Schattenmann

Support: Florian Grey / Alienare
15.02.2019
Hellraiser
Leipzig

verfasst von Corinna

Freitagfrüh in Berlin, die BVG steikt und ich muss es irgendwie zum Busbahnhof schaffen. Immerhin spielen Schattenmann heute Abend im Hellraiser in Leipzig. Ihre erste Headlinertour „Licht An“ steht an. Als Support spielen Alienare und Florian Grey aus Hamburg.Als ich vor dem Club ankomme, sitzen schon die ersten Fans davor und bereiten sich auf die Show vor. Überall auf allen sichtbaren Körperstellen wird fluoreszierende Farbe verteilt, der Magen gefüllt und die Kehle gewässert. Ich geselle mich dazu und tausche mich aus. Viele sind schon ein paar mal auf Schattenmannkonzerten gewesen, für einige ist es das erste Mal. Und genau diese hoffen drauf, auf die Bühne zu kommen, um einer der legendären Krieger des Lichts zu werden.

Als um 19 Uhr die Pforten zum kleinen Saal des Hellraiser geöffnet werden, stürmen die ersten ohne Rücksicht auf Verluste rein, um ganz vorne an der Bühne stehen zu können. Richtige Hardcorefans eben. Bis das Konzert anfängt, verschwinde ich nach draußen, um mich mit der Mercherin Leo über den neuesten Klatsch bei einem Becher Rotwein auszutauschen. Pünktlich um 20 Uhr legen Alienare los. Die ersten Seelen bewegen sich zu den Synthpopklängen mit DarkWave-Einflüssen. Es ist alles ziemlich entspannt, jedoch ist merklich, dass nicht jeder den Geschmack teilt. Trotzdem machen der irgendwie nach sympathischem Informatikerstudent im 20. Semester aussehende Keyboarder und der KingdomHeartsSora-Verschnitt mit dunkelgrünem Haarkranz am Mikro eine geile Show. Tim und Timo heizen die Zuhörer nochmal an, bevor sie die Bühne verlassen.Als zweiter Support stehen Florian Grey auf der Bühne. Die Erfahrung ist spürbar ab dem ersten Ton. Florian Grey, der Frontsänger besticht durch gänsehautbringenden Gesang und Yannik am Schlagzeug hat fast schon verbotene Gesichtsausdrücke beim Spielen. Ich muss zugeben, dass ich ein Faible für Drummer habe. Der Bassist Simon trägt ganz lässig eine verspiegelte John-Lennon-Sonnenbrille, während er am Bass so wie Von an der Gitarre in die Seiten schlägt und megamäßig abgeht. Noch einmal wird die Menge angeheizt, dann endlich kommen Schattenmann. Es ist dunkel, die Spannung steigt. Dann legt Nils am Schlagzeug los. Die Brüder Luke und Jan kommen auf die Bühne und dann kommt Frank. Die Jungs liefern vom Feinsten ab, von Aufregung oder Lampenfieber keine Spur. Echte Profis eben.

Während Franks Blick durch das Publikum schweift, um einen Krieger des Lichts zu suchen, wird klar, dass nicht unbedingt die am lautesten nach Aufmerksamkeit kreischenden in der ersten Reihe zum Zug kommen. Im Endeffekt ist es ein junger Mann aus der Mitte des Raums, der sein Glück kaum fassen kann. Besagtem neuen Krieger ist anzusehen, dass er selbst auf der Bühne noch nicht ganz realisiert hat, was gerade mit ihm passiert, antwortet aber souverän auf die Frage, wie ihn“Dirty-Harry“ behandelt hat und erntet dafür hier und da ein paar Lacher.Ein absolutes Highlight ist die Unplugged-Version von „Gekentert“, die Frank auf der Akkustik-Gitarre spielt. Gänsehaut pur! Alle, die ich sehen kann, bewegen sich im Rhythmus der Musik. Sie liegen sich in den Armen und lauschen den letzten Tönen der Gitarre. Ich bin der Meinung, selbst bei Frank ein paar Tränchen im Augenwinkel sehen zu können. Aber ein echter Mann hat natürlich nur was im Auge.

Neben den Stücken von der der Tour namensgebenden Platte feiert auch die neue Single Kopf durch die Wand“ Bühnenpremiere und wird gebührend gefeiert. Einige können sogar den gesamten Text mitsingen.Den Schluss macht Zahn der Zeit, mehr als passend, wie ich finde. Innerhalb der letzten zwei Jahre ist viel passiert, es kommt noch viel. Das haben mir die Jungs auch schon beim Interview verraten. Die neue Single und der Tourauftakt sind erst der Anfang.Es ist ein gelungener Auftakt ihrer ersten Headlinertour. Nach dem Konzert nehmen sich die Jungs noch Zeit für Fotos, Autogramme und kurze Plausche. Ein kleines Video für Kalle-Rock.de ist auch drin. Dann ist endgültig Feierabend. Einige verabschieden sich von den Jungs mit den Worten: „Bis morgen dann“ – echte Hardcorefans eben. Für mich geht es ins Bett und morgen nach Ansbach zum nächsten Konzert, bevor es Sonntag zurück in die Heimat geht.Super gemacht! Danke an Schattenmann, Florian Grey und Alienare für einen unvergesslichen Abend und viel Spaß noch auf der restlichen Tour!


Setlist: Schattenmann/ Rot/ 9mm/ Brennendes Eis/ Böser Mann/ Gekentert/ Krieger des Lichts/ Ruf der Engel/ Epidemie/Generation Sex/ AMOK/ Licht An/ Trümmer und Staub/ Zusatz: Gekentert unplugged/ Wahrheit oder Pflicht/ Kopf durch die Wand/ Zahn der Zeit

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