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Schattenmann

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15.02.2019

Hellraiser

Leipzig

 

Schattenmann sind am 15.02.2019 im Hellraiser in Leipzig zum Auftakt ihrer ersten eigenen Headlinertour. Frank, der Frontsänger und Nils, der Drummer, haben Corinna Rede und Antwort gestanden, bevor es auf die Bühne geht.


Corinna: Heute ist der Auftakt eurer "Licht An" Tour. Darauf habt ihr lange hingearbeitet. Mich würde zuerst aber einmal interessieren, wie ihr überhaupt zur Rockmusik gekommen seid. Wer hat euch inspiriert?

Frank: Tja, Nils, dann erzähl doch mal!

Nils: Durch meine Cousine hab ich angefangen, Rockmusik zu hören. Es hat eigentlich mit Rammstein angefangen, dann wurde es immer härter, bis ich dann Deathcore und Metalcore gehört habe. Ich hatte auch ne eigene Band in die Richtung. Genau, das waren so meine ersten musikalischen Gehversuche. Ja und jetzt sitze ich hier und spiele bei Schattenmann.

Corinna: Mussten da auch Töpfe von der Mama dran glauben oder kam das erst später?

Nils: Als Baby, oder was heißt Baby..als Kleinkind mussten Töpfe von der Mama dran glauben, ja. Das erzählen sie mir auch jedes mal, wenn sie mich sehen, dass ich früher auf den Töpfen getrommelt habe mit den Kochlöffeln. Die sind immer ganz stolz, wenn sie sehen, was draus geworden ist, dass sie mich haben auf den Töpfen haben trommeln lassen.

Frank: Welch Klischee!

Nils: Es war einfach so, ich kann nichts dafür!

Frank: Welch Schlagzeugerklischee.

Nils (versucht sich zu verteidigen) : Es war wirklich so!

Frank: Jaja. (lacht)

Corinna zu Frank: Und bei dir? Hast du dich vor Schattenmann eher instrumental ausgetobt?

Frank: Naja, also ich bin ja quasi schon ganz, ganz, ganz früh mit vier ans Klavier gekommen und wollte dann irgendwann E-Gitarre spielen. Gitarre, Gitarre, Gitarre! Das dürfte ich dann erst richtig spät von meinen Eltern aus. Und ja, dann habe ich quasi das Gitarrespielen auch zu meinem Beruf gemacht. Ich war vier Jahre lang bei Stahlmann Gitarrist und ich singe schon immer irgendwie. Gitarre und Gesang ist ja auch ne schöne Kombination und dann kam halt der Moment, in dem ich dachte: „Ja, Gitarre spielen, schön und gut...alleine total toll, also eben nur Gitarrist sein bei Stahlmann...Gesang und Gitarre zusammen hatte ich schon, aber nie Gesang alleine. Und deswegen.. Schattenmann, mal nur Singen, war mit Gründung auch ne ganz neue Experience. Und ja, wie ich zur Rockmucke gekommen bin...das ist zu lange her, ich bin schon zu alt! Aber seitdem ich denken kann, hab ich nie andere Mucke gehört. Da war immer Stromgitarre drin. Es war mal härter, mal weniger hart, aber es hat mich immer alles interessiert, was irgendwie handgemacht war. Klar, Rammstein war ja dann so zu meiner Jugendzeit irgendwie die Band, an der keiner vorbeikam, der mit Stromgitarre irgendwas am Hut hatte. Natürlich dann auch die ganzen Metalgrößen, wenn man Gitarre spielt. Ich weiß noch, da war ich 16, da kam ich neben Rammstein auf den NDH (Neue Deutsche Härte),weil ich tatsächlich auf ein In Extremo Konzert mitgeschleppt worden bin. Da hat als Vorband Megaherz gespielt und zwar die letzte Show mit Alexx Wesselsky und ich war total platt von Megaherz. In Ex war für mich total vergessen in dem Moment. Als ich Megaherz sah, war eine wahnsinnige Stimmung. Joa, und dann war auch dieser NDH-Gedanke neben Rammstein total manifestiert und hat mich nie mehr losgelassen.

Corinna: Cool!

Nils zu Frank: Du hast Klavier gespielt? Das wusste ich gar nicht.

Frank: Ja, es gibt vieles, das du nicht weißt. (guckt etwas anzüglich. Alle lachen)

Nils: Weil ich hab auch mit Geige angefangen eigentlich.

