Konzertreview

Kissin´Dynamite

Created by Laura L. | |   Konzert

Support: John Diva And The Rockets Of Love

20.03.2019

Bi Nuu

Berlin

Seit 11 langen Jahren haben Kissin' Dynamite versucht das Berliner Publikum für sich zu überzeugen und doch haben sie es irgendwie nie so richtig geschafft viel Aufmerksamkeit in der Hauptstadt zu bekommen. Jetzt, als sie es schon fast aufgeben wollten, ist der Knoten geplatzt und so platzte auch das Bi Nuu am 20.03.2019 beinahe aus allen Nähten. Sold Out! - diesen Stempel haben fast alle Deutschland Konzerte auf der sehr erfolgreichen aktuellen "Europe In Ecstasy" Tour verpasst bekommen, aber an diesem Abend freuten sie sich darüber noch ein wenig mehr.
Ich konnte erst relativ spät zum Schlesischen Tor kommen und hatte es ehrlich gesagt auch total unterschätzt wie voll der Club um 19:30 Uhr schon sein würde und so blieb mir nichts anderes über, als für den Support Act John Diva And The Rockets Of Love ziemlich weit hinten zu stehen. Das Publikum war bestens gemischt, da war von jedem Alter und Geschlecht etwas dabei - immer schön zu sehen wenn Bands verschiedenste Generationen überzeugen können und für Konzertabende zusammenbringen.

Überpünktlich ging es dann schon bald mit den 5 Jungs von John Diva And The Rockets Of Love los. Sie selbst bezeichnen sich als "DIE ultimative 80er Rock-Show aus Kalifornien!"…nun ja daran mag jetzt vielleicht nicht alles ganz wahr sein, aber sicher ist, dass sie ziemlich coolen Glam Rock auf die Bühne bringen. Als das Licht ausging und wir die Silhouette von Sänger John Diva, Schlagzeuger Lee Stingray, Bassist Remmie Martin und die Gitarristen Snake Rocket und J. J. Love erkennen konnten, dachte ich kurz, dass Steel Panther vor mir steht. Es waren natürlich nicht die Panthers, aber vom Look her näherten sie sich mit Perücken, bunten Haarbändern, Spandex Hosen und Glitzer Make Up schon sehr an. Und auch der Sound der Songs ließ Parallelen schließen. Trotzdem wirkte es nicht wie ein billiger Abklatsch, sondern macht Lust auf mehr. Die Musiker setzen auf viele eingängige Songs, welche zum Mitsingen und Klatschen animieren. Leider war das Berliner Publikum noch nicht so richtig wach, zumindest bei mir in den hinteren Rängen, aber es wirkte auch keiner der Musik abgeneigt.
Zwischendurch wurde vorne wohl 2 Flaschen Whiskey in die Menge gereicht und ausgiebig genoßen. Kann man mal machen, wenn man von Fireball gesponsert wird, schade, dass die Flaschen hinten nie ankamen ;)
Aber zurück zu den Tunes, besonders gefallen haben mir hier "Rock N' Roll Heaven", "Lolita" und "Wild Life". Es ist nicht das erste Mal, dass man solche Songs hört, aber sie sind gut gemacht und die Band hat eine super Bühnenpräsenz. Vor allem Sänger John Diva wusste wie er mit seinem geübtem Hüftschwung und großem Lächeln die Mädels in den ersten Reihen zum Schmelzen bringen konnte.  
Zusammenfassend kann man sagen, dass wir einen sehr passenden und unterhaltsamen Support Act erleben durften und ich mir auch gern mal eine Headline Show von John Diva And The Rockets Of Love ansehen würde.

Mit einer Bandvorstellung und den Worten "Love is the answer, not a question" verlassen die "Kalifornier" die Bühne und machen Platz für die Crew, die nun die Bühne für den Haupt Act Kissin' Dynamite präpariert während sich das Publikum unteranderem zu Journey's "Don't Stop Believing" weiter warm tanzt und singt.

Glücklicherweise sind hat sich das Publikum in der Pause noch einmal ordentlich aufgelockert, so dass ich um 21:10 Uhr, als das Licht zum zweiten Mal des Abends ausging und das zweite Intro ertönte, viel weiter vorne stand als bislang.
Und dann wurde es laut, richtig laut. Nicht nur weil Sänger Hannes Braun, die Gitarristen Ande Braun und Jim Müller, Bassist Steffen Heile und Schlagzeuger Andi Schnitzer direkt mit dem hammer Hit "I've Got The Fire" loslegte, sondern weil auch aus allen Ecken begeisterte Schreie von jungen Mädels zu hören waren. Sichtlich beeindruckt und happy brüllt Hannes "BRING BACK STADIUM ROCK" bevor es nicht weniger energisch mit "Somebody's Gotta Do It" und meinem ersten Highlight "Money Sex & Power" weiterging. Bei ersterem Song bediente sich Jim einer Talk box und ließ seine Gitarre noch cooler wirken als ohnehin schon.

