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Downfall of Gaia - Ethic of Radical Finitude

|   CD Review

verfasst von Henry E.-S.

Ich werde mich bei Zeiten mal bei Wikipedia anmelden müssen. So langsam reicht es mir. Und das nicht nur seit der Einführung von ''Extreme Metal'' als Genrebezeichnung, bei der man von einer gewissen Grund-Faulheit der Benutzer ausgehen kann. Der deutsche Wikipedia-Eintrag von ''Downfall of Gaia'' ist ein schlechter Witz. Inhaltlich bewegt er sich knapp zwischen der Beschreibung auf eine Tube Majonäse und einem ausgelatschten Paar Turnschuhe, die seit 5 Jahren nicht mehr modern sind. Kann da mal einer ran gehen? Oder vorher die aktuelle Scheibe von ''Downfall of Gaia'' hören?

Dann würde einem auch mal auffallen, dass wenn man schon unbedingt sämtliche Musik-Stilrichtungen aufführen möchte, die die Band jemals durchlaufen hat, dass man da ''Black Metal'' reinschreiben muss! Der englische Wikipedia-Artikel ist da besser. Auch wenn schon wieder Jemand mit dem ''Post-Metal''-Begriff rum wirft (ich weiß da immer noch nicht, wie wir das Ganze was jetzt Post-Metal sein soll in so 20 Jahren beschreiben sollen. Und was das alles mit der DHL zu tun hat...). Ist auch alles Jacke wie Hose, dass neue Album von ''Downfall of Gaia'' ist da, die ersten Kritiken sind bereits raus und endlich, endlich, endlich komm ich auch mal dazu das Machwerk mit dem Namen ''Ethic of Radical Finitude'' quer zu hören. Ihr, werte Leser, habt bestimmt schon einige Kritiken zu dieser Platte auf anderen Webseiten gelesen. Ihr wisst also schon um einige Beurteilungen, die da durchweg positiv waren. Werde ich hier nun diese Meinung teilen? Ja. Ganz einfach ja. Was erwartet ihr? ''Downfall of Gaia'' sind mittlerweile im Black Metal fest drin. Besser gesagt in der melancholischen Ebene der Black Metal-Landschaft, welche von Puristen gerne (sträflich) ignoriert wird.

Was auch Jedem seine Entscheidung ist und mir die nervliche Anstrengung abnimmt, mich auf Diskussionen mit eben Jenen einlassen zu müssen. Dieser neue Silberling ist eine sehr gute, melancholische Black Metal-Scheibe, welche sehr viele interessante Elemente in sich mitschwingen und erscheinen lässt. Sollte ich jetzt eine passende Beschreibung abgeben müssen, ohne euch zu viel zu spoilern und trotzdem euer Interesse zu wecken, so wäre es in etwas diese: Nehmt die letzte Scheibe von ''Between the Buried and Me'', dreht die Geschwindigkeit etwas nach unten und lasst sie ganz tief in der Düsternis und Tristesse des Black Metals und der Leere im eigenen Herzen versinken. Wie ich das finde? Um mal den Drill-Sergent aus ''Jarhead'' zu diesem Werk sprechen zu lassen: ''Ich. Liebe. Diesen. Scheiß!''. Auch die Länge ist genau die richtige: Ein Intro und Fünf Songs, alles in allem 40 Minuten. Das reicht völlig. Alles Andere wäre wahlweise überdehnt oder zu kurz. Es ist auch die Ideale Länge für alle möglichen Fahrten innerhalb Berlins.

Das Intro ist da wieder so eine Sache. Ich mag es und respektiere es, dass sich Bands heute noch die Mühe machen, so etwas zu kreieren und nicht einfach los zu bolzen. Natürlich gehört das Intro zu meist direkt zum ersten Song einer jeden Platte. In diesem Falle ist es gut gewählt und trägt zur Grundatmosphäre bei. Leider hat man sich aber relativ schnell daran satt gehört und holt es nur noch zu bestimmten Gegebenheiten wieder aus dem Schrank. Was auch nicht schlimm ist, aber man soll hier kein ''Fear & Wonder'' von ''Dimmu Borgir'' erwarten. Alles in allem zieht mich die Platte runter, was genau das ist, was ich von Musik dieser Art verlange. Es ist eine klare Empfehlung für Jeden. Es tut mir jetzt Leid, dass ich nur die alte Meckerei los werden kann, dass die Musik nun mal einfach nicht für jeden was ist. Zwar ist ''Ethic of Radical Finitude'' kein Meisterwerk, welches auf ewig einen Punkt in den ''must-heard''-Liste dieser Welt füllen wird, aber es ist trotzdem eine sehr, sehr gute Black Metal-Scheibe. Und eine Platte mit einem verdammt schweren Namen und komplizierten Tracktiteln! Hey ''Downfall'', wisst ihr eigentlich was das für eine Tipp-Arbeit war? Weil die Platte so geil ist, verzeihe ich euch heute mal das Lied-Namen-Getippe. Aber fühlt euch beim Benamsen der nächsten Platte beobachtet! Und jetzt entschuldigt mich, diese Woche bin ich mit Wohnung putzen dran.

Tracklist:

01. Seduced by...
02. The grotesque illusion of being
03. We pursue the serpent of time
04. Guided through a starless night
05. As our bones break to the dance
06. Of withering violet leaves