Frank: Ah ja, jetzt musst du wieder einen draufsetzen, ey!

Corinna: Und dann waren dir da zu viele Töne dabei und deswegen bist du zum Schlagzeug übergegangen?

(Nils lacht)

Frank: Ja richtig!

Nils: Mensch, das ist ganz schön gemein hier! (grinst)

Frank und Corinna: Nein..(alle lachen)

Nils: Nee, ich hab mit sieben angefangen, Geige zu spielen, bis ich zehn war ungefähr und dann hatte ich nen Kumpel, der hat dann Machine Head gehört und Clawfinger, das ganze härtere Zeug. Und dann hab ich gedacht, irgendwie krieg ich das mit der Geige nicht hin, so zu klingen wie die Jungs auf den Platten. Dann dachte ich, ich such mir was anderes und dann hab ich mit elf mit Schlagzeug angefangen.

Corinna: Aber hast du mal überlegt, E-Geige zu spielen? Da kannst du ja n bisschen härtere Töne rausholen.

Nils: Mit sieben Jahren hab ich noch nicht über E-Geige nachgedacht.

Corinna: Ja gut, ok. Das stimmt auch wieder :) (zu Frank) Jetzt hast du eben über Stahlmann geredet und du (zu Nils) über deine erste Band. War das dann auch die erste Banderfahrung, die ihr gemacht habt? Oder wann war denn die erste Banderfahrung?

Frank: Das kann ich dir gar nicht sagen. Ganz früh, also wenn man sich mit Freunden getroffen hat, so mit elf, zwölf Jahren zusammen dann irgendwie „muckt“, das ist schon echt, echt lange her. Verdammt lang. Und klar, ich hab auch in diversen Bands gespielt und hab auch mal ne Tour ausgeholfen bei Heldmaschine als Gitarrist. Ich hab schon so viel gemacht, an der Gitarre auch, unzählige Studiogeschichten, ich hab ja so richtig Gitarre in München gelernt. Genau und mich dann noch zwei Jahre in Tossingen an der Bundesakademie am Gesang quasi ausgetobt, also das dann auch richtig gelernt. Hat zwar nicht so geholfen, aber trotzdem. (lacht) Und von daher, da ist soviel passiert musikalisch, das jetzt irgendwie auf einen Nenner zu bringen, das würde auch den zeitlichen Rahmen sprengen.

Corinna: Das machen wir dann das nächste Mal.

Frank: Genau, das ist dann quasi: „Schattenmann, die musikalische Wiege Part II“.

Nils: Ja, ich hatte meine erste Band mit 14 glaub ich, so ne Metal Core Band. Und dann war mir das nicht mehr hart genug und dann sind wir auf Death Core umgestiegen, damit ich meine Doppelfußmaschine ordentlich auspacken konnte. Und dann ist es leider nach vier, fünf Jahren auseinander gegangen, als ich für das Musikstudium nach Regensburg gezogen bin. Der Bassist ist dann auch fürs Musikstudium nach Stuttgart gezogen und so ist das dann auseinandergegangen. Und dann hab ich studiert und dann kam irgendwann Schattenmann.

Corinna: Und jetzt seid ihr hier! (beide nicken zustimmend) Habt ihr denn für die Tour ein bestimmtes gemeinsames Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht? Oder ist jeder erst einmal für sich?

Frank: Wir hängen ein bisschen im Backstage rum, wie jetzt auch und dann, bevor wir auf die Bühne gehen, haben wir schon ein Ritual, aber das ist ein Bandgeheimnis. (schaut etwas verschwörerisch)

Corinna: Ok. (Frank lacht) Aber nichts FSK 18? ;)

Frank: Nein, um Gottes Willen nein! (alle lachen) Nein. Aber ich finde immer, weißt du, so'n Ritual ist ja sowas wie'n Wunsch. Weil das ist so wie wenn du dir was wünscht, wenn du eine Sternschnuppe siehst oder dir die Wimper vom Finger bläst, dann darfst du ja deinen Wunsch auch nicht verraten. Genauso ist das.

Corinna: Ja, klar :) Wenn eure Show nachher losgeht und ihr stellt euch vor, ihr würdet selber im Publikum stehen. Wie würdet ihr eure Show sehen oder was würdet ihr für Eindrücke haben? Was denkt ihr?.. So zum Beispiel: Joa, der Gitarrist, der sieht schon gut aus, (beide lachen laut auf) dem geb ich nachher noch nen Schnaps aus.