Als hätten die Jungs backstage noch schnell ein paar Energydrinks hintergekippt geht es ohne Pause direkt weiter mit "Love Me, Hate Me" und das Publikum singt auch hier wieder lautstark mit und bewundert Ande's und Jim's grandioses Gitarrenspiel. Einfach richtig geil und wir waren grad erstmal bei den ersten Songs!

Unterstützt durch besten Sound und richtig guten Lichteffekten (vor allem für einen Club dieser Größe) bekamen wir dann "She Came She Saw", "DNA" und den Knallersong "Sex Is War" auf die Ohren. Wer das aktuelle Album der Schwaben besitzt weiß, dass sie für den Titelsong Verstärkung von Anna Brunner (Exit Eden) bekommen haben und um diesen auch gebührend darbieten zu können, haben sie Anna kurzerhand als Special Guest mit auf Tour genommen. Augenzwinkernd verkündete Hannes, dass es nicht ganz billig war sie für die Tour zu engagieren, also hätte man sie gleich für zwei Songs verpflichtet und so machte Anna mit ihrer rauen Stimme und viel Attitude in ihrem knappen sexy Outfit "Sleaze Deluxe" zu einem noch besseren Song als ohnehin schon.

Nachdem "Breaking The Silence" mit einem gefühlt minutenlangen Applaus gefeiert wird bedankt sich Hannes noch ein weiteres Mal für den tollen Support und gibt zu Protokoll, dass er genau solche kleinen vollgepackten Clubshows viel lieber hat als große Festivalshows. So geht es mir ja meistens auch, aber einen Nachteil hat die Größe des Bi Nuu trotzdem. Eigentlich haben die Jungs für diese Tour einige Showeffekte mit Feuer und Nebelkanonen im Gepäck, die sie hier jedoch nicht aufbauen durften. Zum Glück hat aber das Piano auf die Bühne gepasst, hinter welchem Hannes Platz nimmt um mit seinen Bandkollegen eine ganz besondere stripped down Version von "Heart Of Stone" zu spielen - ziemlich epischer Gänsehaut-Garant!

"Waging War" und die Band Hymne "Steel Of Swabia" waren die nächsten Punkte auf der Setlist, gefolgt von dem etwas weniger druckvollem "Six Feet Under" bei dem Ande zur Akustikgitarre griff.  Definitiv ein Song, der sich immer in meinem Kopf einbrennt und für einen Ohrwurm in den nächsten Tagen sorgt.
Fehlen durfte natürlich auch "I Will Be King" auf gar keinen Fall, denn was wäre eine Kissin' Dynamite Show ohne Hannes mit knallrotem Umhang, Zepter und standesgemäßen Thron? Genialer Song, hammer Performance, ein glückliches, rockendes Publikum, ein kleiner Moshpit und schon der nächste Ohrwurm - was will man mehr von einem Abschluss eines Konzertes?

Aber halt! Natürlich gab es noch eine Zugabe, also eigentlich drei. Ohne die hätte das Berliner Publikum die Schwaben auch nicht wieder nach Hause fahren lassen, jeder war noch hungrig auf mehr Songs. Und so bekamen wir noch "Still Around", "You're Not Alone" (ich liebe die Message hinter dem Song!) und "Flying Colors" als Betthupferl. Für das Finale kam auch nochmal Anna Brunner auf die Bühne und sowohl Band als auch Publikum gaben nochmal alles. Es wurde ohne Aufforderung gesprungen, geklatscht, lautstark mitgesungen und jeder im Raum hatte einfach nur Spaß - was für ein Abriss!!

Nun war es schon fast 23 Uhr geworden und man hatte das Gefühl, dass das Publikum eigentlich immer noch nicht genug hatte. Langsam aber sicher löste sich die Menge auf und egal wohin man schaute sah man in strahlende verschwitzte Gesichter und hörte nur Lob in höchsten Tönen.
Man kann nur hoffen, dass dieser super erfolgreiche, ausverkaufte Abend dazu führt, dass die Jungs die Hauptstadt bald wieder mit einer Headline Show beehren und ich bin mir sicher, dass dann noch mehr Leute da sein werden, da sich dieses Konzerterlebnis rumgesprochen haben dürfte.
Ein großes Danke an Kissin' Dynamite für super viel Spaß an diesem Mittwochabend, Danke auch an die Ton- und Lichttechniker die einen tollen Job gemacht haben und Danke auch an die Fans in den ersten Reihen, die so nett waren unseren Kalle immer wieder mit seiner Kamera durchzulassen, damit er das Konzert in ein paar fantastischen Bildern einfangen konnte.