Eivør

Support: Konni Kass
02.05.2018
Lido
Berlin

verfasst von Kalle

Es gibt Musik, die verzaubert einen direkt, wenn man sie das erste Mal hört. Eivør und ihr Lied „Trøllabundin“ haben mich damals auf Youtube gefesselt. Danach hatte ich mir weitere Songs angehört und ich war von dieser Stimme total begeistert. Die Musikerin von den Färöer Inseln ist ein absolutes Multitalent. Sie spielt verschiedene Instrumente und hat eine Stimme, die so abwechslungsreich ist, wie nur selten. Ihre Musik reicht von klassischen Folksongs, über Popnummern mit Electroeinflüssen und hier und da auch Gitarre. Das kann man wirklich nur schwer in Worten beschreiben. Man muss Eivør live erleben.

Wie gut das sie an diesem 02. Mai 2018 in Berlin einer ihrer Tourtermine hatte. Auf dem Weg zum Lido lief ich am Musik & Frieden vorbei und war mehr als überrascht… da standen ein paar Kumpels von mir, die mich begrüßten und mich fragten, ob man sich dann gleich drinnen sieht. Hä… ich wollt doch ins Lido, wer spielt denn im MuFri? Ach… Bonfire.. hmm ja gut… die müssen halt dann ohne mich auskommen, ich geh weiter und bin mal musikalisch etwas auf abwegen. Meine Kumpels haben sich etwas verdutzt die Augen gerieben, aber die Entscheidung war definitiv richtig. Denn im Lido traf ich ebenso auf tolle Leute und erlebte einen zauberhaften Konzertabend.

Dieser startete um kurz nach 20 Uhr mit dem Support Konnie Kass. Die junge Sängerin kam zusammen mit ihrem „Schlagzeuger“ auf die Bühne. Er saß an einer Art E-Drum, sie stand an einer Mixmaschine und Keyboard. Ich kannte die junge Musikerin, ebenfalls von den Färöer Inseln, überhaupt nicht, daher hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Musikalisch ging es in die Richtung von Eivør. Normalerweise hat sie eine Band bei ihren Auftritten, hier gab es eine etwas abgespeckte Version ihrer Songs. Dennoch überzeugten Lieder wie „Surrender“ und „Time“ direkt, da ihre Stimme sehr klar war, die Melodien und ihr Beat fesselten und einfach der Gesamteindruck stimmte. Das sie zudem noch Saxophon spielte, was sich super in die Songs einfügte, war noch der Bonus. Ein wirklich schöner Auftakt.

Nach der kleinen Pause betrat dann Eivør mit ihren zwei Musikerkollegen die Bühne. Sie kam im schwarzen Outfit mit Schulterschmuck. Sah fast aus, wie eine umdekorierte Polsterung von Footballspielern, machte aber mächtig Eindruck. Sie könnte auch in Jeans oder so da stehen, da achtet man spätestens nach der ersten Note nicht mehr drauf, denn ihre Stimme zieht einen sofort in den Bann. Die Lieder sang sie in ihrer Landessprache und auf Englisch. Zu manchen Songs gab es eine kleine Erklärung, damit man ungefähr nachvollziehen konnte, was der Hintergrund des Liedes sei. Ihr Schlagzeuger war gleichzeitig auch Backgroundsänger und ihr Keyboarder hin und wieder an der Gitarre. Los ging es mit Songs wie „Mjørkaflókar“, „Brotin“, „Verd Mín“ und „Lívsandin“. Eivør griff hierbei immer wieder zu verschiedenen Instrumenten. Gitarre, Trommel oder später auch eine kleine Ukulele.

Doch am meisten punktet sie mit ihrer Art die Songs zu singen. Man rechnet nicht damit und plötzlich holt sie Töne aus ihrer Stimme… da hat man erst einmal vor Erfurcht den Atem angehalten. Selbst für nur eine Note haut sie Höhen raus, geht dann direkt in die Tiefe und das ohne mit der Wimper zu zucken. Da kang nix schief oder anderweitig daneben – es war auf den Punkt. Das hat wirklich beeindruckt. Mit wie wenig man so viel erreichen kann, das ist faszinierend. Die Bühne gab nicht viel Platz her, um sich groß zu bewegen, doch das war gar nicht nötig. Das tat ein Teil des Publikums für sie, das gespannt schaute und nach jedem Song frenetisch Applaus spendete. Zu einigen Songs, wie u.a. „Rain“ und „Bridges“ hat sie Konnie Kass noch einmal auf die Bühne geholt. Sie sang ein paar Passagen mit und spielte hier und da ihr Saxophon. Es war eine bunte Mischung an Beats und Melodien, bis zu einem Zeitpunkt, denn da verließen ihre Musiker kurz die Bühne und Eivør stand allein im Rampenlicht. Das Lido schwieg und lauschte den Tönen zu „Trøllabundin“. Was hat ich da für eine Gänsehaut.

Das galt für den gesamten Abend. Es war grandioser Sound, die Lichtstimmung war schön und einfach eine gewisse Abwechslung. Für Fotos ist das Lido allerdings weiterhin ungeeignet, weil die LED Strahler einfach zu heftig sind und es so gut wie kaum Frontlicht gibt. D.h. das Publikum hat zwar tolle Musik, guten Sound, doch sehen tut man nur wenig. An manchen Stellen passt es, aber man möchte ja die Musiker schon gerne sehen und nicht nur hören, dafür ist es ja ein Live-Konzert. Das ist immer so das Manko am Lido… leider. Eivør und auch Konni Kass dürfen jederzeit gerne wieder nach Berlin kommen. Ich denke durch Auftritte, wie an diesem Abend, wächst die Fanbase für die Sängerinnen in jedem Fall stetig weiter. Nach der Show nahmen sich nämlich beide noch Zeit für Autogramm und Fotowünsche und man erfuhr ein wenig was über die Musikstudios auf den Färöer Inseln. So viele große Namen gibt es von dort ja noch nicht. Mal schauen was die Zukunft bringt.

Setlist Berlin:

Mjørkaflókar
Brotin
Verd Mín
Lívsandin
Salt
Rain (mit Konni Kass)
Bridges (mit Konni Kass)
Silvitni
Skógvarnir
Trøllabundin
Boxes
Tides
Í Tokuni
True Love (mit Konni Kass)

Zugaben:
Famous Blue Raincoat (Leonard Cohen cover)
Falling Free (mit Konni Kass)

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