Nils: Der Gitarrist sieht sehr gut aus! Der Bassist, auch wunderschön!

Frank: Die zwei Brüder, die sind echt schnieke.

Nils: Auf jeden Fall, die machen ordentlich was her.

Frank: Ich würd mir denken: „Der Schlagzeuger..näh. Ich steh nicht auf Rothaarige.

Nils: Ja, ich auch nicht. Und der Sänger, ganz komische Erscheinung.

Frank: Ganz komisch..Nee, tatsächlich keine Ahnung. Es ist ja der große Wunsch eines jeden Musikers, mal bei seinem eigenen Konzert im Publikum zu stehen, aber das würde ja nicht funktionieren. Das ist vergleichbar mit Schokolade..Stell dir mal vor, jemand versucht, dir den Geschmack von Schokolade zu beschreiben. Ich glaub, den Geschmack von Schokolade kann man genauso wenig beschreiben wie man sich vorstellt, wie es jenseits der Bühne ist.

Corinna: Aber zurück auf die Bühne. Ihr arbeitet in euren Shows viel mit Schwarzlichteffekten. Wie viel Geld geht denn pro Jahr für die Farbe ungefähr drauf? Und auch für die Saiten und alles was dazu gehört?

Frank: Kann ich dir nicht sagen, weiß ich nicht. Ist auf jeden Fall kein billiger Spaß. Jede Band hat ja so seine Specials, da ist es genauso schwierig zu beantworten wie die Frage: was geht im Jahr an Geld für Felle drauf für das Schlagzeug oder weiß ich was. Das ist echt total schwierig, sowas in Zahlen zu fassen. Ist ja auch unterschiedlich, also wir machen das ja auch noch nicht so lange. Ich kann zum Beispiel auch nicht sagen, wie lange so ne Lampe hält, die dieses UV produziert. Da ist die Farbe der kleinste Faktor.

Corinna: Und wie seid ihr eigentlich darauf gekommen, mit Schwarzlicht zu arbeiten?

Frank: Naja, Schatten..Mann... (lacht) Du tatsächlich ist das auch son Ding, es ist immer schwierig zu sagen. War halt einfach da. Das ist genauso schwierig zu beantworten wie die Frage, wie bist'n du auf die Idee zu dem Song gekommen? Dieser Gedanke ist natürlich in nem Wechselspiel aus Name und auch aus dem Song „Licht an- Licht aus“, das ist gewachsen, dieses ganze Thema. Genauso auch wie unsere Bemalung, wie wir auch dieses Schwarzlicht einsetzen. Du kannst ja nicht sagen, ich stell mir das so und so vor, so ist es dann. Es gehört viel Experimentieren dazu. Es ist ja nichts, was du irgendwie von der Stange kaufen kannst. Du kannst ja nicht sagen, also ich möchte jetzt die Schattenmann-UV-Lampe und dann sehen wir aus wie Schattenmänner ;) Funktioniert ja nicht, also da gehört viel dazu, es hat viel mit Physik zu tun, mit Wellenlängen vom Licht, welche Farbe funktioniert, wie was leuchtet, wie lange. Auch dass das bei uns an und aus geht, es gibt Farben, die fluoreszieren, die funktionieren bei unserem Effekt nicht. Dann ist das Licht zwar aus, aber du siehst immer noch aus im Gesicht wie bei diesen Leuchtsternen früher, die du dann an die Wand klebst, die dann nachleuchten. (grinst) Also tatsächlich ist das viel ausprobieren gewesen und ein ganz langer Schaffensprozess und von daher kann man gar nicht mehr sagen, wie es genau dazu kam, dass es am Ende genau so aussieht.

Corinna: Aber wenn ihr jetzt mit den Effekten arbeitet, muss das ja auch alles funktionieren. Gab es denn schonmal ne größere Panne, dass das Licht einfach ausgeblieben ist oder so?

