppe. Unermüdlich im treibenden Beat der als Aggrotech bezeichneten Musik jagt der Mexikaner über die Bühne und reißt sein Publikum mit. Wer bis jetzt noch nicht getanzt hat, tut es jetzt definitiv. Um die ca. 70 Minuten der Show von Hocico tanzend durchzuhalten, braucht es jedoch schon viel Kondition.

1. Dark Sunday
2. Sexsick
3. In the name of violence
4. No one gets out Alive
5. Bite me!
6. I Abomination
7. psychonaut
8. Poltergeist
9. Dead trust
10. Forgotten tears
12. A fatal desire
13. Tiempos de furia

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Insgesamt war der Tag großartig. Die Shows der einzelnen Bands sehr unterschiedlich. Es wurde dadurch natürlich auch nicht langweilig. Der Sound des Kulturhauses ist jedoch ausbaufähig. Teilweise war der Klang schon sehr blechern und es hallte stark. Manchmal fehlten sicher hier und da ein paar Bässe und manche Singstimme war etwas leise. Das Personal jedoch war sehr sehr freundlich und hilfsbereit. Vielen Dank dafür! Wir kommen sicher gerne wieder.

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