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Avantasia – Moonglow

|   CD Review

verfasst von Zonic

Was vor 20 Jahren als Projektidee zum Konzeptalbum begann, ist schon längst eine etablierte Größe im Metalbereich: Avantasia. Mit dem mittlerweile siebten Studioalbum beweisen sie auch wieder, warum: Wenn Tobias Sammet (Edguy) ruft, kommen sie alle, die Größen aus dem (Power-) Metal.

Dieses Mal (gesanglich) mit von der Partie: Bob Catley (Magnum), Geoff Tate (Queensrÿche), Ronnie Atkins (Pretty Maids), Eric Martin (Mr. Big), Mille Petrozza (Kreator), Jorn Lande (Masterplan), Hansi Kürsch (Blind Guardian) und natürlich Michael Kiske (Ex-Helloween). Für die liebliche weibliche Note ist dieses Mal Candice Night (Blackmore’s Night) zuständig. Klingt nach `ner Hausnummer – isses auch!

Bereits der Opener ‚Ghost in the Moon‘ bringt alles, was man von Avantasia gewohnt ist und ich persönlich auch so klasse finde: Klavier-Gesang-Intro gefolgt von einem epischen Chor und singenden Gitarren. Ich bin schockverliebt. Es schmeißen sich ruhige und kräftige Passagen den Ball hin und her und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinhören soll. Der Titeltrack ‚Moonglow‘ ist ein Duett zwischen Tobi und Candice; ein klassischer Rocksong. Irgendwie zart, aber zeitgleich energetisch. Sehr fein und sehr fließend und ich bin nicht überrascht, dass es dazu ein (sehr bezauberndes!) Video gibt um das Album zu promoten. Zu Recht!

Ebenfalls eine äußerst einprägende Melodie ist bei ‚The Piper at the Gates of Dawn‘ zu finden. Ein absoluter Powersong, der im Intro mit Synthies besticht, die ein wenig an die 80er Jahre erinnern und im Refrain absolutes Hymnenpotenzial aufweist. Einer dieser Songs, die beim Autofahren dafür sorgt, dass sie dich Karre durch die Doublebass von selbst den Staub vom Lack pustet! ...und dieses Solo...VERDAMMT, DIESES SOLO!!! So schnell kann man mich hin den siebten Himmel befördern! Im Kontrast dazu wirkt ‚Lavender‘ schon fast wie eine Ballade – ist es aber nicht; sondern eher ein leichter Rocksong im Stil von ‚Dying for an Angel‘ (zu finden auf Avantasias ‚The wicked Symphony‘, 2010) Apropos 80er Jahre: Was mich amüsiert hat, ist das Cover des Songs ‚Maniac‘ (Original von Michael Sembello aus dem Film ‚Flashdance‘, 1983). Fantastisch arrangiert, doch schmunzeln musste ich einfach über die Tatsache an sich.

Ich bin absolut begeistert! Zugegeben – Avantasia hat damit jetzt keine große Innovation gestartet, aber man muss ja auch nicht immer das Rad neu erfinden, wenn man seinen Weg bereits gefunden hat. Das ist hier der Fall. Ich denke, von Platte zu Platte wird immer ein Stückchen mehr Perfektion eingearbeitet, ohne sich darin zu verlieren. Es steht völlig außer Frage, dass hier musikalisch erstklassiges Handwerk zu finden ist. Das Gleiche gilt für den Mix – erste Sahne! Das Cover erinnert mich übrigens ein bisschen an Alice im Wunderland – verträumt, etwas düster und absolut phantasievoll. Ich bin absolut begeistert. Die Platte besteht im Grunde aus Hymnen! ‚Moonglow‘ macht gute Laune – ‚Moonglow‘ macht Spaß! Wer diese Platte nicht kauft, ist wirklich selbst Schuld!

Tracklist:

1. Ghost in the Moon
2. Book of Shallows
3. Moonglow
4. The Raven Child
5. Starlight
6. Invincible
7. Alchemy
8. The Piper at the Gates of Dawn
9. Lavender
10. Requiem for a Dream
11. Maniac

Bonus Track
12. Heart