Frank: Wir hatten tatsächlich, wie wir hier mit Feuerschwanz waren, letztes Jahr, haben wir drüben, im großen Saal gespielt und beim Soundcheck ging das Licht halt nicht. Also da war irgendwas mit der Lichtsteuerung und wenn Nils dann die Basedrum getreten hat, sind auf einmal die Lichter an- und ausgegangen. Das sollte natürlich nicht so sein. Also natürlich gibt’s beim Soundcheck mal hier und da ein paar Problemchen, das kann passieren. Das kommt selten vor, aber in all der Zeit, muss ich sagen, gab es keine Show, wo das UV nicht funktioniert hat. Also klar gibt's irgendwo immer mal kleine Kinderkrankheiten, dass mal ne Gitarrenseite reißt. Das passiert einfach, das gehört dazu. Es ist ja Live. Aber einen Totoalausfall hatten wir noch nie.

Corinna (möchte eigentlich zur nächsten Frage ansetzen): Nils...

Nils: Bei einem..danke. Bei einem Gig ist einmal der Lichttechniker, nicht nur einmal, ich glaub, dreimal... Ich hab gespielt und dann schau ich nach links und liegt der da aufm Boden an meiner Lampe und schraubt da irgendwas. Ich weiß nicht, was der da gemacht hat. Das war auch was Neues, dass der Lichttechniker neben mir sitzt und die Lampe repariert auf der Bühne. Genau, aber ansonsten wüsste ich auch nicht, was irgendwann mal nicht funktioniert hätte.

Corinna: Dann auf jeden Fall Toi toi toi für die Tour.

Nils: Danke.

Corinna: oh..nicht danke sagen..

Nils: Wieso, darf man das nicht oder was? Oh...

Corinna: Eigentlich nicht. Aber egal, schneiden wir raus, hat keiner gehört...

Frank: Du hast „Anke“ gesagt, sie heißt aber nicht Anke, mein Freund!

Nils (geht auf das Spiel ein): Oh, Entschuldigung. (schmunzelt)

Corinna: Man, man, man....trotzdem..Nils, man munkelt, dass du gerne auf den Toiletten Selfies machst.

Nils (ganz euphorisch): Ja!

Corinna: Hast du denn hier schon eine passende Gelegenheit gefunden beziehungsweise gibt es Toiletten in anderen Locations, die du empfehlen kannst?

Nils (lacht laut): Also ich kann generell in jeder Location jede Toilette empfehlen, um das Tourstartkloselfie zu machen. Und das wollen wir auch nach diesem Interview hier machen mit allen zusammen. Genau, geht einfach in die Toiletten, macht Selfies. Benutzt den Hashtag!

Corinna: Nils?

Nils: Ja...

Frank: Hashtag Nils? (alle lachen laut)

Nils: Nein, nicht Hashtag Nils (fast ein bisschen verzweifelt) ... Hashtag Tourstartkloselfie. Total einfach... Tourstarkloselfie. Hashtag Tourstartkloselfie

Frank: Ich hab's schon wieder vergessen..wie?

Nils: Hashtag Tourstart...kloselfie. Ich geb das dir ein. Gib mal dein Handy, dann mach ich das.

Corinna: Ok, super. :) Ich bin gespannt auf die Toiletten hier und die Fotos. Frank, hast du denn komische oder lustige Angewohnheiten, mit denen du die anderen auch manchmal zur Weißglut bringen könntest?

Nils: Müsstest du dafür nicht andere fragen? (lacht)

Frank: Ja, ich bin ich.

Corinna (lacht): Ja, das sagt ja manchmal schon viel über die Person aus...Man redet ja nicht über Leute, die nicht im gleichen Raum sind, aber die zwei Jungs (Jan und Luke) sind ja gerade theoretisch im Gebäude...Haben die Brüder irgendwelche Angewohnheiten?

Frank: Ne, also tatsächlich muss ich sagen, sind wir alle so'n angenehmer Haufen. Mir fällt halt tatsächlich nichts ein.

Nils: Das ist wirklich krass, wir sind alle total unkompliziert. Das ist tatsächlich so. Wir verstehen uns total gut, hatten noch nie Stress. Das ist einfach alles total harmonisch.

Corinna: Das ist auf jeden Fall schön zu hören :)

Nils: Vielleicht ein bisschen langweilig, aber so isses (lacht)

Frank: Wenn ich so überleg. Auch auf engstem Raum oder in irgendwelchen Nightlinern, nichts, wo ich sag, ich würde ihn jetzt wegwünschen.

Nils: Also ich glaub wirklich, die Tour mit Megaherz, als wir im Mininightliner unterwegs waren...

