Samsas Traum

Support: Exfeind, This Eternal Decay
31.02.2019
MusikZentrum Hannover
Hannover

verfasst von Charlotte

Die letzte Tour der Band um Alexander Kaschte ist nun mehr als ein Jahr her, es wurde also wieder Zeit, die Koffer zu packen und in einigen ausgewählten Clubs deutschlandweit das neue Album ‚Scheiden tut weh‘ vorzustellen. Mit elf Songs plus Bonus ist die neue Platte vergangenen November herausgekommen, hat bei mir aber leider nicht nur positive Reaktionen hervorgerufen.

Doch zurück zum Konzert: In Hannover waren den Abend noch zwei Vorbands im Programm geplant. Gestartet wurde der Abend mit Exfeind. Das Soloprojekt von Lian Exfeind siedelt sich musikalisch irgendwo zwischen Eisbrecher und Stahlmann an, also genau mein Geschmack. Auf der Bühne stand neben Lian als Sänger noch ein sehr motivierter Bassist, der das Bühnenbild ein wenig aufgefrischt hat. Viel passiert ist sonst leider nichts, aber musikalisch hat mich Exfeind überzeugt. Ein wenig die Stimmung gedrückt hat außerdem, dass das Musikzentrum nicht mal zur Hälfte gefüllt war, während Exfeind spielte, was bei Vorbands zwar üblich, im Musikzentrum aber leider noch nie so deutlich gewesen war. Doch für die, die sich auf die Musik eingelassen haben, erfüllte Exfeind alle Anforderungen, die man an eine gute Vorband stellen kann. Mit einigen Songs vom Album wie „Endlos“ und „Teufel in dir“ stimmten sie das Publikum gut auf die kommenden Bands ein.

Es folgen This Eternal Decay. Die 2018 gegründete Industrial, Dark Wave und Synth Pop Mischung aus Rom besteht aus drei Mitgliedern und das Hauptaugenmerk liegt auf der Zusammensetzung der Instrumente. Schon der Schlagzeuger sitzt nicht einfach hinter seinem Drumset, sondern hat alles ein wenig höher gebaut, sodass er bequem im Stehen spielen kann. Doch auch der Sänger war nicht immer nur mit Mikrofon unterwegs, sondern wechselte munter zwischen Keytar und Gitarre durch. So viel Können wurde mit deutlich mehr Stimmung im Publikum honoriert und die Masse vor der Bühne wurde auch langsam aber sicher immer dichter.

Doch so richtig voll wollte es den Abend nicht mehr werden. Auch als schließlich der Hauptact die Bühne betrat, war das Musikzentrum noch weit entfernt von ausverkauft und das konnte man auch deutlich an den Löchern im Publikum ersehen. Doch Samsas Traum haben genug Bühnenerfahrung, um sich davon nicht die Stimmung zu versauen und so legte Kaschte von Anfang an ein straffes Tempo vor. Gestartet mit dem Intro des 2007 veröffentlichtem Album „Heiliges Herz – Das Schwert Deiner Sonne“, also „5+6=218“ und danach „Das Zeitalter der Bäume“, die Stimmung ging stetig aufwärts. Als nach den ersten drei Songs mein Auftrag als Fotografin vorbei war, hatten sich bereits die ersten Moshpits gebildet und die Menge vor der Bühne nutzte die Freifläche, um den Tanzenden den größtmöglichen Platz zu gewähren.

Doch bei allem Können und aller Motivation auf der Bühne konnte ich den Abend nicht über einige große Mankos hinweg sehen. Natürlich könnte ich mich jetzt über fehlendes Frontlicht beschweren, denn das hat meinen Fotos nicht gerade gut getan, aber das ist hier irrelevant. Der Stimmung hat es keinen Abbruch getan, dass alles voller Nebel war. Jedoch hat mir das fehlende Publikum einen großen Teil meiner Stimmung versaut. Es waren sicher viele begeisterte Fans in Hannover und auch die Moshpits waren recht groß, aber der Rest stand quasi unbeteiligt herum. Das, was bei ausverkauften Shows nicht so stark auffällt, weil sich in der Mitte die Tanzenden versammeln, war hhier allgegenwärtig. Dazu kommt: Ich kannte Samsas Traum bisher nur auf CD und auch da waren es eher schnelle Songs wie „Ein Fötus wie du“, die ich faszinierend fand. Aber auch „Dort oben sterben Tiere“ hat mich stark zum Nachdenken angeregt. Vielleicht hatte ich mich im Vorfeld zu wenig mit der neuen CD beschäftigt und bin nie damit richtig warm geworden. Pluspunkt bei der Show war allerdings, dass man quasi nie ein Handy zu Gesicht bekommen hat. Wie auch unser Kalle ist Alexander Kaschte der Meinung, dass ein Konzert erst dann richtig genossen werden kann, wenn man die geliebten Mobiltelefone in der Hosentasche lässt und sich lieber live über die Bands freut, anstatt andauernd zu Filmen. Sehr angenehm!

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