Frank: ...das war so ne Feuertaufe.

Nils: Also enger kann der Raum nicht sein. Also wir haben gerade so in diese Fischbüchse reingepasst. Wir hatten nie Stress miteinander.Wir haben uns immer gut verstanden und ich glaub, wenn man das zusammen übersteht, dann schafft man alles.

Frank: Ich glaub, was auch viel hilft, ist, dass wir auch immer Leute dabei haben, die tourerfahren sind. Also unser Tonmann zum Beispiel. Und ich selbst auch, dass du dann manchmal so einen Tipp mitgibst und dass du dann manchmal ein bisschen nachsichtiger bist. Aber ich muss sagen, da war ich schon auf anderen Touren, wo ich mir gedacht hab: „Alter!“ Aber bisher war es echt entspannt.

Corinna: Also ist es auch gut, vorher die Erfahrung gesammelt zu haben, auch für die eigene Tour?

Nils: Also ich finds auch gut, jemanden dabei zu haben wie den Frank, der einfachauch schon viel Erfahrung mitbringt. Man ist dann einfach viel sicherer, er kann einem soviel mit an die Hand geben.

Frank: Man kann halt den anderen auch die ein oder andere Scheiß-Erfahrung ersparen. Wenn man einfach sagt: „Du, hör mal zu, mach's lieber so und so.“

Corinna: Wir haben vorhin schon kurz über Feuerschwanz gesprochen. Mit denen seid ihr ja letztes Jahr getourt. Mit wem würdet ihr denn gerne mal aus dem Schatten treten? Oder wen würdet ihr gerne zumindest auf der Bühne mal ins Licht begleiten?

Frank: Das sind so unglaublich viele Künstler. Also das fängt bei jedem beim persönlichen Geschmack an und hört so bandmäßig auf, sag ich jetzt mal... Das ist echt wahnsinnig viel. Also ob das jetzt Szenebands sind oder whatever. Wäre mit Sicherheit witzig, mal mit Alexx auf Tour zu sein, wäre bestimmt spaßig. Ich würde mich sehr freuen. Oder egal wer. Ich mein, wir haben schon so liebe Leute kennengelernt auf Tour, zum Beispiel die Jungs von Hämatom... Die sind alle so cool drauf. Mit würde man am liebsten nochmal irgendwie rausfahren, aber ist dann halt auch auch schwierig. Also von daher ist dieser Pool an Bands, der ist riesengroß und unerschöpflich. Und dann gibt es zum Glück Festivals, wo man die dann hoffentlich alle mal wieder trifft. :)

Corinna: Für euch ist das jetzt noch eine kleine Headlinertour. Wie seht ihr eure Chancen, dass die Hallen größer werden und das Publikum mehr, wo der Markt an Bands und Konzerten doch so enorm hoch ist?

Frank: Das ist ja für uns jetzt die erste Tour. Wir wissen ja gar nicht, was uns erwartet. Du erwischst uns jetzt auch beim ersten Konzert.

Corinna: Ja! Das ist immer das schönste ;)

Frank: Also grundsätzlich, so ne Zielsetzung, so ne Erwartungshaltung haben wir eigentlich gar nicht. Weil es konnte auch, wie wir Schattenmann gegründet haben, auch gar keiner damit rechnen, dass wir nach zwei Jahren im Stande sind, überhaupt mal eine Headlinertour zu fahren. Dass wir die Möglichkeit kriegen, in zehn Clubs in Deutschland und der Schweiz überhaupt zu spielen. Also das ist ja auch keine Selbstverständlichkeit. Es gibt, wie du schon sagst, sehr viele Bands, die würden alle gerne spielen, aber soviel Clubs gibt’s halt leider auch gar nicht. Also es ist ein Riesenprivileg und wir sind von diesem Umstand, dass wir das tun und erleben dürfen, sowieso total überrascht und sehr, sehr dankbar, was uns wiederum natürlich auch wieder in die Position versetzt, dass wir auch völlig ohne Erwartungen in die Zukunft blicken. Wir konnten damals nicht abschätzen, wie es heute ist und wir werden heute nicht abschätzen, wie es in nem Jahr ist. Wir sind auf jeden Fall dankbar und hoffen einfach, dass wir lange, lange unsere Musik machen dürfen in dieser Konstellation und damit einfach für uns diesen kleinen Traum leben. Und ob da 50, 100 oder 500 stehen, spielt erstmal keine Rolle, weil es geht erstmal um die Musik. Und das war ja auch der Grund dieser Tour, zu sagen: Hey, wir machen das jetzt einfach! Wir haben ein Album. Wir wollen dieses Album einmal ganz auf die Bühne bringen, wir wollen nicht nur 40 Minuten als Support spielen, sondern da gibt’s so viele Songs, die mal gehört werden wollen. Lass es uns tun, weil du weißt im Vorfeld nicht, was passiert. Das ist tatsächlich reiner Idealismus. Genau, völlig ohne Erwartungen.

Nils: Ich habe nichts hinzuzufügen :)

Corinna: Super :) Aber könntet Ihr euch auch vorstellen, außerhalb des deutschsprachigen Raumes aufzutreten? Und habt ihr schon mal darüber nachgedacht, Songs auf englisch aufzunehmen?

Frank: Äh, nein.

Corinna: Beides nein?

Nils: Also ich würde auf keinen Fall sagen, dass wir unsere Musik einfach in der Weise anpassen, dass wir weiter als deutsche Band über den deutschsprachigen Raum hinauskommen, weil Schattenmann macht auch die deutsche Sprache aus. Und das nur, um die Zielgruppe zu erweitern, wie das manche Bands machen, die Sprache zu ändern oder irgendwas an der Musik zu ändern, das mag ich überhaupt nicht.

Frank: Also ich seh's halt auch irgendwie wieder typisches Beispiel Tote Hosen..die funktionieren ja auch in Rio oder was weiß ich, wo die überall spielen mit ihrer deutschen Musik. Und klar, wenn ich die Welt bereisen kann, warum nicht?! Ich war mit Stahlmann schon in Russland, das ist ne Megaexperience, ne tolle Erfahrung. Warum auch nicht mit Schattenmann? Also gerne :) Warum nicht? Ich glaub, die verstehen auch, was man singt, die checken das dann schon so aus für sich, dass sie dem folgen können. Aber tatsächlich jetzt englisch zu machen, nur um woanders spielen zu können...nö. Das ist ja für mich der Grund, warum ich deutsch mach, das ist die Muttersprache und in der kann ich mich auch ausdrücken. In der kann ich schreiben und ich bin in keiner Fremdsprache so gut, um mich genauso auszudrücken und da will ich dahinter stehen. Und wenn ich nicht dahinterstehe, dann mach ich's nicht. Das ist so ganz klarer Fall.

Corinna: Also Ausland ja, Englisch muss nicht sein?

Frank: Wenn jemand den Text übersetzt und sagt: „Ey, das ist die Originalversion, ich hab die mal übersetzt.“ Dann vielleicht, aber dann muss ich echt super gut gelaunt sein. Da musst du mich an nem richtig guten Fuß erwischen und das muss sich dann noch gut anhören, dass ich dann denk: „Ja, ok. Schaun wir mal..“ Aber grundsätzlich nein.. also, du weißt, wie ich es meine. :)

Corinna: Ein kleiner Ausblick auf die Zeit nach der Tour: Wohin fällt der Schatten in den nächsten Monaten? Wo geht für euch das Licht als nächstes an?

Frank: Wie du es vielleicht mitbekommen hast, haben wir heute ne neue Single released :)

Corinna: Hmhm :)

Frank: „Kopf durch die Wand“, also das heißt, der Schatten zieht in Richtung zweites Album, das ja im Juli erscheint. Da ist jetzt natürlich der Fokus drauf, das Augenmerk auf weitere Videos, die da folgen mögen. Dann haben wir natürlich ein paar schöne Festivals, auf die wir uns sehr freuen, Newcastle Festival, das AMPHI, das WGT. Also es ist einiges in Planung und in der Mache für den Sommer. Das ist glaub ich genug Blick in die Zukunft erstmal.

Corinna: Jetzt kommt ja auch erstmal die Tour.

Frank: Genau. Aber du siehst, auch im Sommer wird es uns nicht langweilig werden und auch unsere Zuhörer werden versorgt mit neuem Stuff. Das hört nicht auf.

Corinna: Cool! Ja, dann danke an euch und dann würde ich sagen: Licht an, the Stage is yours!

Frank und Nils: Dankeschön!